Martin nur für Erwachsene 

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Martin von Würselen
In den vergangenen Jahren habe ich immer etwas aus dem Martinsbrauchtum eingestellt. Heute mal einige satirische Bilder und einen Text, der unseren Heiligen mit einem kritischen Vorwurf konfrontiert.

Auch der heilige Martin zerstörte Kulturdenkmäler

Waren Heilige Kriegsverbrecher?



Damit keine Missverständnisse entstehen: Ich finde den Martinsbrauch höchst erhaltenswert und setzte mich an verschiedenen Stellen und in verschiedener Form dafür ein. Dennoch sollte man als Erwachsener die ganze Geschichte kennen und sich klarmachen, dass auch der heilige Martin ein Mann seiner Zeit war, der bei der Christianisierung der keltisch-germanischen Urbevölkerung die damaligen Methoden anwandte. Dazu gehörte die Zerstörung von Heiligtümern als Machtdemonstration des neuen Glaubens unter Aufsicht des römischen Militärs. Das können wir nachlesen bei Sulpicius Severus, dem einzigen antiken „Biographen“: "Ein andermal hatte er in einem Dorf einen uralten Tempel zerstört.“
Nach dem Urteil des Internationalen Strafgerichtshof, so liest man gelegentlich, könnte seine Tat heute als Kriegsverbrechen klassifiziert werden. Jedenfalls trägt er mit daran Schuld, dass so wenig von der „heidnischen“ Kultur übrig geblieben ist. Dieses Unrechtsbewusstsein konnte er aber zu seiner Zeit gar nicht haben.
Idealisierungen, denn um eine solche handelt es sich bei der Figur des hl. Martin, werden schon immer belächelt oder als Täuschungen der Menschen abgetan. Ich denke, in diesem Fall, der ja für die Bereitschaft zum Teilen steht, hat sie den Menschen schon jahrhundertelang ein wertvolles Vorbild beschert. Nicht zuletzt auch für unsere Politik!
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4 Kommentare
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Bruni Rentzing aus Düsseldorf | 09.11.2017 | 07:13  
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Franziskus Firla aus Mülheim an der Ruhr | 09.11.2017 | 07:20  
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Bruni Rentzing aus Düsseldorf | 09.11.2017 | 12:21  
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Renate Smirnow-Klaskala aus Essen-Nord | 13.11.2017 | 18:37  
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