RWW feiert 100 Jahre

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(Foto: PR-Foto Köhring/PK)

Digitalkameras gibt es noch nicht lange. Zum Glück, resümierte Kabarettist Kai Magnus Sting am Samstag bei der 100-Jahr-Feier der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft. Denn sonst müsste man anstelle der drei historischen, an die Wand geworfenen Fotos 30.000 anschauen.

Geladene Gäste aus den Kommunen, Wirtschaft und Politik, darunter auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, ließen sich von dem Duisburger Kabarettisten mit launischer Moderation durch das Festprogramm führen. RWW-Geschäftsführer Dr. Franz-Josef Schulte begrüßte die Gäste im Aquatorium in Styrum. Er erinnerte an die Zeit vor 100 Jahren, als eine hygienische Wasserversorgung der damals rund zweieinhalb Millionen Menschen im Ruhrgebiet noch Utopie war.

Am 1. Januar 1913 wurde die Wasserwerksgesellschaft gegründet mit der Stadt Mülheim, dem Kreis Recklinghausen und dem RWE als Gesellschafter. Heute gehören auch die Kommunen Bottrop, Gladbeck und Oberhausen dazu.
„Nicht nur die Industrie benötigte Wasser, auch für die Menschen war sauberes Trinkwasser lebensnotwendig“, betonte Schulte. Trotz der Kriegswirren und den damit verbundenen Problemen entwickelte sich die RWW stetig weiter. „Wir haben Geschichte geschrieben“, ist Schulte stolz. Heute versorgt RWW rund 825.000 Menschen und zahlreiche Betriebe mit Trinkwasser, das Leitungsnetz umfasst 3.000 Kilometer. War damals eine zuverlässige Wasserversorgung Luxus, so ist sie heute selbstverständlich.

Auch Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Böddeling lobte das Erreichte und verwies auf das Jahr 2002, als RWE die Mehrheitsanteile an RWW erwarb und beide Gesellschaften ihr Know-How unter einem Dach bündelten. Man könne stolz darauf sein, dass 83 Prozent der Kunden sich zufrieden mit der Wasserversorgung zeigten und gar 85 Prozent die Noten „gut“ und „sehr gut“ für die Wasserqualität vergaben.

Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld erinnerte daran, dass RWW auch ein wichtiger Arbeitgeber in der Region sei und mit seinen Aufträgen an die Wirtschaft vor Ort Arbeitsplätze sichere. Mit sozialem Engagement und den Museen Aquarius und Haus Ruhrnatur bereichere RWW das Angebot in Mülheim. Herausragend sei auch die Innovation, die von dem Mülheimer Unternehmen ausgeht. Das hier entwickelte Mülheimer Verfahren, mit dem das Wasser nicht mehr mit Chlor, sondern biologisch gereinigt wird, ist seit den 80er-Jahren weltbekannt geworden.

NRW-Ministerpräsident Hannelore Kraft beschloss den Reigen der Festredner. Das Ruhrgebiet zeige, dass Ökologie keine Bremse sondern auch Wachstumsmotor sein könne. Es blieben aber auch Herausforderungen bei der Wasserreinigung. Dazu zählt sie die Rückstände von Medikamenten oder die Nanoteilchen, die durch Abrieb ins Trinkwasser gelangen. Gern gehört war ihr Statement gegen Fracking in NRW mit Chemikalien und das Bekenntnis gegen die Privatisierung der Wasserwirtschaft, die die EU im Moment anstrebt. „Wir brauchen keine EU-Lösung, die Wasserversorgung darf nicht nur wirtschaftlich gesehen werden.“ Der Beifall war ihr sicher.
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