Immobilienkredite deutlich gestiegen

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Erstmals in der 170-jährigen Geschichte nahmen gleich zwei neue Vorstandsmitglieder - Ralf Dammeyer (l.) und Frank Werner (r.) - ihre Arbeit auf. In der Mitte der Vorstandsvorsitzende Martin Weck. (Foto: Sparkasse)

Banker erleben eine spannende Zeit: Heute ist einiges Realität, was man sich vor wenigen Jahren noch nicht vorstellen konnte. Unter anderem ein Leitzins nahe 0 Prozent. Die niedrigen Zinsen schaden den Sparern, beflügeln aber das Kreditgeschäft, vor allem im Immobilienbereich. Und so konnte der Sparkassenvorstand bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2015 Rekordzahlen vermelden.



„Wir haben so viele Menschen ins eigene Heim gebracht wie noch nie zuvor“, freut sich Sparkassenvorstand Ralf Dammeyer. In Zahlen ausgedrückt: 1026 Baufinanzierungen mit einem Ausleihvolumen von 134,9 Millionen Euro wurden im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht, das ist eine Steigerung von 23 Prozent.

Immobilienkredite waren der "Motor" in 2014

Damit ist dieser Bereich der „Motor“ für das Sparkassengeschäft, denn wo die niedrigen Zinsen auf der einen Seite ein mächtiges Plus bringen, beeinträchtigen sie auf der anderen Seite das Geschäft. „Viele Kunden haben Sondertilgungen getätigt, sodass wir Einlagen verloren haben“, erklärt Vorstandsmitglied Frank Werner. Erhöhte Kreditvergaben an Privat- und Firmenkunden haben dieses aber wieder wettgemacht.

Wenig Kreditausfälle

Sehr zufrieden ist man seitens des Vorstands damit, dass es - wie schon im letzten Jahr - unterdurchschnittlich wenige Kreditausfälle gegeben hat. „Mülheims Wirtschaft ist und bleibt stabil“, so Vorstand Frank Werner.
Aber nicht alle Geschäftsbereiche wurden durch den niedrigen Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) beflügelt, der der Sparkasse ein eher durchwachsenes Jahr bescherte. So hielten die Kunden ihre Gelder möglichst liquide. „Wir haben noch nie so viele Kundengelder auf den Girokonten geparkt gehabt wie zurzeit - mangels Alternativen“, erklärt Ralf Dammeyer. Aufgrund der niedrigen Zinsen wissen die Sparer nicht, wohin mit dem Geld.

Die Kundeneinlagen sind um 64 Millionen auf 1,8 Milliarden Euro gestiegen. „Allerdings legen die Kunden kaum längerfristig an“, erklärt Dammeyer.
Eine bessere Rendite gäbe es noch auf dem Aktienmarkt, aber da sind die Deutschen traditionell eher zurückhaltend. Das Börsenjahr 2014 zeigte sich aufgrund der Zinssenkungen der EZB und der Krise in der Ostukraine relativ turbulent - der Dax verzeichnete Sprünge mit einer Differenz von insgesamt 1650 Punkten, schloss aber mit einem Plus von 253 Punkten im Vergleich zum Jahresanfang ab.

Die Sparkasse verzeichnete 2014 ein Wertbestandsvolumen von rund 794 Millionen Euro. Den größten Teil davon machten festverzinsliche Wertpapiere aus (23,43 Prozent), erst dann folgen Aktien (22,19 Prozent).

Neue Finanzkonzept-Beratung umgesetzt

Im letzten Jahr wurde auch die für 2014 angekündigte Finanzkonzept-Beratung umgesetzt. Dabei steht zunächst die genaue Analyse der Lebenssituation und der Bedürfnisse des Kunden im Fokus. Dann folgt eine auf die Bedürfnisse zugeschnittene Empfehlung. „Unser Ziel ist es, das am meisten empfohlene Kreditinstitut in Mülheim zu werden“, betont der Vorstandsvorsitzende Martin Weck. Für zufriedene Kunden soll auch das neue Serviceversprechen sorgen, das man sogar schriftlich in Form eines Flyers erhält: Wer ein nicht funktionierendes SB-Gerät meldet, einen Termin nicht innerhalb von drei Tagen erhält oder länger als drei Arbeitstage auf eine Antwort warten muss und das bei der Sparkasse reklamiert, erhält 10 Euro geschenkt.

Filialen modernisiert

Auch in die Modernisierung der Filialen investiert die Sparkasse weiterhin. 2014 wurde die Sparkasse Holthausen umgebaut, auch in der Dümptener Geschäftsstelle wurden mehr Beratungsplätze geschaffen. Zurzeit läuft der Umbau der Zentrale am Berliner Platz, der noch mehrere Monate andauert und insgesamt vier Millionen Euro kosten wird. Der Schwerpunkt wird zunehmend auf Beratung gelegt, während Service-Plätze weichen. Denn jeder zweite Kunde nutzt bereits Online-Banking. Immer öfter auch über die Sparkassen-App auf dem Smartphone, die es seit vier Jahren gibt und die bereits 9000 Nutzer hat.
Dennoch geht Martin Weck davon aus, dass die Zahl der Sparkassen-Filialen in den nächsten Jahren zweistellig bleibt. „Mit 13 Filialen sind wir für eine Stadt mit unserer Einwohnerzahl eher schon knapp bestückt.“ Investieren würde er gerne in die Filiale im Speldorfer Depot, falls es mit dem neuen Eigentümer dort weitergeht.

Durch den doppelten Abi-Jahrgang hatte die Sparkasse auch mehr Azubis als üblich: 56 junge Menschen lernen dort zurzeit das Bankgeschäft. 17 Auszubildende haben in dieser Woche ihre Prüfungen bestanden. Übernommen werden übrigens alle.
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