Karneval mal "von oben" und das Wetter spielte auch mit

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Mülheimer Woche-Mitarbeiterin Claudia Leyendecker (Mitte) betreute Randy Badu (l.) und Laura Klaasen (r.) auf dem Kinderwagen. (Foto: PR-Fotografie Köhring/AK)

Die beiden Gewinnerkinder waren einer Meinung: „Das war toll.“ Laura Klaasen und Randy Badu hatten bei der Verlosung gewonnen. Sie durften beim Rosenmontags-Umzug auf dem Kinderwagen mitfahren und wurden gleich zu Beginn vom Präsidenten des Hauptausschusses Groß-Mülheimer Karneval begrüßt.

Heiner Jansen erklärte den Kindern, was zu beachten ist. Dann wurden die Boxen befüllt und eine Strategie entwickelt, wie was zu werfen sei. Denn, so erfuhren die beiden Gewinnerkinder, das Wurfmaterial sollte bis zum Ende reichen, also eine Wegstrecke durch die gesamte Innenstadt und eine Stunde und 15 Minuten. Leicht gesagt, leicht getan?

Mit auf dem Kinderwagen dabei waren auch die Kinderprinzen des vergangenen Jahres, da der Umzug 2016 wegen des angekündigten Sturms abgesagt werden musste. Das Team „Kinderwagen“ hatte eine bunte Vielfalt von Süßigkeiten, kleinen und großen Bällen, Quietscheentchen, Stofftieren, Sonnenbällen, Tragetaschen und natürlich Süßes und Pikantes an Bord. Eine Besonderheit hatte der 11. Wagen in der Reihe auch noch zu bieten: Unser Fahrer im Traktor hatte Kartoffelsäckchen gepackt. Aber das kommt später noch.

Und dann ging es los: Die Kaiserstraße runter, vorbei an Pokemons, Einhörnern, Cowboys und anderen verkleideten großen und kleinen Karnevalfans. Das ist es, was man von oben sieht: Die Kostüme und die gute Laune, die vielen Kinder, die vielen Beutel, das emsige Treiben und das Teilen. Die Gesichter der Erwachsenen, die ein Säckchen Kartoffeln entgegennehmen und erst im zweiten Moment mitbekommen, was sie da „geschnappt“ haben, wären ein Foto wert gewesen. Daumen hoch und Gelächter für die Kartoffeln, das wohl ungewöhnlichste Wurfmaterial.

Spätestens an der Schollenstraße mussten die Kinder beim Werfen der Bonbons, Chipstüten und Wasserbälle etwas gebremst werden. Denn da war ungefähr die Hälfte der Strecke erreicht. Keine Reaktion, denn genau dort standen die Klassenkameraden von Randy und was wollten die wohl unbedingt haben? Klar: Die großen Bälle. „Mensch, Randy, wir waren doch immer schon Freunde!“ Und Randy reagierte. Heiß her ging es, als wir aus dem Tunnel unterhalb des Kurt-Schumacher-Platzes rechts wieder in Richtung Leineweber Straße einbogen. „Mensch, hast Du die vielen Menschen gesehen?“ Kurzer Check, was noch übrig ist, die Zeit sagt, noch eine halbe Stunde, die Kartons sind leer. Die einzige Person auf dem Wagen, die gut hausgehaltet hatte, war unsere Laura. Auch dem Prinzenpaar vom vergangenen Jahr waren dann bis zum Handelshof die Vorräte ausgegangen und Laura, die, wenn sie nicht gewonnen hätte, als Funkenmariechen mitgetanzt hätte, warf wohlüberlegt die letzten Kamelle – bis zur Schlossbrücke. Eben doch ein Mülheimer Karnevalsmädchen – durch und durch!

Für die unermüdlichen Begleiter und uns endete der Zug dann auf der Schlossbrücke. Riesige Container warteten dort. Wagen um Wagen entleerten hier die Pappkartons und Plastiktüten. Dann hieß es Abschied nehmen von Laura und Randy und auf die Frage, was denn am meisten beeindruckte, kam einhellig ein „ALLES“. Zwischendurch gab es kaum Gelegenheit, mal etwas Luft zu holen. Ein Team auf einem Karnevalswagen hat wirklich alle Hände voll zu tun... und die Stimme klingt ein wenig rauh – Helau.

Die Fotografen der Mülheimer Woche waren auch unterwegs. Eine Bildergalerie mit über 200 Fotos gibt es hier.

Den Zug vom Straßenrand aus verfolgte Thomas Emons für die Mülheimer Woche. Hier sein Bericht.
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