30 Flüchtlinge bekommen eine Arbeitsgelegenheit

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(Foto: PR-Foto Köhring/KP)

Derzeit leben in Mülheim rund 2500 Flüchtlinge. 30 von ihnen bekommen eine Arbeitsgelegenheit, die mit 1,05 Euro pro Stunde bezahlt wird. Die Stadt und das Diakoniewerk Arbeit und Kultur machen es möglich.

"Wir wollen nicht so lange warten, bis die Flüchtlinge einen anerkannten Asylanspruch haben und in der Sozialhilfe gelandet sind, ehe wir sie fördern und langsam an den Arbeitsmarkt heranführen", begründet Sozialdezernent Ulrich Ernst die konzertierte Aktion. Die Löhne der Flüchtlinge, die zum Beispiel in der Küche, in der Elektrowerkstatt, in der Warenannahme und in Schneiderei des Diakoniewerkes arbeiten, werden aus dem Sozialetat der Stadt bezahlt. Die Organisation und Anleitung des Arbeitseinsatzes übernimmt das Diakoniewerk Arbeit und Kultur.

"Die Leute sind unheimlich motiviert und haben in nur wenigen Wochen mit Hilfe ehrenamtlich organisierter Sprachkurse erstaunlich gut Deutsch gelernt", sagt Arbeitsanleiter Marcus Nolden mit Blick auf die neuen Mitarbeiter aus Afghanistan, Irak, Syrien, Pakistan und Mali. Der Geschäftsführer des Diakoniewerkes, Ulrich Schreyer freut sich darüber, "dass die Flüchtlinge von den Kollegen, die schon länger bei uns sind, nicht als Konkurrenten angesehen werden, sondern unaufgefordert von ihnen Unterstützung bekommen."

Alles andere als erfreut ist Schreyer darüber, dass das Bundesarbeitsministerium 500 Millionen Euro für entsprechende Arbeitsgelegenheit bereitgestellt hat, das Geld aber nur der Agentur für Arbeit zugute kommt, so dass Mülheim als Options-Kommune leer ausgeht. Optionskommunen sind die Städte, in denen Arbeitslosengeld-2-Empfänger von der städtischen Sozialagentur und nicht von der Bundesagentur für Arbeit betreut werden. "Es kann nicht sein, dass solch wichtige Projekte, an denen sich die Integrationsfähigkeit und damit die Zukunft unserer Gesellschaft entscheidet, mit Bordmitteln der Stadt und des Diakoniewerkes finanziert werden", unterstreicht Schreyer.

"Für die Flüchtlinge ist diese Arbeitsgelegenheit, auf die sie alle sehr stolz sind, ein erster Schritt nach vorn", betont die städtische Sozialarbeiterin und Flüchtlingsbetreuerin Andrea Reuschel. Sie hat die arbeitsfähigen und arbeitswilligen Flüchtlinge zusammen mit sieben Kollegen vor Ort in den acht städtischen Flüchtlingsunterkünften ausgewählt.

Die Flüchtlinge, die jetzt monatlich 100 Stunden beim Diakoniewerk arbeiten, bringen zum Beispiel berufliche Erfahrungen als Elektriker, Tischler, Maler oder Aufzugtechniker mit.Thomas Emons
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