Was ist Wald? Ein Bericht aus dem Projektkurs Wald des Ruhr-Kollegs in 3 Teilen

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Der Projektkurs Wald des 4. Semesters des Ruhr-Kollegs auf dem Campus Essen der Universität Duisburg-Essen
 
Die Waldmappe des Projektkurses
Teil 1: Wald oder Forst?...
…Darüber streiten sich sogar die Forstwirte.
Herr Dr. Schmitt der Universität Duisburg-Essen, Forstwirt und Umweltwissenschaftler, brachte unserem Projektkurs in einer 45 minütigen Vorlesung mit anschließender Diskussion die Unterschiede näher.
Unser Projektkurs, dies sind 15 interessierte Studierende des 4. Semesters des Ruhr-Kollegs, die sich ein Jahr lang in eigenständiger Projekt- und Freiarbeit mit dem Thema Wald – teils wissenschaftlich, teils kreativ - auseinandersetzen.
In unserer 1.Phase haben wir uns mit der „Waldmappe“ in eigenständiger Freiarbeit Basiswissen zum Ökosystem Wald angeeignet. Den Abschluss dieser Phase bildete der Waldvortrag von Herrn Dr. Schmitt, wodurch wir gleich auch ein wenig Uniluft schnuppern konnten.
Doch was unterscheidet nun einen Wald von einem Forst? Ein Wald kann zunächst ökologisch oder gesetzlich definiert werden. Unter ökologischen Gesichtspunkten spricht man von einem Wald, wenn so viele Bäume eine Einheit bilden, dass ein typisches Waldinnenklima mit geringer Temperaturamplitude entsteht. Nach §2 des Bundeswaldgesetzes ist dagegen jede mit Forstpflanzen bestockte Grundfläche als Wald anzusehen, dazu gehören auch Lichtungen durch Kahlschläge oder Waldwege. Ein Forst ist dagegen ein bewirtschafteter Wald. Man merkt vielleicht schon, dass die Übergänge hier fließend sind. Oft wird nach rein subjektiver Wahrnehmung entschieden. Verwirrend wird es, wenn nach Aussage von Herrn Dr. Schmitt, es auch Bäume gibt, die nicht als Forstpflanzen gelten. Eine klare Abgrenzung gibt es nur zum Urwald, der vom Menschen unberührt geblieben ist. Hier seien nicht nur die bekannten Tropischen Regenwälder genannt, sondern auch die Borealen Nadelwälder.
Im Weiteren Verlauf der Vorlesung ging es um globale und regionale Waldverbreitung, Waldgesellschaften, Lebewesen im Wald sowie Funktionen des Waldes.
So haben wir z.B. gelernt,
- dass Deutschland zu ca. 31 % bewaldet ist
- dass der typische Baum Deutschlands nicht die deutsche Eiche, sondern
die Rotbuche ist.
- dass bis um 1800 Deutschland viel stärker entwaldet war als heute, da die Bäume als Brennmaterial geschlagen wurden.
- dass der Biber einerseits zwar ein typischer Waldbewohner ist, er andererseits durch das Anlegen seiner „Biberteiche“ aber auch viele Bäume absterben lässt, da sie die permanente Nässe nicht vertragen.
An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an Herrn Dr. Schmitt, der sich die Zeit für uns genommen hat und uns einen interessanten Vortrag präsentiert hat. Wir wissen nun auch, was es bedeutet, in einer Vorlesung mitschreiben zu müssen – eine perfekte Vorbereitung, auf das, was uns nach dem Abitur erwartet.
Nun starten wir in die 2. Phase unserer Projektarbeit, in der sich einzelne Gruppen in Freiarbeit mit verschiedenen Aspekten des Waldes beschäftigen. Die Projektideen reichen hier vom Kochbuch, Kräutersammlungen über Ameisenfarmen, Freizeitführern bis hin zu Facharbeiten zum Thema Stockwerkbau des Waldes, Waldpilzen oder Baumsteckbriefen.
In dieser Phase bekommen wir noch einmal Uni-Unterstützung. Thomas H., ehemaliger Studierender des Ruhr-Kollegs, heute studentische Hilfskraft in der Biologie der Universität Duisburg-Essen und Käferexperte wird uns auf einer Waldexkursion Einblicke in seine Arbeit gewähren.
Die Projektideen der Studierenden klingen abwechslungsreich und spannend, aber auch sehr arbeitsintensiv.
Vielleicht begegnen Sie in diesem Jahr auf Ihrem Waldspaziergang (oder doch nur ein Forstspaziergang?) gelegentlich Pflanzen- oder Pilzsammlern des Ruhr-Kollegs. Diese Studierenden sind auf dem besten Weg in einem Jahr nicht nur ein tolles Waldprojekt, sondern als Erwachsene des zweiten Bildungsweges auch ihr Abiturzeugnis in den Händen zu halten.

Mit den Bildern der Waldexkursion (Teil2) und den Ergebnissen der Gruppenarbeiten (Teil 3) melden wir uns wieder…
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