Trauer um Horst van Emmerich: Er war SWB-Chef und Geschäftsführer der Müga

Anzeige
Horst van Emmerich 1928-2017 (Foto Emons)
 
Dagmar (Mitte) und Horst van Emmerich mit jungen weißrussischen Gästen der Mülheimer Initiative Tschernobyl-Kinder im Juli 2006. (Foto Emons)

Mülheim trauert um Horst van Emmerich. Wie jetzt bekannt wurde, ist der ehemalige Geschäftsführer der kommunalen Wohnungsbau- und Vermietungsgesellschaft SWB bereits am 22. Februar im Alter von 88 Jahren gestorben.

Horst van Emmerich war eine markante Persönlichkeit, voller Tatkraft und Visionen, die keine Angst hatte, anzuecken. Nicht nur an der Spitze der SWB, in den Jahren 1966 bis 1991 setzte der 1928 in Oberhausen und ab 1946 in der Mülheimer Bauverwaltung tätige van Emmerich wichtige Akzente. In seine Zeit auf dem Chefsessel der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft fielen unter anderem der Bau der SWB-Hochhäuser am Hans-Böckler-Platz, die Errichtung zahlreicher Altentagesstätten und der Wohnungsbau im Rahmen der Restaurierung von Kloster Saarn während der 80er Jahre. Kritik zog der SWB-Geschäftsführer auf sich, als das alte Löwenhof-Kino Anfang der 80er der neuen SWB-Firmenzentrale weichen musste.

Vielseitiges Engagement

Der Mülheimer Journalist Franz Rolf Krapp schrieb 1983 über van Emmerichs Zeit als SWB-Geschäftsführer: "Das Unternehmen nahm unter seiner Führung eine stürmische Entwicklung. Die Pflege und Verwaltung des vorhandenen Bestandes von Wohneinheiten, die Fortentwicklung der Bautätigkeit, die einsetzenden sehr umfangreichen Modernisierungs- und Sanierungsaktionen bildeten nur einen Teil der Tätigkeit der Gesellschaft. Horst van Emmerich widmete sich auch der Versorgung sozialer Randgruppen, wie Obdachlosen, kinderreichen Familien, Ausländern, alten und behinderten Menschen. Mehrere Altenvereine standen unter seiner Regie. Von den heute in Mülheim bestehenden 16 Altentagesstätten, hat die SWB in seiner Tätigkeit elf errichtet."

In den späten 80er und frühen 90er Jahren leistete er als Geschäftsführer der Müga-Gesellschaft einen wesentlichen Beitrag dazu, dass im Rahmen der Landesgartenschau von 1992 Brachflächen in blühende Landschaften verwandelt werden konnten und die grüne Stadt an der Ruhr einen wichtigen Naherholungsort und Anziehungspunkt dazu gewann. Während der Landesgartenschau machte es van Emmerich möglich, dass ehemalige Boote der Nationalen Volksarmee der DDR als Ausflugsboote auf der Ruhr eingesetzt werden konnten.

Ab 1992 unterstützte van Emmerich auch seine Frau Dagmar bei ihrem ehrenamtlichen Engagement zum Aufbau einer Tschernobyl-Initiative, die sich bis heute um die Unterstützung der Menschen kümmert, die auch im Jahr 2017 noch unter den Folgen der Reaktorkatastrophe von 1986 leiden. In den Jahren nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 war van Emmerich zusätzlich im ostdeutschen Wohnungsbau aktiv.

Nicht unumstritten bleib seine Tätigkeit als Geschäftsführer der von der SWB und der Sparkasse getragenen Gesellschaft für Sanierung und Entwicklung, nachdem es Anfang der 90er Jahre beim Umbau der Alten Post zum städtischen Kunstmuseum aufgrund einer unzureichenden Klimaanlage zu Mehrkosten und der Beschädigung von Kunstwerken gekommen war.

Freund der Freilichtbühne und der Altstadt

Ehrenamtlich engagierte sich van Emmerich, der seit 1968 der SPD angehörte, in den frühen 2000er Jahren als Vorsitzender der inzwischen aufgelösten Fördervereine zur Wiederbelebung der Freilichtbühne und der Altstadt. Die Freilichtbühne an der Dimbeck wird inzwischen von der Regler-Produktion betrieben, die bereits in van Emmerichs Zeiten mit dem Verein der Freunde der Freilichtbühne zusammengearbeitet hatte. Auch wenn van Emmerichs ursprüngliche Idee, der Freilichtbühne ein Dach zu geben, aus finanziellen Gründen scheiterte, leistete er unter anderem mit einem attraktiven Veranstaltungsprogramm und der Auflage einer Bürgeraktie einen Beitrag dazu, dass die Freilichtbühne wieder ins Bewusstsein der Mülheimer rückte.

Als Vorsitzender der Freunde der Mülheimer Altstadt hat Horst van Emmerich vor über zehn Jahren dafür gesorgt, dass die Jobs-Statue, die über Jahrzehnte in einem Blumenbeet an der Friedrichstraße gestanden hatte, auf ihren ursprünglichen Platz, auf einem Brunnen vor der Petrikiche zurückkehren konnte. Dort hatte sie bereits vor dem großen Luftangriff vom 22./23. Juni 1943 gestanden.
Thomas Emons

0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.