Den Vandalismus eindämmen: Bürger, gebt acht!

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Ein Feuer im Landschaftsschutzgebiet... (Foto: PR-Foto Köhring/PK)
 
Vom Zaun stehen nur noch wenige Pfosten. (Foto: PR-Foto Köhring/PK)

Direkt hinter der Flora an der Dohne führt die Fußgängerbrücke in das Landschaftsschutzgebiet der Saarner Ruhrauen. Eine landschaftliche Perle in direkter Nachbarschaft zur Innenstadt. Leider gibt es immer wieder Menschen, die diese Perle nicht zu schätzen wissen. Regelmäßig beklagt die Stadt Schäden an Zäunen, Schildern und Gehölz.

Montag, strahlender Sonnenschein. Während Hubert Weiler, Abteilungsleiter der Unteren Landschaftsbehörde, den Journalisten auf der Florabrücke die Problematik erläutert, fährt ein Fahrradfahrer nach dem anderen vorbei. Schon das ist nicht gestattet. Entsprechende Beschilderungen, die darauf hinweisen, dass Fahrradfahrer schieben müssen, werden ignoriert. Oder sind beschmiert und zugeklebt, so dass sie nicht mehr lesbar sind.

Abendlicher Treffpunkt

Direkt rechts hinter der Florabrücke fällt der Blick auf die Betriebsanlage des Walzwerkes. Was aussieht wie eine Plattform am Wasser, ist inzwischen ein beliebter abendlicher Treffpunkt geworden. Ein ausgebranntes Feuer zeugt vom nächtlichen Treiben. Dabei ist sogar das Betreten dieses Bereiches nicht gestattet, denn er liegt außerhalb des Weges. Ausgenommen die Angler, die am Ruhrufer fischen dürfen, sofern sie im Besitz einer gültigen Fischereierlaubnis sind.

Brutstätte des Eisvogels

Nahe der Florabrücke brütet in den Saarner Ruhrauen am Mühlenbach der seltene Eisvogel. Um ihn zu schützen, hat die Stadt am Wegesrand über eine Länge von 70 Metern in diesem Jahr einen Schutzzaun aufgestellt. Vergebens.
Der Draht ist schon wieder abgeschnitten, die Holzpfähle zum Teil ausgegraben und verschwunden. Ein Trampelpfad führt direkt in das Naturschutzgebiet bis zum Ruhrufer.

Zerstörungswut in Saarner Ruhrauen

„Wir möchten den Zaun gerne wieder ersetzen, aber wir wollen vorher die Bevölkerung sensibilisieren“, erklärt Hubert Weiler. Die Frustration ist ihm anzumerken: „Ich bin seit 35 Jahren bei der Stadt. Und immer wieder müssen wir von unserem schmalen Budget neue Schilder und Zäune aufstellen.“ Nicht nur an der sogenannten „Eisvogelwand“.

Auch am „Entenschnabel“, einer Landzunge am Rande des Badestrandes unterhalb der Mendener Brücke, macht die Zerstötungswut nicht halt. Dort wurde im letzten Jahr ein doppelter Zaun samt dazwischen gepflanzten Weißdorngewächsen komplett demoliert, alle Pflanzen herausgerissen.
Fast alle Schilder in dem Gebiet sind nicht mehr lesbar. „Bitte nicht betreten und befahren. Naturschutz“ steht ursprünglich auf einem noch in diesem Jahr aufgestellten Schild. Das „nicht“ ist bereits weggekratzt. Die Schäden summieren sich im Jahr. Allein die Erneuerung des Zaunes an der „Eisvogelwand“ kostet über 1000 Euro.

Beobachtungen melden

„Deshalb bitten wir die Spaziergänger, Vandalismus zu melden, wenn sie etwas sehen“, appelliert Weiler. Unter der Woche ist Ansprechpartner das Kommunikationscenter (Tel. 455-1644), das Hinweise an die richtige Stelle weiterleitet, bei einer aktiv beobachteten Zerstörung am Wochenende sollte das der Polizei gemeldet werden.

Angler werden auch kontrolliert

Unterstützung erhält die Untere Landschaftsbehörde dabei von der Interessengemeinschaft der Fischereivereine Untere Ruhr.
„Wir werden in Zukunft noch strenger kontrollieren, ob die Angler am Ruhrufer auch die entsprechende Erlaubnis besitzen“, erklärt Vorsitzender Jochen Keienburg. Denn im Gegensatz zu normalen Spaziergängern dürfen sie die Wege verlassen, um zu den Angelplätzen zu gelangen. Verzichtet haben die Angler aber auf ihr Recht, durch das Naturschutzgebiet am Mühlenbach zum Ruhrufer zu kommen - dem Eisvogel und anderen seltenen Tierarten in dem Gebiet zuliebe.
Dafür wurde im Einlaufbereich des Baches in die Ruhr eine Furt aufgeschüttet, durch die Angler auf die andere Seite gelangen können. „In Zukunft sollen dort aber nur noch Angler mit einem Jahresfischereierlaubnisschein Zutritt haben, nicht mehr Angler mit Tagessschein.“ Wer bei Kontrollen auffällt, muss mit disziplinarischen Mitteln wie dem Entzug des Anglerscheines rechnen.
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Manfred Jozkowiak aus Mülheim an der Ruhr | 29.05.2013 | 12:36  
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