Einsatz für den Umwelt- und Naturschutz

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Der Schutz der Kröten durch den Schrankendienst ist eine der wichtigsten Aufgaben des BUND.

Knapp 200 Mitglieder zählt der BUND für Umwelt und Naturschutz, Kreisgruppe Mülheim. Dennoch sind lediglich zehn Mitglieder aktiv und packen bei der praktischen Naturschutzarbeit mit an.



1984, als man sich zum ersten Mal in der Heinrich-Thöne-Volkshochschule traf, sah das noch ganz anders aus, wie Dr. Peter Keil, Sprecher der Kreisgruppe, berichtet. „In den 80er Jahren herrschte eine ganz andere Aufbruchstimmung.“ Heute leidet die BUND-Kreisgruppe an Überalterung, es sei schwierig, gerade junge Leute zu aquirieren. Immerhin versucht man durch Bildungsarbeit an Schulen, allen voran an der Luisenschule, jungen Menschen überhaupt Erfahrungen mit der heimischen Natur zu ermöglichen. Dies sei besonders wichtig, betont Keil, da man bei vielen Kindern und Jugendlichen eine Naturentfremdung feststelle. „Daher besuchen wir nicht nur den Biologie Unterricht an der Luisenschule oder bieten Fortbildungen für Lehrer an, sondern planen auch Exkursionen mit den Schülern in den Wald.“

"In den 80er-Jahren herrschte eine ganz andere Aufbruchstimmung." Dr. Peter Keil, Sprecher des BUND Kreisgruppe Mülheim


Der Schwerpunkt der Kreisgruppe liegt auf der praktischen Naturschutzarbeit. Man hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, kultur-historische Dinge zu bewahren, wie sich in der Pflege und Unterhaltung der Obstwiesen an der Mendener Straße und dem Raffelbergpark zeigt. Seit einigen Jahren pflegt man - im Auftrag der Stadt - zudem Magergrünland am Mintarder Berg sowie am Flieger Berg. „Hier haben wir es mit trockenen Wiesen zu tun, die nicht gedüngt werden“, erklärt Keil. „Dort wächst zum Beispiel Borstgras - der Name ist Programm. Dieses sehr harte Gras, mit einem grün-bräunlichen Charakter, kommt im westlichen Ruhrgebiet nur dreimal vor. Es ist eher typisch für das Mittelgebirge und die Alpen.“
Mit den Gehölzpflanzungen im Lehnerfeld, am Stockweg und an der Saarner Kuppe mit Weißdorn und Hasel hat die Kreisgruppe ein Kultur- und Landschaftselement geschaffen, das prägend ist.

Das Borstgras trägt seinen Namen zurecht.


Einen Aufgabenbereich, den man vor zirka fünf Jahren an die Stadt abgegeben hat, ist der im Rahmen des Amphibienschutzes eingerichtete Schrankendienst an der Großenbaumer Straße. „Der Schrankendienst ist mit einem sehr hohen organisatorischen Aufwand verbunden und eine Mords-Verantwortung, die wir 20 Jahre lang getragen haben“, erzählt Thorald vom Berg, Sprecher der Kreisgruppe.
Auch in Sachen Naturschutzpolitik mischt man auf lokaler Ebene mit, beteiligt sich im Landschaftsrat und hat - in Vertretung der Naturschutzverbände - einen Sitz im Umweltausschuss. „Wir müssen immer gegen das Vorurteil kämpfen, wir seien Spaßbremsen“, resümiert vom Berg. „Aber Natur- und Umweltschutz darf nicht auf Kosten von Geldmacherei gehen.“ Und weiter: „Bürger können gerne mit Anliegen rund um Umwelt- und ANturschutz zu uns kommen. Wir setzen uns gerne für sie ein, aber das Thema muss stimmen und wir holen nicht für andere die Kohlen aus dem Feuer.“ Sprich: Bürger müssen für ihre Anliegen kämpfen, indem sie zunächst Bürgerinitiativen gründen.

Schrankendienst mit hohem Aufwand verbunden


Für die Zukunft wünschen sich vom Berg, Keil und Arno Moog, ebenfalls Sprecher der Kreisgruppe, mehr aktive (junge) Mitglieder, und räumen gleich mit Bedenken auf Seiten der Menschen auf: „Die meisten stellen sich vor, sie müssten Experten sein. Das muss man aber keinesfalls sein! Voraussetzung ist Engagement und die Übereinstimmung mit unserer Satzung.“ Die Kreisgruppe trifft sich jeden ersten Mittwoch im Monat ab 18 Uhr im Haus Ruhrnatur, Alte Schleuse 3, zur Monatssitzung.
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