Erfolgreiche Vermittlungsarbeit

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Mohamad Sayed (l.) konnte von Helge Köhncke, Nadine Lindermann (Integrationscoach), Andrea Faßbender (Koordinatorin) und Anke Schürmann-Rupp erfolgreich vermittelt werden. (Foto: PR-Fotografie Köhring)

Seit 1. Oktober 2015 läuft das Europäische-Sozialfonds-Bundesprogramm „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartiert“, kurz BIWAQ. Mithilfe des Programms sollen bis 31. Dezember 2018 220 langzeitarbeitslose Frauen und Männer in Eppinghofen und der Innenstadt, Altstadt I, integriert werden. Dabei werden vorrangig Menschen mit Migrationshintergrund bei der Integration in Arbeit kultursensibel unterstützt, ihre Lebensbedingungen und –verhältnisse verbessert sowie der Zusammenhalt und kulturelles Zusammenleben im Quartier gefördert.

Das Projekt der Sozialagentur wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und aus Fördermitteln des Europäischen Sozialsfonds und aus Eigenmitteln der Sozialagentur gefördert. Aktuell sind 197 Teilnehmer im Projekt, von denen bisher schon 72 an 57 Arbeitgeber erfolgreich vermittelt wurden. Seit Mitte 2016 hat das sechsköpfige Team rund um Andrea Fassbender einen eigenen Standort in der Innenstadt. Die Räumlichkeiten am Löhberg 72 sind mit eigenen Jobangeboten zentrale Anlaufstelle für die Teilnehmer.

Talente und Kompetenzen

Von den 197 Teilnehmern sind 94 Frauen, 69 davon mit Migrationshintergrund, bei den Männern sind 78 von 103 mit Migrationshintergrund. Während der Teilnahme sollen Männer und Frauen praktische Erfahrungen in verschiedenen Berufsfeldern durch Berufsfelderkundungen, Betriebsbesichtigungen und Praktika machen. Dadurch sollen die Teilnehmer eigene Talente und Kompetenzen durch das praktische Erproben kennenlernen und erleben.

Bei der Arbeit mit den Teilnehmern geht es Andrea Fassbender und ihrem Team aber nicht einfach nur um die Vermittlung. „Für uns steht der Mensch im Vordergrund. Deswegen geht es schon beim ersten Kennenlernen nicht einfach darum die Leute schnellstmöglich zu vermitteln. Wir holen die Teilnehmer vielmehr einzeln ab und schauen erst einmal welche Bereiche erst noch verbessert werden müssen“. Dabei hat sich das Projekt laut Andrea Fassbender im Laufe der Zeit immer wieder neu erfunden um zu testen welche Ideen bei den Teilnehmern ankommen. „Wir hatten beispielsweise einmal eine reine Männerrunde initiiert, die leider überhaupt nicht funktioniert hatte. Dann haben wir das Konzept verworfen und was Neues versucht“.

Für Integrationscoach Nadine Lindermann ist das Schaffen einer Vertrauensbasis zu den Teilnehmern enorm wichtig. „Wir können uns schon beim ersten Termin die Zeit nehmen um die Kunden besser kennenzulernen. Da wir nicht unter enormen Zeitdruck stehen und zu bestimmten Zeitpunkten dieses oder jenes Ziel erreicht haben müssen, können wir bei entspannten Gesprächen eine Vertrauensbasis aufbauen und so am Ende gezielter nach möglichen Stellen schauen“. Im nächsten Schritt stellt Aida Ramic als Betriebsakquisiteurin den Kontakt zu den Arbeitgebern her.

Jüngste Erfolgsgeschichte

Zu den jüngsten Erfolgsgeschichten des Teams gehört Mohammad Nour Sayed. Der 30-jährige Syrer hat seinen Bachelor in Ingenieurwesen gemacht. Als er 2014 nach Deutschland kam, musste sein Abschluss erst einmal auf Anerkennung geprüft werden. Mehr als ein halbes Jahr hat er dafür nach einem B1-Kurs gesucht um das Zertifikat zu bekommen. Um die deutsche Sprache zu lernen hat der Vermessungsingenieur einen kostenlosen Deutschkurs des CBEs, Centrum für bürgerschaftliches Engagement, besucht.

Mohammad Nour Sayed war von Anfang an beliebt beim BIWAQ-Team. „Ich war sofort von ihm begeistert“, erinnert sich Aida Ramic. „Er hat eine unglaublich offene Art und ist zudem sehr engagiert“. Auch bei ihrer Arbeit ist das Kennenlernen des Kunden sehr wichtig. „Wenn ich vom Kunden überzeugt bin kann ich mich noch besser einsetzen und eine geeignete Stelle finden“.

Mohammad Nour Sayed scheint die geeignete Stelle gefunden zu haben. Seit Juli ist er nach einem einmonatigen Betriebspraktikum beim Vermessungsbüro „Köhncke-Hübscher“ fest eingestellt. Schon beim Bewerbungsgespräch mit Diplom-Ingenieur Helge Köhncke konnte Mohammad Nour Sayed von sich überzeugen. „Wenn ich morgens zur Arbeit komme möchte ich in freundliche Gesichter schauen. Mohammad Nour Sayed hat einfach eine offene und positive Art gezeigt. Darüber hinaus ist ja auch das fachliche Hintergrundwissen da“.

Funktionierendes System

Für Andrea Fassbender sind Arbeitgeber wie Helge Köhncke ideal. „Genau solche Arbeitgeber brauchen wir damit das System funktioniert. Sie spüren hinter den Menschen auf den Kern“. Doch auch für ihre Kollegin Aida Ramic hat sie lobende Worte. „Sie kämpft für die Teilnehmer und genau sowas brauchen wir auch um unser Ziel zu erreichen“. Über die Vermittlung hinaus betreut das BIWAQ-Team die Teilnehmer weiterhin ein halbes Jahr mit monatlichen Feedback-Gesprächen.

Das Projekt soll nach dem 31. Dezember 2018 weitergehen. Dazu werden im Januar die Bewilligungsanträge gestellt. Sollten die Anträge bewilligt werden, geht das Projekt vier Jahre weiter. „Arbeitgeber können sich jederzeit für beispielsweise Praktikumsplätze bei uns melden um unser Angebot zu erweitern“, erklärt Andrea Fassbender. Als Ansprechpartnerin ist Aida Ramic unter 0208/455 59 55 oder unter aida.ramic@muelheim-ruhr.de zu erreichen.
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Claudia Jacobs aus Mülheim an der Ruhr | 31.10.2017 | 13:59  
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