Sturmtief "Niklas" und seine Folgen in Mülheim - Plötzlich stand ein Dixiklo auf der Fahrbahn

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Dieses Foto hat eine Leserin in der Wilhelminenstraße aufgenommen. (Foto: A. Gaida)
 
Vom Sturmtief Niklas gebeugt wurden diese Bäume an der Kappenstraße. Aufgenommen hat das Foto am Dienstag Leserin Susanne Goede-Sahin. (Foto: Goede-Sahin)
Mülheim: Wilhelminenstraße |

Sturmtief „Niklas“ hatte seit der Nacht vom 30. auf den 31. März das Revier, Mülheim an der Ruhr aber vor allem auch den Bahnverkehr fest im Griff. Lesen Sie hier eine Zusammenfassung, was Polizei und Feuerwehr und Bahnreisende alles erleiden mussten.



Die Mülheimer Woche war am Dienstag Nachmittag am Mülheimer Hauptbahnhof unterwegs und sammelte Stimmen und Eindrücke: Viele Bahnreisende standen angesichts des kompletten Zugausfalls im Nahverkehr in NRW vor der Frage, wie sie ihr Ziel erreichen könnten. Schüler Nils meinte:„Ich habe das Glück, dass meine Eltern mich jetzt abholen können. Wenn nicht, dann hätte ich ein echtes Problem und wüsste nicht, wie ich nach Hause kommen soll.“
Die Reisenden standen an diesem Tag vor dem Rätsel: Wie und vor allem wann komme ich wohin? Einen Rentner traf es besonders hart. Er wollte von Düsseldorf nach Castrop-Rauxel, schaffte es zunächst nach Duisburg und strandete dann in Mülheim. Lange war nicht sicher, wann er über Essen weiter reisen konnte.
Großer Beliebtheit erfreute sich in den Stunden des Bahnstillstands die U18. Viele Gestrandete in Mülheim nutzten die Bahn, um erst einmal nach Essen zu kommen, um von dort eine Möglichkeit zu finden, ihr Ziel doch noch zu erreichen.Zumindest bis 18 Uhr waren die Chancen im Nahverkehr aber auch in Essen genauso gut oder schlecht wie in Mülheim. Ab 18 Uhr rollte der Nahverkehr wieder langsam an. Neben den U- und Straßenbahnen profitierten in Zeiten des Ausfalls die Taxifahrer. Aber auch die Anbieter von Linienbusfahrten vermerkten einen Anstieg an spontanen Buchungen in Dortmund und Essen.

U-Bahnen, Taxis und Linienbusse erfreuten sich großer Beliebtheit


Auf der Duisburger Straße wurde ein Fußgänger von einem gelösten Baustellenschild am Kopf getroffen und dabei so schwer verletzt, dass er zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht wurde. Dies war nur einer der Einsätze, die die Feuerwehr Mülheim im Laufe des Tages im Zusammenhang mit dem Sturmtief „Niklas“ zu bewältigen hatte. Bis 22 Uhr wurden 40 Einsatzstellen im Bereich der direkten Sturmschäden durch die Berufs- und Freiwillige Feuerwehr bewältigt. Zu Spitzenzeiten zeigte die Wetterstation der Feuerwache Windböen mit einer maximalen Geschwindigkeit von mehr als 90 Kilometern in der Stunde an.
Einsatzschwerpunkt der Feuerwehr war klar im Bereich des Sicherns und Entfernens von Gefahrenbäumen anzusiedeln. Besonders ist in diesem Zusammenhang eine 25 Meter hohe Eiche zu erwähnen, die auf ein Wohnhaus an der Monningstraße zu stürzen drohte und die Einsatzkräfte dort über mehrere Stunden beschäftigte. An der Holthauser Höhe drohte eine Birke auf die Straße zu fallen. Durch den gefallenen Regen in den vergangenen Tagen waren die Böden aufgeweicht, was dazu führte, dass die betroffenen Bäume keinen Halt mehr finden konnten.

„Da lagen Plakatwände und eine mobile Toilette auf der Straße.“
Peter Elke, Pressesprecher Polizei Mülheim/Essen


Zweithäufigster Einsatzgrund für die Feuerwehr war die Sicherung von losen Bauteilen. In der Altstadt musste eine Abdeckung eines Kamins von der Feuerwehr entfernt werden, da sich die Halterungen zur Hälfte gelöst hatten und eine weitere Loslösung nicht auszuschließen war. Noch während des Mittwochs arbeiteten die Mitarbeiter der Feuerwehr in ganz Mülheim die letzten Einsatzstellen im Rahmen des Sturmtiefs ab. Reichlich zu tun hatte auch die Polizei in Essen und Mülheim. Zum Redaktionsschluss hatte Pressesprecher Peter Elke noch keine gesonderten Zahlen für Mülheim. Insgesamt rückte die Polizei in beiden Städten zu 108 sturmbedingten Einsätzen aus. Neben der Sicherung von Bäumen und Ästen, meist in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und dem THW, gab es aber die auch eine oder andere Kuriosität. Peter Elke berichtet: „Wir mussten uns auch um diverse Verkehrsunfälle als direkte Folge des Sturms kümmern. So lagen Plakatwände und auch eine mobile Toilette plötzlich auf der Straße und verursachten Unfälle.“

Mehr zum Thema:
Den Ticker zum Sturmdienstag mit der Einstellung des Regionalverkehrs der Bahn finden Sie hier.
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