Wald der toten Jäger - Buchbesprechung

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Ich erwähnte bereits anlässlich des vielfrequentierten Gedichtzyklus vom Bestattungswald, man erinnert sich, das faszinierende Buch des nahezu einmaligen Werner Schmitz mit diesem unheilschwangeren Hochsitz auf dem Cover. Innen wird uns grün-rot-schwarze Jägerromantik mit feiner journalistischer Ironie serviert.

Der Bestattungswald heißt hier Friedwald, also eine gelungene Mixtur aus Friedhof und Fichtenwald, die Traditionelles mit umweltschonendem germanischem Volksglauben verbindet, wird aber nur einmal kurz erwähnt, während man bei dem im Titel angesprochenen Baumterrain eher vom Gegenteil, also einem Unbestattungswald auszugehen hat. Verschiedene Zweige der Familie Schulte-Appelhoff sind ebenso tief in ihn verstrickt wie der Journalist Schreiber als Freizeitjäger, der in einer Hütte oberhalb der Mosel am liebsten Bob Dylan im Kopf hat.
Und eine Cargohose trägt. Das ist hier gerade Mode. Etliche männliche wie weibliche Waidgesellen, soviel sei verraten, erscheinen cargobehost. Das hat, wie ein Seitenblick in Google verrät, einen ganz schlichten Grund: In diese Hose geht was!
Erwartungsgemäß stößt man auf der Lesepirsch auch auf die schönsten jägersprachlichen Ausdrücke, wo der Jäger nicht auf dem Hochsitz sondern auf der Kanzel sitzt, wo der Hirsch nicht einfach im Wald steht, sondern verhofft und trotz Kälte beim Anschuss Schweiß verliert, ja, und wo der Jagdhund einen waidgerecht bei der Drossel packt und beutelt. Auch deshalb, ein packender Krimi! Waidmannsheil!
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