Gröhe trifft auf Nachwuchsredakteure

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40 Nachwuchs-Redakteure aus ganz Deutschland treffen in Berlin auf Hermann Gröhe (Foto: Jugendmedienzentrum)
 
(Foto: Jugendmedienzentrum)

Eine neugierige Stimmung liegt in der Luft. Die Gesichter der knapp 40 jungen Nachwuchs-Redakteure im Presseraum des Bundesministeriums für Gesundheit sind angespannt. Sie warten darauf, dass sich die Tür öffnet und Bundesminister für Gesundheit Hermann Gröhe eintritt. Er ist prominenter Gast beim Jugendpressetag des Jugendmedienzentrums in Berlin. In einer einstündigen Pressekonferenz stellt Hermann Gröhe neben aktuellen Gesetzesänderungen auch die Herausforderungen für die Gesundheitspolitik in den nächsten Jahren vor und diskutiert mit den angehenden Medienmachern über Gesundheitspolitik. Auch der Mülheimer Nachwuchs-Redakteur Fabian Kloster kann die Begegnung kaum erwarten.

In entspannter Atmosphäre erzählt Hermann Gröhe erst einmal von sich selbst. Der frühere Generalsekretär der CDU ist seit Dezember 2013 Bundesminister für Gesundheit. Der gelernte Jurist ist verheiratet, Vater von vier Kindern und war zu seiner Schulzeit nicht nur als Schülervertreter tätig, sondern hat auch selbst als Schülerzeitungsredakteur gearbeitet. „Mir hat es viel Spass gemacht für unsere Schülerzeitung „Omnibus“ zu schreiben und ich bin froh, dass ich heute die Gelegenheit habe auf Schülerzeitungsredakteure zu treffen“, erklärt Hermann Gröhe lächelnd während er in die Runde schaut.

KiTas werden meldepflichtig

Gerade das Thema „Gesundheit und Schule“ sei für ihn besonders wichtig. „Da jeder im Laufe seines Lebens mal zur Schule gegangen ist, hat jeder mit den Themen Gesundheit und Schule Erfahrungspunkte“. Dabei erfahren die Nachwuchs-Redakteure, dass auch Gröhes Eltern als Lehrer tätig waren. Um die Gesundheit schon im jungen Alter besser zu schützen wurde daher nur wenige Tage vor dem Jugendpressetag das Epidemiologie-Gesetz abschliessend beraten. Demnach müssen KiTas Eltern, welche eine Impfberatung ablehnen, melden.

„Gesundheit und das soziale Umfeld hängen immer zusammen“, macht Hermann Gröhe deutlich während die Nachwuchs-Redakteure fleissig mitschreiben. „In einer Klasse kann der Gruppenschutz nur wirken, wenn 95 Prozent der Kinder geimpft sind. Wenn in einer Klasse mit 30 Kindern fünf nicht geimpft sind, ist kein Schutz garantiert. Eine Impfung hat daher nicht nur Auswirkungen auf einen selbst, sondern immer auch auf das Umfeld“.

Mehr Pflegepersonal eine der wichtigsten Herausforderungen

Mit fast 2.000 Krankenhäusern und mehr als 370.000 Ärzten biete die Gesundheitsversorgung in Deutschland ein hohes Niveau. Zusätzlich sei der Gesundheitsbereich mit mehr als 5,3 Millionen Beschäftigten einer der wichtigsten Wirtschaftszweige. Trotzdem sieht Hermann Gröhe in dem Bereich eine der Haupt-Herausforderungen für die Gesundheitspolitik in den nächsten Jahren. „Wir haben Anfang Juni ein Gesetz verabschiedet, bei dem Krankenhäuser mehr Pflegepersonal bekommen sollen. Die Krankenhäuser sollen sich im nächsten Schritt gemeinsam mit den Krankenkassen über die Bereiche einig werden“.

Für Hermann Gröhe ist Gesundheitspolitik aus lokaler und globaler Perspektive zugleich spannend. So sei deutsche Technik aus Hamburg beispielsweise im Kongo im Einsatz um die Menschen dort zu heilen und gleichzeitig Präventionsmassnahmen zu treffen. „Indem wir die Menschen dort heilen, verhindern wir auch eine Ausbreitung bei uns“.

Solidarprinzip soll erhalten bleiben

Auf Nachfrage der Redakteure bekennt sich Hermann Gröhe klar für das Solidarprinzip beim Thema Krankenversicherung. „Über 90 Prozent der Bürger sind gesetzlich versichert und bezahlen Einkommensabhängig ihre Beiträge. Das Prinzip findet seit 125 Jahren Anwendung und soll auch so bleiben“. Gröhe selbst sei auch in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Auch zum Thema Zusatzversicherung hat Gröhe eine klare Meinung. „Zusatzbeiträge können den Versicherten helfen, da sich die Krankenkassen bemühen einen guten Service zu gewährleisten. Auf der anderen Seite ist aber auch wichtig dass die Krankenkassen das wirtschaftlich hinbekommen. Uns ist wichtig dass beide Seiten zufrieden sind“.

Auf die Frage ob Prämien wie Fitnessarmbänder Auswirkungen auf die Beiträge haben, verneint Hermann Gröhe. „Einerseits wäre das Illegal und auf der anderen Seite wollen die Krankenkassen das nicht. Natürlich ist es aber für Patienten gesundheitsförderlich, wenn sie solche Gadgets nutzen und so auf ihre Gesundheit achten. Auswirkungen auf die Beiträge hat die Nutzung aber definitiv nicht“.

Digitalisierung der Medizin

Die sogenannte Telemedizin ist für Hermann Gröhe der grösste Veränderungstreiber der Gesellschaft zurzeit. Telemedizin bedeutet die Diagnostik und Therapie unter Überbrückung einer räumlichen oder zeitlichen Distanz zwischen Arzt und Therapeut, Apotheker und Patienten oder zwischen zwei sich konsultierenden Ärzten mittels Telekommunikation. So könne beispielsweise auch die Früherkennung verbessert werden. „So kann der Arzt schon Anzeichen erkennen, bevor der Patient überhaupt was merkt“.

Ausflug zum Robert-Koch-Institut

Im Anschluss an die Pressekonferenz geht es für alle Beteiligten zum gemeinsamen Fototermin. Neben Einzelfotos mit dem Minister werden auch Gruppenfotos gemacht. Mit zufriedenen Gesichtern geht es für die Nachwuchs-Redakteure nach einem kleinen Imbiss zum Robert-Koch-Institut. Dort lauschen sie erst gespannt einem Vortrag über das Institut selbst. Dabei erfahren die Redakteure, dass das Institut 1910 gebaut wurde und an vier Standorten mehr als 1.200 Mitarbeiter, davon 450 Forscher und 50 Auszubildende, beschäftigt. Das Institut ist in Gesundheitsfragen Ansprechpartner für die Gesundheitspolitik.

Danach wird die Gruppe in zwei gleichgrosse Gruppen aufgeteilt. Während die eine Hälfte ein HIV-Diagnoselabor besucht und erfährt wie mithilfe von zwei Methoden HIV diagnostiziert wird, erfährt die andere Gruppe mithilfe einer Computersimulation, wie schnell heutzutage Infektionskrankheiten ausgebreitet werden. Im Anschluss werden die Gruppen getauscht, bevor sich die Redakteure auf den Heimweg machen.
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