MWB stoppt Run auf Genossenschaftsanteile

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Vorsitzender des Vorstands Frank Esser. (Foto: Foto: MWB)

Das niedrige Marktzinsniveau hat zu einem Ansturm auf Geschäftsanteile der Mülheimer Wohnungsbau Genossenschaft (MWB) geführt. Um diesen zu stoppen, begrenzt der MWB-Vorstand ab dem 1. April die Anzahl der Geschäftsanteile auf fünf Stück pro Mitglied, das entspricht einem Gegenwert von 1.250 Euro.

„Unsere 4 prozentige Dividende hat Strahlkraft weit über Mülheim hinaus, so dass wir mit Kapitalanlagewünschen überhäuft werden“, erklärt Frank Esser, Vorstandsvorsitzender von MWB das Dilemma. „Doch eine Genossenschaft ist eine Vorteilsgemeinschaft und kein Kapitalanlage-Institut! Und die Mitgliedschaft hat folglich nicht das Ziel der Geldanlage.“

Aufgrund der extrem niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt hatten sich zuletzt immer mehr Anleger für die sichere, gut verzinste Anlage ihres Geldes bei MWB entschieden. „Im Vergleich zum Kapitalmarktzins ist unsere Dividende sehr attraktiv. Das lockt Anleger an, die grundsätzlich kein Interesse an einer Wohnung haben, sondern nur ihr Geld in guten Händen wissen wollen“, ist Esser überzeugt.

„Alternativ könnten wir die Höhe der Dividende reduzieren. Aber das möchten wir unseren treuen Mitgliedern nicht zumuten. Seit Jahrzehnten dürfen sie sich auf unsere vier Prozent verlassen und das soll auch so bleiben.“ Das neue Limit betrifft alle Mitglieder. Zuvor war der Kauf von 40 Anteilen im Gegenwert von 10.000 Euro möglich. Für Altmitglieder ändert sich nichts an der Anzahl ihrer Geschäftsanteile, die sie vor dem 1. April erworben haben. Doch auch sie können nach diesem Stichtag keine weiteren Anteile mehr hinzukaufen, wenn sie bereits fünf oder mehr besitzen.

Wie funktioniert eine Wohnungsbaugenossenschaft?


Man wird Mitglied einer Genossenschaft durch Kauf von einem oder mehreren Geschäftsanteilen. Die Höhe des Betrags und die Anzahl der Geschäftsanteile sind in der Satzung festgelegt. Bei MWB hat ein Geschäftsanteil den Wert von 250 Euro. Um eine Wohnung zu bekommen, musste ein (Neu-) Mitglied bislang mindestens fünf, von nun an muss es genau fünf Anteile halten. Jedes Mitglied hat – unabhängig von der Anzahl seiner Geschäftsanteile – nur eine Stimme. Dadurch sind Genossenschaften - anders als Kapitalgesellschaften - gegen Übernahmen gefeit. „Die Übernahme-Auseinandersetzungen der Deutsche Wohnen AG durch Deutschlands größten Wohnungskonzern Vonovia SE (Eine Fusion aus Deutsche Annington und Gagfah) zeigen deutlich, wie schnell das geht“, erläutert Esser. „Aber genau das kann bei einer Genossenschaft nicht passieren.“
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