Die "Ruhrbahn" kommt

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(Foto: Via)
 
Thomas Kufen und Ulrich Scholten: Zwei Oberbürgermeister und ein Verkehrsunternehmen. Die Fusion von EVAG und MVG ist besiegelt.

Rund 2500 Mitarbeiter, 237 Busse, 184 Bahnen, 312 Fahrkartenautomaten, drei U-Bahnlinien, elf Tramlinien und 84 Buslinien, ein Versorgungsgebiet mit rund 760.000 Menschen und 150 Millionen Fahrgäste im Jahr: So sieht das neue Verkehrsunternehmen „Ruhrbahn“ in Zahlen aus. Am vergangenen Freitag besiegelten die Oberbürgermeister Thomas Kufen, Essen,und Ulrich Scholten, Mülheim, die Fusion ihrer Verkehrsbetriebe (MVG, EVAG,VIA).

Gemeinsam mit den Geschäftsführern und den Gesellschaftern unterschrieben sie den Vertrag zur Gründung des zweitgrößten Nahverkehrsunternehmens innerhalb des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr (VRR). Die ehemaligen „Betriebe“ EVAG und MVG werden mit dem offiziellen Start der neuen Marke „Ruhrbahn“ zum 1. September abgelöst. Die kommt mit neuem Logo in gelb mit blauer Schrift daher.

„Heute ist ein wichtiger Tag“, erklärte Kufen. Nach 20-monatiger Amtszeit setzten die beiden neugewählten Oberbürgermeister die Ruhrbahn auf die Gleise, um einen großstädtischen ÖPNV zu erhalten. Rückenwind erhielten die Verwaltungschefs sowohl von ihren Stadträten als auch von der Bezirksregierung. „Es war nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen“, sagte Scholten nach der offiziellen Vertragsunterzeichnung.

„Nein, wir glauben nicht, dass einer von uns über den Tisch gezogen worden ist“, betonten beide Oberbürgermeister einmütig. Im Blickpunkt stünden nun die Kunden, die einen „zuverlässigen, pünktlichen und preiswerten Bus- und Bahnverkehr erwarten. Wir hoffen, dass wir Erfolg haben.“

Neues Logo

In der Tarifstruktur ändere sich für die Nutzer in den beiden Städten vorerst nichts. Allerdings werden nach und nach Haltestellen, Busse und Bahnen sowie die Tickets auf das Logo der neuen Gesellschaft umgestellt. Die „Ruhrbahn“ wirbt künftig mit dem Slogan „Bin unterwegs“. Ob damit die Zeiten vorbei sind, an denen während der Hauptverkehrszeiten die überfüllten Busse und Bahnen an den wartenden Fahrgästen der Mülheimer Haltestellen vorbeifahren, wird sich zeigen.

Die beiden Geschäftsführer, Michael Feller und Mülheims Ex-Kämmerer Uwe Bonan streben einheitliche Standards an, um ihre Gäste pünktlich und zuverlässig zu transportieren. Ihr Ziel ist, eine „echte Alternative zum Auto zu schaffen. Mit der Unterschrift heute haben einen 100 Meter-Lauf erfolgreich gemeistert. Nun steht uns ein Marathonlauf bevor“, meinte Feller. Vieles sei eben nicht so schnell umsetzbar, wie man sich das in der Öffentlichkeit vielleicht vorstelle.

Durch die Schaffung eines Unternehmens verminderten sich Reibungsverluste und Entscheidungen seien schneller umzusetzen. Die Arbeitsplätze im Unternehmen seien sicher, die Altersversorgung so geregelt, dass kein Mitarbeiter davon Nachteile habe. Auch der sogenannte steuerliche Querverbund sei weiter möglich. „Alle kritischen Fragen, die im Vorfeld offen waren, sind geklärt“, betonte Essens OB. „Ja, die logische Konsequenz ist nun ein gemeinsames Nahverkehrskonzept für beide Städte“, sagte Kufen auf Nachfrage. Auch dafür gebe es grünes Licht von der Bezirksregierung.

„Unser Anspruch ist es, die Ruhrbahn zum Mobilitätsanbieter für die Region weiter zu entwickeln. Wir möchten unseren Fahrgästen zukünftig stärker individualisierte Mobilitätsangebote bieten, die sie über möglichst nur eine Plattform buchen können“, erklärten Uwe Bonan und Michael Feller als neue Geschäftsführer.
Und eine weitere Perspektive deuteten die Oberbürgermeister an: „Natürlich ist es denkbar, dass die Ruhrbahn durch weitere Fusionen wächst“, meinten Kufen und Scholten. „Wir sind da offen.“
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