„Zukunftsstarter“ wird verlängert

Im Projekt „Zukunftsstarter“ finden auch junge Erwachsene noch die Möglichkeit der Fort- udn Ausbildung. (Foto: Arbeitsagentur)

Agentur für Arbeit unterstützt Initiative „Erstausbildung junger Erwachsener“

Mit rund 100.000 Eintritten in Fördermaßnahmen innerhalb von drei Jahren kann das Programm „Ausbildung wird was - Spätstarter gesucht“ eine positive Bilanz ziehen.

Die gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des Verwaltungsrates der BA wird deshalb unter neuem Namen und mit erweiterten Fördermöglichkeiten fortgesetzt.

Im Programm „Spätstarter gesucht“ wurden seit Anfang 2013 junge Menschen zwischen 25 und 35 Jahren ohne Berufsausbildung angesprochen. Ziel war und ist es, sie für den nachträglichen Erwerb eines Berufsabschlusses zu gewinnen. Sie sollen die Möglichkeit bekommen, sich durch Weiterbildung eine bessere Voraussetzung für ihr weiteres Erwerbsleben zu erarbeiten.

Das Programm „Spätstarter“ soll nun mit verstärktem Engagement und unter dem neuen Namen „Zukunftsstarter“ fortgesetzt werden. Ziel ist, bis Ende 2020 120.000 junge Teilnehmer für eine Aus- und Weiterbildung mit dem Ziel eines Berufsabschlusses zu gewinnen.

„Junge Erwachsene ohne berufliche Ausbildung werden mit der Verlängerung des Projektes auch weiterhin verstärkt in den Blickpunkt unserer Arbeit rücken. Zum einen, weil ihnen noch ein Erwerbsleben von 30 bis 40 Jahren bevorsteht und zum anderen, weil die Wirtschaft in der Zukunft nach diesen Fachkräften sucht“, erläutert Jürgen Koch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Oberhausen. „Es ist immer noch herausfordernd, Betriebe davon zu überzeugen, bereits lebensältere Personen, die nicht frisch von der Schule kommen, auszubilden. Ein Vorteil ist zum Beispiel die bereits erworbene Lebenserfahrung durch Betriebspraktika, begonnene Studiengänge oder Ausbildungen. Auch für die Umschüler selbst ist es eine Herausforderung, noch mit 35 Jahren die Schulbank zu drücken, auf der ansonsten eher jüngere Azubis mit Anfang 20 sitzen. Aber mit Blick in die Zukunft lohnt es sich – für beide Seiten“, weiß Jürgen Koch.

Gelohnt hat es sich auch für Robin Schiffmann aus Mülheim. Als ihm im Mai 2015 seine Arbeitsvermittlerin den Vorschlag einer betrieblichen Umschulung unterbreitete, hatte er zunächst Bedenken. „Ich dachte, ich solle nun von dem Ausbildungsgehalt leben. Das wäre mir doch schwer gefallen, schließlich hatte ich mit Mitte 20 schon eine eigene Wohnung.“ Nachdem er aber erfuhr, dass die Arbeitsagentur das Ausbildungsgehalt bis zu der Höhe seines Arbeitslosengeldes aufstockt, freundete er sich mit dem Gedanken an: „Ohne die Unterstützung hätte ich die betriebliche Umschulung wohl nicht begonnen“, betont Schiffmann.
Der 28-Jährige hatte nach dem Abitur (2008) und einem berufsvorbereitenden sozialen Jahr zunächst als Heilerziehungspflegehelfer gearbeitet. Diese Tätigkeit erfüllte ihn und machte ihm Spaß. Parallel studierte der Mülheimer noch Sonderpädagogik an der Universität Dortmund. Aus zeitlichen Gründen brach er das Studium allerdings ab. „Schweren Herzens habe ich mich dann dazu entschieden, auch meine Stelle bei einer caritativen Einrichtung aufzugeben, da ich der seelischen Belastung einfach nicht mehr gewachsen war. Nun stand ich mit Mitte 20 ohne Perspektive dar.“

Nachdem seine Arbeitsvermittlerin ihm die Möglichkeiten aufzeigte, ergab sich für den Hobby-Schrauber die Chance, in dem Mülheimer Kfz-Betrieb GT Autoservice GbR eine Probearbeit zu absolvieren. Kurz darauf, am 1. Oktober 2015, konnte der damals 27-Jährige in seine betriebliche Umschulung starten.
„Aufgrund meiner Hochschulreife, kann ich die Ausbildung direkt auf zweieinhalb Jahre verkürzen“, freut sich Robin Schiffmann. „In der Berufsschule bin ich der Älteste, aber das stört mich nicht. Ganz im Gegenteil, ich kann meine bisherige Lebens- und Berufserfahrung gut einbringen und die anderen Schüler auch mal motivieren beziehungsweise ihnen helfen. Meine Zwischenprüfung im Mai habe ich mit Bravour bestanden. Ich bin sehr glücklich mit der Entscheidung und bin dankbar für die unkomplizierte Unterstützung der Arbeitsagentur.“

Auch der Umschulungsbetrieb GT Autoservice GbR freut sich über die Verstärkung: „Wir sind ein kleiner Familienbetrieb und kennen Herrn Schiffmann schon sehr lange. Für uns war es gar keine Frage, ihm diese Chance zu geben. Er ist in jedem Fall hoch motiviert, und wir profitieren von seiner bisherigen Lebenserfahrung. Das ist schon etwas Besonderes im Vergleich zu den Schülern, die direkt von der Schule in die Ausbildung kommen“, so Geschäftsführer Gert Kleinbrahm.

Interessierte Betriebe können sich an den Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Oberhausen/Mülheim an der Ruhr wenden: 0800/45555 20.

Kunden der Arbeitsagentur, die mehr über die Möglichkeiten einer Umschulung erfahren möchten, erhalten alle Informationen bei den Arbeitsvermittlern.

Weitere Informationen zu den Unterstützungsangeboten der Arbeitsagentur gibt es online: www.arbeitsagentur.de (Bürgerinnen & Bürger – Weiterbildung) und auch mobil in der BA-APP „bringt weiter“.
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