Erneut Giftköder gefunden- aktualisiert!!!

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Joy (links) und ihre Freundin Buffy können aufatmen. Es gibt ein Gegenmittel bei Aufnahme von giftigem Rattengift! (Foto: privat)
Es nimmt einfach kein Ende: Wieder haben unbekannte Täter Giftköder in den Mülheimer Wäldern und Parks ausgelegt und bringen somit Mensch, aber vor allem Hund in Gefahr. Aktuellster Fall: Jack Russell-Dame Joy (13 Jahre alt). Wie ihr Besitzer Frank Blaschinski der MW berichtete, fraß die Hundedame am Montag, 11. Februar, im Bereich Uhlenhorster Weg/ Rundweg einen Blutwursthappen, vermutlich gespickt mit Rattengift.

„Als ich bemerkte, dass mein Hund fein zerschnitte Blutwurststücke gefressen hatte, war mir klar, dass diese absichtlich und vermutlich auch mit Gift bestückt ausgelegt worden sein mussten“, erklärt der besorgte Hundehalter. Dank seines schnellen Handelns ist die Jack Russel-Hündin wohl außer Lebensgefahr.
„So ganz genau wissen wir das aber noch nicht, das zeigt sich erst im Laufe der nächsten Tage“, so Blaschinski.

Sicher ist jedoch, dass man umgehend nach einer Köderaufnahme des Hundes einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen sollte. In der Regel sollte das Ganze innerhalb einer Stunde passieren, da dann noch Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Zu diesen zählt eine Injektion, die den Hund zu starkem Erbrechen führt, um den Magentrakt vom aufgenommenen Gift zu befreien. Erst wenn der Hund sehr stark und wiederholt erbrochen hat, kann davon ausgegangen werden, dass das Gift aus dem Körper transportiert wurde.

Anschließend erhält das Tier eine Spritze zur Beruhigung des Magen-Darm-Traktes. Während der nächsten Tage empfiehlt es sich, den Hund aufmerksam zu beobachten, denn Rattengift entfaltet seine volle Wirkung erst langsam, nach einigen Tagen.

Damit eine Giftaufnahme vermieden werden kann, sollten also alle Hundefreunde in den kommenden Wochen ihre Tiere an einer langen Leine oder Schleppleine führen. Somit ist ein sicherer Rückruf des Hundes möglich, und einer Aufnahme von Gift kann besser vorgebeugt werden. Außerdem sollten Hunde nicht mehr unbeaufsichtigt im Unterholz umherstöbern, da sich gerade an solchen Stellen Giftköder befinden. Aber auch auf den direkten Grünstreifen neben dem Spazierweg sollte ein Auge geworfen werden. Manch ein tierhassender Täter verteilt dort Leberwurst, Fleischwurst und andere Leckereien, gespickt mit tödlichem Gift.

TIPP:
Eine Anzeige bei der Polizei bringt leider nicht viel. Hier kann nur "Anzeige gegen Unbekannt" beziehungsweise "Schadensersatz" geltend gemacht werden, da leider im deutschen Recht ein Hund immer noch als Sache angesehen wird.

Aktuell:

Auf Nachfrage der MW hat die Polizei Mülheim keinerlei Auffälligkeiten feststellen können. Bisher seien keine nennenswerten Anzeigen eingegangen.

Volker Wiebels, Pressesprecher der Stadt empfiehlt: "Wenn einem derartige Giftköder auffallen sollten gibt es drei Dinge die man unbedingt beachten sollte: Zum Einen sollte Jeder Anzeige bei der Polizei erstatten, desweiteren ist das Bürgeramt unter Tel. 4551644 zu verständigen. Außerdem stehen die Mitarbeiter des Veterinäramtes unter Tel. 4553215 zu diesem und anderen Themen zur Verfügung. Schließlich besteht hier auch Gefahr für kleine Kinder die diese Giftköder verschlucken könnten."
Wer es sich zutraut, kann auch mit Plastikhandschuhen oder einer Plastiktüte den Köder aufnehmen und ihm dem Veterinäramt zukommen lassen oder den Giftköder auch abholen lassen. Ein Anruf genügt, sodass eine veterinärmedizinischen Untersuchung möglich ist.
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1 Kommentar
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Daniela Neumann aus Oberhausen | 21.06.2013 | 20:31  
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