HRW eröffnet neue Blickwinkel - Oktober sollen Gebäude fertig sein

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(Foto: PR-Foto Köhring/KP)
 
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Wer die Duisburger Straße entlang fährt, dem eröffnen sich bereits jetzt ganz neue Blickwinkel. Denn der neue Campus der Mülheimer Fachhochschule nimmt deutlich Gestalt an. Die Gebäude samt Fassade sind fast fertig, jetzt geht es an die Innenausstattung sowie die Außenbereiche zwischen den Instituten.

„Wir sind im Zeitplan“, freut sich Hermann-Josef Peters, stellvertretender Leiter des Bau- und Liegenschaftsbetriebes NRW Niederlassung Münster, über die Fortschritte an der Hochschule Ruhr West - wenn man davon absieht, dass die geplante Eröffnung schon vor Monaten von diesem Sommer auf Anfang nächsten Jahres verschoben werden musste, da ein Anbieter gegen das Vergabeverfahren geklagt hatte.

Rote "Hot Spots"

An den Fassaden fast aller Gebäude sind die Gerüste schon demontiert, Klinker in Rot und Sand dominieren das Bild. „Wir haben das Blau auf dem Logo der Hochschule bei der Gestaltung mit Absicht nicht aufgenommen“, erklärt Marc Meyer vom Gebäudemanagement der FH. Dafür tauchen auch im Innenbereich immer wieder Rottöne auf: Sei es der Boden in den Institutsgebäuden, der Teppich in der Bibliothek oder die Fensterrahmen der sogenannten „Hot Spots“.

Und wo die Böden wie in den Laboren grau sind, werden die unter den Decken hängenden Akustikplatten zu roten Farbtupfern. Die Platten findet man in nahezu jedem Raum. „Da wir hier nackte Wände haben, wäre die Akustik eigentlich katastrophal. Aber diese Deckenplatten aus feinen Holzfasern haben eine erstaunliche Wirkung und sorgen für eine gute Akustik“, erklärt Meyer.

"Fußbodenheizung" unter der Decke

Eine weitere technische Besonderheit ist die Betonkerntemperierung. In den Decken liegen Rohre, durch die warmes oder kaltes Wasser geleitet wird, eine Fußbodenheizung an der Decke sozusagen. Auf kleine Heizungen hat man trotzdem nicht verzichtet, sicher ist sicher.

Insgesamt umfasst der neue Campus vier Institutsgebäude sowie die Mensa, die Bibliothek, das Hörsaalzentrum und das Parkhaus. „Es war von Anfang an das Ziel, die Universität transparent zu gestalten, und das ist uns auch gelungen“, begeistert sich Peters für den Mülheimer Campus.

So gibt es in jedem Gebäude einen rot umrahmten Hot Spot: Hier hat man eine gute Sicht auf den Campus,teils mit Balkon. Wer unsicher ist, wo er an einem Gebäude den Haupteingang findet, muss nur nach oben schauen: Jedes Gebäude hat ein verkleinertes oberstes Stockwerk, das nur auf eine Ecke des Gebäudes aufgesetzt ist, unter den Mitarbeitern auch „Vogelnest“ genannt. An der Ecke, wo das „Vogelnest“ sitzt, befindet sich unten der Eingang.

Prof. Dr. Gudrun Stockmanns, seit April neue Präsidentin der HRW, liebt die Ausblicke aus den bodentiefen Fenstern. „Ich finde es schön, dass wir Teil der Industriekulisse sind.“ Hinten am Horizont ist der Gasometer zu sehen, der Turm des Aquarius ragt aus den Baumspitzen heraus.

Technik wird sichtbar gemacht

Aber Technik umgibt die Studenten auch in den Räumen. Unter den Decken verlaufen sichtbar die Leitungen, sind Schienen und Gestänge in den Laborräumen angebracht. „Wir sind eine Technische Hochschule, und deshalb wird die Technik hier auch sichtbar gemacht“, erklärt Stockmanns.

Aus Kostengründen habe man auf Kellergeschosse verzichtet, dafür wurde zum Beispiel die Belüftungsanlage aufs Gebäudedach gesetzt. Dennoch schaut man auf grüne Fläche. Bepflanzte Dachbereiche sorgen dafür, dass das Regenwasser nicht in den Kanal geleitet wird, sondern schon oben versickert.

Selbst die Flure erhalten Aufenthaltsqualität, öffnen sich zu Bereichen, in denen entweder Schreibtische Platz finden oder kleine Küchenecken, Sofas oder geschlossene Mittelinseln, die als kleine Arbeitsräume oder Copycenter dienen.
Offen und transparent präsentiert sich auch die Mensa. Rundum verglast bietet sie einen freien Blick auf den Campus, eine zusätzliche Lichtkuppe lässt das Tageslicht auch von oben einfallen.

Das Hörsaalzentrum ist parallel an die Duisburger Straße gebaut. Gummimatten unter dem Fundament verhindern, dass sich die Erschütterungen durch die Straßenbahn auf das Gebäude übertragen. Vier Hörsäle gibt es, zwei für 50, zwei für 120 Studierende. Wie ein Amphitheater erstrecken sie sich vom Erdgeschoss in das Untergeschoss des Gebäudes.

Imposante Hallen der Maschinenbauer

Besonders imposant ist das Gebäude der Maschinenbauer. Schon die erste Halle, die der Besucher betritt, ist riesig: Rund sechs Meter hoch soll sie in Zukunft eine große Akustikprüfanlage beherbergen sowie andere Großgeräte für „saubere Maschinentechnik“.

Noch mehr Platz bietet das nebenliegende Technikum. Unter dem Dach der rund 7,50 Meter hohen und 900 Quadratmeter großen Hallen ziehen sich Schienen für eine große Kranbahn entlang. Hier werden enorme Lasten bewegt. Alleine die Platte der großen Koordinatenmessmaschine, die hier unter anderem Platz finden wird, wiegt drei Tonnen. Der Boden ist so stabil gebaut, dass 40 Tonnen schwere Laster durch die Rolltore hereinfahren und abgeladen werden können. Auch für das „Formular Student Racing“-Team, das einen eigenen Formel-1 Wagen baut, gibt es eine eigene kleine Halle.

Vorfreude auf den Umzug

Prof. Dr. Gudrun Stockmanns ist die Vorfreude auf den Umzug schon deutlich anzumerken. „Die Studenten fiebern der Eröffnung entgegen“, weiß sie.
Inzwischen arbeiten sich die Handwerker in den Innenbereichen von den obersten Stockwerken in Richtung Erdgeschoss. Oben funktionieren bereits Licht, Bewegungssensoren, die Lüftung. „Wir werden aber auch die Zeit bis zur Eröffnung brauchen, bis die Technik optimal abgestimmt ist und läuft“, erklärt Jörg Henneken vom Gebäudemanagement. Bald geht es an die Einrichtung, während in den Untergeschossen und dem Außengelände noch gewerkelt wird. Das, so Herman-Josef Peters, wird auch zuletzt fertig. Dann betritt man den Campus von der Straßenbahnhaltestelle aus, abends flankiert von 20 Lichtstelen, und läuft direkt auf das Service-Center zu, das sich im Erdgeschoss des Bibliotheksgebäudes befindet.

Keine Hinterhofatmosphäre

Der größte Platz ersteckt sich zwischen Hörsaalzentrum und mehreren Institutsgebäuden. Parallel sind hier bereits Betonblöcke in Reihen aufgestellt, die noch Holzsitze erhalten und außen von einigen Bäumen flankiert werden. Ruhiger geht es in den Innenhöfen der Gebäude zu. Jeweils eine Magnolie und Hochbeete sorgen für Grün, Sonnenschirme für Schatten und ein wenig Rückzugsmöglichkeiten. Richtig begrünt wird die Hochschule im hinteren Bereich. „Wir wollen keine Hinterhofatmosphäre. Die Hochschule ist von allen Seiten her zugänglich und offen. Egal, von wo man kommt, man sieht immer die Hochschularchitektur.“ Im Oktober sollen auch die letzten Gebäude außen fertig sein, innen im Dezember.

Nachgefragt

>>In der HRW wird es keine Schlüssel mehr geben. Jeder Mitarbeiter erhält einen elektronischen Transponder, programmiert mit einer Berechtigung nur für die Räume, die er betreten darf. Jeden Morgen muss man die Berechtigung an Automaten neu validieren lassen, jeden Abend erlischt die Berechtigung, sodass auch Diebe mit einem solchen Transponder nicht viel anfangen können.>> Die Hochschule wird mit Außenkameras ausgerüstet, die die Fassaden, Zugänge und Durchgangswege kontrollieren können. Um sie zu aktivieren, bedarf es aber noch Zustimmungen der Hochschulgremien.
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