„Meister, ich bin fertig, was soll ich jetzt tun?“

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Diese berühmte Frage eines Untergebenen an seinen Vorgesetzten ist in Schmunzelgeschichten verschiedener Mundarten, gereimt und ungereimt, fleißig erzählt worden.

Sie zeigt in einer der Mundart eigenen deftigen Art und Weise, dass Ironie nach hinten losgehen und den angeblich Überlegenen treffen kann, lässt sich aber durchaus auch unter anderen Aspekten sehen.
Klingt es nicht auch wie die Frage eines unterbeschäftigten Jüngers an Jesus? Jesus war ein in dieser Hinsicht guter Arbeitgeber Er forderte von seinen Jüngern unmögliche Sachen wie Nächstenliebe usw. alles Sachen, wo man nicht mit fertig werden kann, und das im zweifachen Sinne.
Nur die Erbauer des Berliner Flughafens, sie nerven uns nicht mit dieser Frage. Sollte man sie loben?
Welcher kindliche Glaube steckt hinter der Frage. Als ginge es darum, was oder wie schnell etwas Aufgegebenes erledigt wird.
Dieses vor Leistungseifer strotzende Verhalten, das man früher Lehrlingen zuerkannte, wird heute allein mit Kita und evtl. noch Grundschule verbunden. Ist das Fortschritt?
Aus gewerkschaftlicher Sicht ist es nicht nur ein unverzeihlicher Leichtsinn, dem Arbeitgeber zu zeigen, dass man einen Auftrag schnell und umstandslos erledigen kann, nein, man ist auch noch ein Kameradenschwein, das die Kollegen dem Verdacht der vorsätzlichen Lohnerschleichung durch Zeitschinderei aussetzt.
Mit brutaler Leistungsbereitschaft wird man eine Stelle ebenso los wie man sie bekommen hat, nämlich schnell.
Außer Trump. Trump wird eines Tages vor Gott stehen und sagen: Ich bin fertig, was soll ich jetzt tun? Und Gott wird ihn fragen: Was hast du denn gemacht? Und er wird antworten: Ich habe groß gemacht!
Wobei wir wieder bei der „nacke Futt“ wären.

Es folgt die Geschichte, die man in Plattkreisen „Döneken“ nennt, was übrigens von „Tun“ kommt.

"Wenn aule Dönekes va’ Ssaan vertellt wäde, dann derf die Cheschechte vam Bäckerme-ister Plönes van de Langembergstroate un van Köbes, ssinnen finnige Leahrjung nee fähle. In de Bäckere-i fing de Arbe-it ömmer chanz fruah aan. Wenn dat Dörp aanfing wacker te wääde, dann woaren se do all voll in de Chäng. Die Stüütsches un Brötsches moaten betitts ut'm Backowen heruut un inne Bäckere-i-Winkel.
Köbes, dän nöie Steef, hadden flietig metcheholpe. He stoan in de Bäckere-i un däm Baas mackden en Pous, öm'n halw Stündsche Schloop noh te hoale. Dä Steef woos nee, wat he nou doone ssall. He leep noh ssinnen Baas un froogden: „Me-ister, wat ssall ick doone?" Dän woar all halw ‘ichedörmelt un ssaach: „Kehr ees däm Backes ut!" Dann nickden he wier in. Et duurden charnee lang, do stoun dä Köbes all wier do un froogden öm: „Me-ister, ick sin fäädig. Wat ssall ick doone?" „Kehr de Stroate!" ssaach Plönes em Halwschloop. Dä
Köbes woar domit innen Tied va’nicks fäädig un stoun all wier vöar ssim Baas un froogden öm: "Me-ister, ick sin fäädig. Wat ssall ick nou doone?" Öm ssin Rauh te kreegen un dä Leahrjung loas te wääde, ssaach Plönes: „Lop noh däm Backes un haul die nacke Futt ut'm Finster ruut!" Dän Steef mackden ssech stracks op’n Wääg un klomm op de Finsterbänke.
Do trock he ssin Buksche rouner un dead, wat öm däm Baas opchedraage hadd. Merr dat duurden nee lange, do stoun Köbes all wier vöar ssinn Baas un froagden öm: „Me-ister, ick ssinn fäädig. Wat ssall ick doone?" „Wat heese denn chedoon?" froag Plönes terück. „Ou hadden me-i doch chessaach, ick ssall die nacke Futt tum Finster ruut haule!"
„Häwwen de Lüüt dat chesehne?" „Jo, dat waal. Do koumen en chanze Riech vörbe-i!" „Bösse waal chesche-it, dou Dommbe-itel? Wat häwwe se denn chessaach?" „Wat se chessaach häwwen? - Chun’ Morge, Herr Plönes!"
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4 Kommentare
Heike Marie Westhofen aus Mülheim an der Ruhr | 20.06.2017 | 07:57  
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Christian Tiemeßen aus Emmerich am Rhein | 20.06.2017 | 08:32  
61.342
Bruni Rentzing aus Düsseldorf | 20.06.2017 | 10:53  
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Claudia Jacobs aus Mülheim an der Ruhr | 20.06.2017 | 17:27  
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