YouTuber begeistert Schüler für Chemie

Anzeige
Dass man YouTube auch zum Lernen nutzen kann, bewies der Workshop an der Luisenschule. (Foto: Joshua Belack)
 
Dank YouTube begeisterten sich auch jüngere Schüler für den Workshop. (Foto: Joshua Belack)

Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Instagram gehören für die heutigen Schüler zum Alltag dazu. Auch Googles Videokanal „YouTube“ wird zunehmend auch für das Lernen benutzt. Spektakuläre und gut erklärende Videos zu Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, kurz MINT, lassen das Interesse der Schüler an die Unterrichtsfächer wachsen. Um den Schülern des Chemie-Projektkurses an der Luisenschule das Making of eines professionellen YouTube-Videos zu erklären und gemeinsam spannende Experimente zu filmen, fand Ende November ein Workshop an der Luisenschule statt.

Durch die Förderung des zdi-Netzwerks gelang es dem Kurs rund um Projektkursleiterin Doktor Beate Schulte den MINT-YouTuber „Techtastisch“ aus Berlin einzuladen. Auf seinem Kanal präsentiert der Berliner seinen 350.000 Abonennten regelmässig spannende und spektakuläre chemische und physikalische Experimente. „Ich habe mir zur Aufgabe gemacht die Leute mithilfe von spannenden Experimenten für Naturwissenschaften zu begeistern“, so Marcel Häfele, alias „Techtastisch“.

Über den Kurs hinaus

Knapp 30 Schüler sind beim Workshop dabei und lauschen und experimentieren gemeinsam mit Marcel Häfele. „Normalerweise sind in diesem Chemieprojektkurs nur 19 Schüler aus der elften Klasse. Aber als einige jüngere vom Workshop erfahren haben, wollten sie unbedingt dabei sein“, erklärt Doktor Beate Schulte lächelnd. „Vor allem für Marcel Häfele ist es dabei überraschend, wie viele Mädchen heute da sind“. „Ich habe grossen Respekt vor den Schülern, dass sie auch extra für den Workshop samstags zur Schule kommen“, erzählt Marcel Häfele.

Den Kontakt zum selbstständigen YouTuber kam im Sommer auf dem „Youth Science Camp“ des zdi-Netzwerks in Duisburg. „Dort waren auch viele YouTuber und meine Schüler sind einfach auf Marcel Häfele zugegangen und haben ihn an unsere Schule eingeladen“, erinnert sich Doktor Beate Schulte.

Seit acht Jahren macht Marcel Häfele schon Videos, drei Jahre davon gibt es den Kanal „Techtastisch“. Für ihn sei es der erste Workshop in dieser Art. „Aber es macht mir sehr viel Spass mit den Schülern zu interagieren und gemeinsam zu erleben wie spannend Chemie sein kann“. Bevor Marcel Häfele mit YouTube selbstständig geworden ist hat er eine technische Ausbildung absolviert, um ein zweites Standbein zu haben. „Wer mit YouTube erfolgreich sein will brauch extrem lange dafür“, betont Marcel Häfele. „Daher sollte es anfangs wirklich lediglich als Hobby betrieben werden“.

Lehrmethoden ändern

Als der Chemieprojektkurs zum Youth Science Camp eingeladen wurde, ging es zentral um die Fragestellung: „Wie kann der Unterricht besser gestaltet werden“. „Wenn wir uns die Unterrichtsbücher von vor 15 Jahren anschauen, bemerken wir schon einen deutlichen Unterschied. Heute finden viel mehr Beispiele aus dem Alltag ihren Weg in die Lehrbücher“, erläutert Doktor Beate Schulte. „Trotzdem empfehle ich den Schülern auch, sich YouTube-Videos zu bestimmten Lernstoffen noch einmal anzuschauen wenn etwas nicht verstanden wurde. Durch die andere heransgehensweise und Ausführung können die Schüler so das Thema vielleicht besser verstehen“.

Beim Workshop mit Marcel Häfele ist das Hauptthema „Feuer“. Aufgrund der Unkontrollierbarkeit sei das Element sehr faszinierend, so Doktor Beate Schulte. Dabei werden Materialien wie Bleistiftminen, Strohhalme, Styropor, Babybel, Schokolade und Stahlwolle mit verflüssigtem Kaliumchlorid gemischt. „Kaliumchlorid brennt zwar nicht selbst ist aber branndfördernd“, erklärt Doktor Beate Schulte. Die Schüler beobachten gespannt die Reaktion der verschiedensten Materialien mit der erhitzten Chemikalie hinter einem Abzug mit Sicherheitsglas. Im Anschluss wird besprochen was passiert ist und wie es zu der Reaktion kommen konnte.

Die Schüler helfen Marcel Häfele nicht nur bei den Experimenten, sondern auch bei der Produktion der Videos für seinen Kanal. Die Aufnahmen schneidet „Techtastisch“ in seinem Studio in Berlin zusammen und vertont diese anschliessend professionell. Die Videos werden dann auf seinem Kanal sowie auf der Homepage der Luisenschule zu sehen sein.

Link zu „Techtastisch“: https://www.youtube.com/user/Techtastisch
Link zur Luisenschule: http://www.luisenschule-mh.de/
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.