Ein Stadtteil packt an - Der Klimacampus für alle Generationen soll nicht nur die Umweltbilanz in Eppinghofen verbessern

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Der Klimacampus für alle Generationen ist ein Kooperationsprojekt der Mülheimer Initiative für Klimaschutz, der GGS am Dichterviertel und des Stadtteilmanagements Eppinghofen. (Foto: PR-Foto Köhring/TR)


Wie bleiben unsere Häuser im Winter warm? Wieso sind Bienen zwar lästig, aber auch extrem wichtig? Und wofür ist ein Komposthaufen überhaupt gut? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigen sich Schüler der GGS am Dichterviertel im Rahmen des Klimacampus für alle Generationen. Aber das neugestartete Projekt soll seine Wirkung im ganzen Stadtteil entfalten.

Aufatmen konnten Nicola Küppers, Schulleiterin der GGS am Dichterviertel, Cornelia Schwabe und Lena Spörl von der Mülheimer Initiative für Klimaschutz, als nach fast zwei Jahren des Planens mit der Unterstützung vieler Ehrenamtlicher, der Bund im September im Rahmen von „Kurze Wege für den Klimaschutz“ knapp 43.000 Euro Fördergelder für das Projekt bereitstellte.
Der Klimacampus für alle Generationen ist ein Kooperationsprojekt der Mülheimer Initiative für Klimaschutz, der GGS am Dichterviertel und des Stadtteilmanagements Eppinghofen. Er soll sowohl für Themen des Klimaschutzes sensibilisieren, als auch das Miteinander im Stadtteil fördern.

Energieverbrauch senken

Das auf zwei Jahre angelegte Projekt hat derzeit seinen Hauptstandort im alten Hausmeisterhaus der Grundschule. „Nicht viele Schulen haben den Luxus, lehrstehende Räume zu haben“, freut sich Küppers über die Möglichkeit, dieses Gebäude zur Zentrale des Klimacampus zu machen.
Derzeit werkeln und erkunden dort sechs Grundschüler gemeinsam mit Dirk Jungblut in der Kalt-Warm-Haus-AG, wie die Wärme im Haus bleibt. „Wir haben gelernt, dass es verschiedene Arten von Fenstern gibt. Manche sind ganz dünn und andere ganz dick“, berichtet die Viertklässlerin Britney. Um zu verstehen, was Einfluss auf den Wärmeverlust eines Hauses nimmt, wurden in der AG kleine Modellhäuser mit unterschiedlicher Wanddicke und Dämmung gebaut. „Nächste Woche beheizen wir die Häuser und schauen wie viel Wärme sie abgeben“, erklärt Viertklässlerin Anya. „Um das für die Kinder visuell erfahrbar zu machen, kommt jemand von medl mit einer Wärmebildkamera vorbei“, präzisiert der AG-Leiter.

Jeder kann aktiv werden

Der Klimacampus soll aber allen Bürgern offen stehen. „Mit den Oberthemen Begrünung, Energiesparen, Mobilität und Konsum wollen wir Bewohner im ganzen Quartier erreichen und auch näher zusammen bringen“, betont der Lehrer Dr. Claus Kogelheide. Als Imker plant er in Zusammenarbeit mit dem Imkerverein auch einen Bienenlehrpfad entlang der Schule.
Das zunehmende Verkehrsproblem, welches durch Eltern entsteht, die ihre Kinder täglich zur Schule fahren, wollen die Verantwortlichen auch in Angriff nehmen. Mit dem „Walking-Bus“ soll im neuen Schuljahr die Möglichkeit geschaffen werden, dass die Schulkinder unter Begleitung zur Schule laufen können. „Es ist geplant feste Treffpunkte zu vereinbaren, an denen die Kinder auf dem Weg zur Schule abgeholt werden. So lernen sie unter Aufsicht das richtige Verhalten im Straßenverkehr“, erklärt die Schulleiterin. Dazu sei man allerdings auf die Unterstützung von Eltern oder engagierten Anwohnern angewiesen.
„Mit dem Projekt wollen wir den Menschen zeigen, dass Umweltschutz im eigenen Verhalten ansetzt und nicht immer schwierig sein muss“, weiß die Projektverantwortliche Lena Spörl. Wer einen grünen Daumen hat, kann zum Beispiel auch Baumscheibenpate werden und die Verschönerung und Pflege einer Grünfläche übernehmen. „Je mehr Paten wir finden, desto schöner und grüner wird es“, motiviert Spörl.

Unterstützer werden gesucht

Mit vielen weiteren Kooperationspartnern und Unterstützern soll ein ganzes Bündel von Projekten realisiert werden und die Menschen im Stadtteil generationsübergreifend zusammen gebracht werden. „Für uns allein als Schule wäre dieses Projekt nicht zu stemmen“, so die Schulleiterin. „Es ist schön, dass wir die Arbeit von Anfang an auf viele Schultern verteilen konnten“, freut sich Schwabe und hofft auch künftig auf starke Unterstützung.
Wer eine Baumpatenschaft übernehmen möchte, sich in andere Projekte einbringen will oder einen Überblick über die Projekte des Klimacampus für alle Generationen bekommen möchte, wird unter www.klimazone-mh.de fündig oder wendet sich per E-Mail an klimacampus@klimaschutz-mh.de Lena Spörl.
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