Holländische Immobilien-Gesellschaft kauft den Siemens-Park

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Von links: Jürgen Schnitzmeier, Patrick Frank, Doktor Wulf Meinel, Uwe Heßeling, Detlef Binder (Leiter Asset Management Siemens AG) (Foto: PR-Foto Köhring/SM)

Seit knapp 16 Jahren gibt es den Siemens Techno-Park schon in Mülheim. Obwohl der Park bereits letztes Jahr verkauft wurde, ist Siemens nach wie vor Mieterin in dem 198.000 Quadratmetergroßen Industriepark. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

Von Fabian Kloster

Siemens ist in Mülheim eine Instanz. In den letzten zehn Jahren hat der Industriekonzern zwei große Bürogebäude und zwei riesige Hallen in der Stadt gebaut. Diese Bauwerke haben Arbeitsplätze geschaffen. Der Konzern hat die Anzahl seiner Mitarbeiter in der Stadt an der Ruhr in den letzten 10 bis 15 Jahren verdoppelt. Heute arbeiten mehr als 4.000 Mitarbeiter in dem Techno-Park, der einer der letzten ist. In Deutschland betreibt die Siemens AG insgesamt an sechs Standorten Techno-Parks.

Ein Technologiepark oder Techno-Park ist ein Ort, an dem ausgewählte Unternehmen eine gemeinsame Infrastruktur zur Verfügung gestellt wird. Siemens hat den Techno-Park damals gebaut und diese Fläche selbst genutzt. Mit dem Verkauf des Parks verfolgt Siemens das Ziel, die Eigentumsquote, der Konzern hält weltweit knapp 60 Prozent seiner Immobilien selbst, auf gesundem Maß zu halten. Denn in Cuxhaven (Windkraft) und Dortmund (Wartung Rhein-Ruhr Express) entstehen im Moment neue Immobilien.

Der Verkauf des Parks war einer der schwierigsten, den Uwe Heßeling, als Leiter des regionalen Asset-Managements Nord-West, in den letzten Jahren drei miterlebt hat. Mehr als ein Jahr hat man gemeinsam mit der Geneba an dem Projekt gearbeitet, bevor es Vertragsreif war. Es gab viele Interessenten, aber keiner habe auf den Konzern einen seriösen Eindruck hinterlassen. "Da waren auch einige Cowboys unterwegs, die mit dem Ferrari vorgefahren sind, sich den Techno-Park aber nicht mal angeschaut haben."

Mit dem holländischen Investor "Geneba" hat die Firma nach eigenen Angaben endlich einen vertrauenswürdigen Partner gefunden. Ausschlaggebend für Siemens war ein Ansprechpartner vor Ort. "So haben beide Unternehmen einen engen Draht zueinander", sagt Uwe Heßeling. Das vertrauenswürdige Verhältnis beruht auf Gegenseitigkeit. "Beide Unternehmen haben ein einheitliches Verständis von Immobilien", so Patrick Frank, Director Asset Management der Geneba.

Wir geben Ihrem Unternehmen ein zu Hause


Der Verkauf des Parks ändert aber nichts am Standort Mülheim. Siemens bleibt weiterhin Mieter des Parks und auch die Versorger und Dienstleister aus der eigenen Region bleiben erhalten. "Geneba" verwaltet all ihre Immobilien von lokalen Büros aus. In enger Abstimmung mit den Mietern möchte die börsennotierte Immobilieninvestmentgesellschaft den Mietern ein zu Hause bieten. Dementsprechend möchte die Gesellschaft, die zur Zeit 15 Mitarbeiter beschäftigt, ihre Immobilien lange halten. Siemens hat die Industriehallen und Bürogebäude im Techno-Park für weitere zehn Jahre angemietet.

Das freut auch Jürgen Schnitzmeier, Vorsitzender der Wirtschaftsförderung in Mülheim. Er hat den Chef der Geneba, Doktor Wulf Meinel, bereits vor zwei Jahren kennengelernt und schätzt ihn auch als einen guten Partner. Für ihn gibt Doktor Wulf Meinel mit seiner Geneba dem Techno-Park, der in "Geneba Industriepark" umbenannt wurde, ein Gesicht.

Pläne hat der neue Eigentümer auch schon. 8000 Quadratmeter rare Industriefläche am Kreisverkehr sollen nächstes Jahr vermarktet sein und so mehr als 100 neue Arbeitsplätze in Mülheim entstehen. Der Verkauf von Immobilien sei laut Doktor Wulf Meinel, eine bislang wenig genutzte Chance von Unternehmen im Ruhrgebiet. Man könne stille Reserven für Wachstumspotenziale heben und nicht genutztes Kapital in liquide Mittel umwandeln.
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