Faktencheck

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Täglich hören wir, wie bar aller Fakten Trump die Welt beurteilt, aber wir hören es von Journalisten oder wie man heute sagt „aus den Medien“. Dabei werden mitunter Schwarz-Weiß-Malereien präsentiert, die uns glauben machen wollen, dass Journalisten immer beim Faktischen blieben, während nur Trump sich seine eigene Wirklichkeit zurechtzimmere.

Nun sind es nachweisbar gerade Journalisten, die um des schnöden Mammons willen, Spekulationen sozusagen berufsbedingt auf die Spitze treiben, statt Entwicklungen in Ruhe abzuwarten. Und das nicht nur in der Boulevard-Presse.

Denn wer würde ihre Artikel lesen, ihre Sendungen sehen, wenn sie nur reine Fakten verbreiten würden und im Zweifelsfall zugeben müssten, dass sie in einer Sache überhaupt nichts wissen?

Nahezu jede Headline lockt den Leser durch Behauptungen mit Fragezeichen. Und alle Talkshows leben davon, dass hier zum Vergnügen der Zuschauer wilde Spekulationen aufeinander treffen und Scheingefechte ausgetragen werden. Bei „Hart-aber-fair“ gibt’s wohl einen Faktencheck, aber wohlkalkuliert erst nach der Sendung. Damit will man sich doch in der Sendung nicht aufhalten müssen!

Wie oft bieten Nachrichten überhaupt nichts Faktisches, weil Korrespondenten als „Einschätzer“ vor einem Gebäude stehen und mutmaßen, was darin wohl gesprochen wird.

Und wie ist das mit den Politikern? Wenn Politiker über Fakten reden, dann handelt es sich meist um auswendig gelernte Zahlen zweifelhafter Herkunft - wie aktuell bei Martin Schulz- , die sie als zurechtgemachte Wahlkampffakten hinausposaunen oder den Gegnern um die Ohren hauen, um dem Zuschauer ihre Überlegenheit zu demonstrieren. Wem man dann seine Zahlen abnimmt, ist für uns dann eine Glaubenssache.

Man sieht: Fakten dienen immer nur als Mittel für die politische Auseinandersetzung und nie für ein Angebot konstruktiver Zusammenarbeit.

Selbstverständlich sind nachprüfbar falsche Angaben bei einem Präsidenten untragbar.
Aber man sollte gerade in der Journalistenzunft nicht so tun, als sei man der alleinige Hüter exakter Faktenverbreitung!
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4 Kommentare
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Detlef Albrecht aus Menden (Sauerland) | 21.02.2017 | 19:10  
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Franziskus Firla aus Mülheim an der Ruhr | 21.02.2017 | 19:56  
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Michael Stasch aus Bergkamen | 21.02.2017 | 22:08  
Jens Steinmann aus Herne | 22.02.2017 | 11:25  
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