Frühstück à la Bonaparte

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„Nein, von Jerome möchte ich nicht zum Frühstück eingeladen werden.“ Das sagten alle Leute, die da waren. Sie hatten sich fein gemacht und auf etwas Besonderes gefreut und dann sahen sie, dass nur für zwei gedeckt war. Dann erschien Jerome mit seiner Frau. Sie nahmen Platz und fingen an, sich das Frühstück munden zu lassen, während die geladenen Gäste um die Tafel herumstanden und zuschauten.

Von Zeit zu Zeit richtete er eine Frage an einen der Umstehenden. Niemand protestierte, denn er war der König von Westphalen, Jérôme Bonaparte, der sich diese Art des public breakfast von seinem älteren Bruder Napoléon abgeschaut hatte.

Schauplatz solcher merkwürdigen Szenen war das herrliche Schloss Wilhelmshöhe in Kassel vor gut 200 Jahren. „König Lustik“ oder „Schrohm“, wie ihn die Kassler spöttisch nannten, regierte gottlob nur sechs Jahre.

Zur Strafe musste wenig später Jérômes Neffe Napoleon III. nach seiner Abdankung hier allein frühstücken. „Ab nach Kassel!“ befahl man ihm.

Ganz nebenbei: Wenn Sie mal in Kassel sind, besuchen Sie auf jeden Fall die Roseninsel unterhalb der Herkulesstatue.

Da liegt nämlich der Hund begraben. Nicht irgendeiner, nein, der Dackel vom Kaiser!
Er hieß „Erdmann“ , nein, nicht Toni, nur Erdmann. Und sein Herrchen Wilhelm II. hat auch öfter hier gefrühstückt.

Zum Erdmann
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2 Kommentare
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Gottfried (Mac) Lambert aus Goch | 25.01.2017 | 11:08  
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Renate Smirnow-Klaskala aus Essen-Nord | 26.01.2017 | 11:46  
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