UPDATE: Keine Hoffnung mehr auf lebende Rettung von Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub

Karl-Erivan Haub wird seit Samstag vermisst. Die Familie glaubt nicht mehr an eine Überlebenschance des 58-Jährigen. | Foto: Tengelmann
  • Karl-Erivan Haub wird seit Samstag vermisst. Die Familie glaubt nicht mehr an eine Überlebenschance des 58-Jährigen.
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Das Jahr 2018 entwickelt sich zu einem traumatischen für die Mülheimer Tengelmann-Familie. Nachdem am 6. März unerwartet Senior Erivan Haub mit 85 Jahren auf seiner Ranch in Amerika starb, wird seit Samstagnachmittag, 7. April, sein Sohn und Firmenchef Karl-Erivan Haub vermisst. 

Wie zunächst das Handelsblatt und die Schweizer "Blick" berichteten, ist der 58-jährige in einem Skigebiet am Matterhorn im italienisch-schweizerischen Grenzgebiet in eine Seilbahn gestiegen. Der Unternehmer ist passionierter Skitourengeher und wollte laut "Blick" für die sogenannte Patrouille des Glaciers trainieren, einem traditionellen Skitourenrennen, das am 17. April stattfindet. Dabei war er mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem hochalpinen Gebiet abseits gesicherter Pisten unterwegs.

Update am Freitag, 13. April:

Trotz fieberhafter und technisch sowie personell bestens ausgerüsteter Suche konnten die
beteiligten Rettungsmannschaften von Zermatt und aus dem Aosta-Tal Haub bislang nicht finden. Die Suche wird weiterhin fortgesetzt, um Karl-Erivan Haub unbedingt zu bergen. Das Familienunternehmenübernimmt selbstverständlich auch dafür alle anfallenden Kosten.„Dieses Unglück ist sowohl für die Familie Haub, als auch das gesamte 
Familienunternehmen eine furchtbare und für alle unfassbare Tragödie“, sagt Sieglinde
Schuchardt, Pressesprecherin der Unternehmensgruppe Tengelmann.

Suche am Donnerstag wegen Sturm ausgesetzt und heute wieder aufgenommen 

Am Freitagmorgen, 13. April, wurde die Suche nach dem Vermissten am Kleinen Matterhorn fortgesetzt. Am gestrigen Donnerstag konnten die Rettungskräfte aufgrund eines starken Sturms oberhalb des Ortes Zermatt nichts ausrichten. 

Die Hoffnungen, Haub in einer Höhe von rund 3.800 Metern noch lebend zu finden, sind dabei von Tag von Tag gesunken. Nach übereinstimmenden Berichten trug der 58-Jährige bei seinem Verschwinden nur verhältnismäßig leichte Skibekleidung, in den Nächten sank die Temperatur im betreffenden Gebiet bis in den zweistelligen Minusbereich.

Ein Lawinenunglück gilt es als unwahrscheinlich, entsprechende Abgänge wurden im relevanten Zeitraum im betreffenden Gebiet nicht registriert. Möglich wäre ein Absturz in eine Gletscherspalte.

Der Unternehmer Karl-Erivan-Haub, der das milliardenschwere Mülheimer Unternehmen in fünfter Generation führt, gehört zu den 100 reichsten Menschen der Welt. Er lebt mit seiner Frau Katrin und den beiden Kindern in Köln. Der am 2. März 1960 in Tacoma im US-Bundesstaat Washington geborene Sohn des kürzlich gestorbenen Unternehmers Erivan Haub hatte Ende der 1990er Jahre die Führung übernommen und Tengelmann drastisch umgebaut. Er verkaufte den Lebensmittelhandel Plus und Kaisers Tengelmann und setzt stattdessen verstärkt auf den Onlinehandel.

Tengelmann ist eines der weltweit bedeutendsten Handelsunternehmen. Heute gehören zur Unternehmensgruppe 73 Beteiligungen, die einen Umsatz von etwa 30 Milliarden Euro erwirtschaften und mehr als 215 000 Mitarbeiter beschäftigen. Zum Firmenverbund zählen unter anderen der Textildiscounter Kik und die OBI-Baumärkte sowie Beteiligungen an Online-Unternehmen wie babymarkt.de und Zalando. Vor eineinhalb Jahren trennte sich das Unternehmen von den Lebensmittelmärkten Kaiser's Tengelmann.

Autor:

Regina Tempel aus Mülheim an der Ruhr

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