Literaturlesung in der Talentwerkstatt

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Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Literaturlesung vor der Talenwerkstatt in Styrum; (2.v.l.) Theaterpädagoge Andreas Petri
 
Schülerinnen und Schüler der Willy-Brand-Schule mit Andreas Petri (2.v.l.) und Literaturlehrerin (4.v.l.) Sonja Spanik
12 Schüler und Schülerinnen des 12. Jahrgangs des Literaturkurses der Willy-Brandt-Schule luden Mitte Juni zu einem ersten musikalisch-literarischen Abend in der Talentwerkstatt Styrum ein. Alle Akteure waren anlässlich dieser Premiere ein wenig aufgeregt, das war zu spüren. Sonja Spanik, verantwortliche Lehrerin für den Literaturkurs: „Ich fand es spannend, in den Stadtteil zu gehen. - Ein Spielort wie die Talentwerkstatt ist noch mal eine ganz andere Herausforderung, die eigenen Texte wirklich ernst zu nehmen.“ Denn die Texte werden ja öffentlich vorgetragen.
Die Talentwerkstatt an der Oberhausener Straße ist ein vom Centrum für bürgerschaftliches Engagement (CBE) und dem SWB zur Verfügung gestelltes Ladenlokal, das die Begegnung zwischen Flüchtlingen und Bürgern in Styrum fördert. SWB-Chef Ulf Lennermann: „Als ich die Idee anregte, die Talentwerkstatt zu einem solchen Spielort zu machen, war schon alles in die Wege geleitet.“ Hier – am Standort Styrum – klappt die Zusammenarbeit, so der SWB-Chef. Seit Ostern sind die Willy-Brandt-Schule, der SWB und das Theater an der Ruhr Partner. Der Kooperationsvertrag mit dem Theater wurde offiziell am 29. Mai unterzeichnet.
Sonja Spanik: „Am Donnerstag haben selbst die Leute von der Fahrradwerkstatt mit beim Aufbau geholfen.“ Die Fahrradwerkstatt findet sonst regelmäßig donnerstags statt. Die musste dann mal ausfallen, denn es wurde alles für den großen Abend vorbereitet. Etwa ein Jahr Vorbereitungszeit hat der Literaturabend gekostet. Erst wurden die Texte geschrieben und dann wurde mit dem Mikrofon geübt. Auf der Veranstaltung in der Talentwerkstatt konnten die Lesungen über verschiedene Hörstationen schon im Vorfeld gehörte werden.

Inspirationsquelle für das Schreiben im Literaturkurs der Willy-Brandt-Schule war zunächst die eigene Lebenserfahrung. Schülerin Esranur: „Wir konnten einfach frei schreiben. Das direkte Los-schreiben hat Spaß gemacht.“ Sarah: „Wir haben dabei alle Talent in uns entdeckt, haben uns geöffnet.“ Corinna fand es interessant, ganz in sich gekehrt frei an Texten zu arbeiten.

Andreas Petri, Theaterpädagoge am Theater an der Ruhr, hat dann den Textvorlagen den letzten Schliff gegeben, vor allem als es um den stimmlichen Vortrag ging. Petri: „Wichtig war es, die Scheu zu überwinden und körperlich locker zu werden.“ Entstanden sind Texte ganz unterschiedlicher Art: Gedichte, Geschichten und satirische Texte – auch die Idee eines Romans, der noch auf seine Weiterentwicklung wartet. Andreas Petri stand jeder Schülerin und jedem Schüler beim Vortrag zur Seite, erkundigte sich nach der Intention für den individuellen Text und animierte den einen und anderen jungen Literaten dazu weiterzumachen.

Einmal im Monat würde er persönlich gern einen solchen Abend mit jugendlichen Talenten fortführen. Das hält Sonja Spanik derzeit aber nicht für praktikabel: Ein bis zwei Lesungen pro Jahr als feste Institution könnte aber auch sie sich gut vorstellen. Das Ergebnis der ersten Lesung lässt sich unter: http://soundcloud.com/literaturbrandt/albums nachhören. Mit der Talentwerkstatt Styrum hat die Willi-Brandt-Schule einen neuen Spielort gefunden.
Einige der Literaten nahmen eine Woche nach der Premiere beim NRW-Schultheatertreffen in Aachen teil. Hildegard Schroeter-Spliethoff: „Es ist ein Gewinn, dort eingeladen zu sein.“ Sie und ihre Theatergruppe hatten das Stück der Jubiläums-Gala vom Dezember, das große Resonanz fand, weiterentwickelt. Eine kreative Schule!
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