Gemeinsame Initiative gegen Nachwuchskräftemangel - Kreishandwerkerschaft Mülheim an der Ruhr - Oberhausen und die Hauptschule an der Bruchstraße kooperieren

  Mülheim: ghs bruchstrasse | Nach dem gewonnen Bürgerentscheid für den Erhalt des Schulstandorts Eppinghofen setzen die Kreishandwerkerschaft Mülheim an der Ruhr – Oberhausen und die Hauptschule an der Bruchstraße ihre lange geplante Zusammenarbeit nun in die Tat um.
Die Betriebe in Mülheim an der Ruhr fürchten sich vor den Folgen des von vielen Wirtschaftsforschungsinstituten prognostizierten Nachwuchskräftemangel, besonders im Handwerk. Deshalb suchte der Vorstandsvorsitzende der Kreishandwerkerschaft Jörg Bischoff Schulen, die mit seiner Institution zusammenarbeiten wollen.
Dabei überzeugte das Konzept der GHS Bruchstraße sowie die engagierte Rektorin Gabriele Klar und das Berufsorientierungsteam (BOT) ihrer Schule den Vorstand der Mülheimer Innungen. Jörg Bischoff sagt über seinen Kooperationspartner GHS Bruchstraße: "Seit über 10 Jahren setzt die Hauptschule an der Bruchstraße ein Konzept der vertieften Berufsorientierung um, das sich unter unseren Mitgliedsbetrieben herumgesprochen hat. Die hohen Vermittlungsquoten in den ersten Ausbildungsmarkt sprechen eindeutig für die Qualität und das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer in Eppinghofen."
Beide Kooperationspartner gehen dabei von einer Win-Win-Situation aus. Dazu die Rektorin Gabriele Klar: "Die diesjährige Auszeichnung der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft als herausragende Schule in NRW für die gute Vermittlungsquote zeigt uns, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Durch eine engere Kooperation mit dem Handwerk ergeben sich neue Möglichkeiten für unsere Schüler in Ausbildung zu kommen. Die schulische Ausrichtung auf das Handwerk verleiht unserer Schule eine einzigartige in der Mülheimer Schullandschaft, die innovativ, situationsbezogen und zukunftsorientiert ist."
Das vertiefte Berufsorientierungsprogramm der GHS Bruchstraße setzt auf eine enge Verzahnung von theoretischen und praktischen Angeboten. Der Leiter des BOT Jürgen Parussel erklärt: "In den Stufen 5-7 erhalten die Schülerinnen und Schüler u.a. durch den Hauswirtschaft- und Technikunterricht, Berufswahlorientierungscamps sowie durch verschiedene Schülerfirmen fundierte theoretische Kenntnisse, die sie dann ab Klasse 8 in verschiedenen Praktika umsetzen können. Durch unsere vielen z.T. namhaften Kooperationspartner in der Wirtschaft sind wir in der Lage, zielgenau Betriebe und Jugendliche zusammenzubringen."
Barbara Pezzei, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, sieht in dem Ausbau intensiver Kontakte mit den Jugendlichen eine eingehende und sinnvolle Ergänzung zu dem bestehenden Startklar-Projekt.
Der Kreishandwerksmeister Jörg Bischoff verfügt schon über sehr konkrete Vorstellungen, wie theoretische Grundlagenvermittlung in der Schule mit praktischen Anwendungen im Nachmittagsunterricht oder in den Betrieben miteinander verschmolzen werden. "Im Mathematikunterricht beispielsweise kann ich mir gut vorstellen, dass die Berechnung von Flächen oder Rauminhalten durch ein Nachmessen vor Ort den Jugendlichen begreifbarer gemacht werden. Der Physikunterricht bietet unzählige Möglichkeiten beim Umgang mit Energie und Wärme. Der Deutschunterricht lässt sich auf Geschäftspost oder das Schreiben von Angeboten ausrichten. So lassen sich unzählige Beispiele auch in anderen Fächern finden, wie es gelingen kann, die Schülerinnen und Schüler zu begeisterten Handwerkern werden zu lassen, deren Schulausbildung in der dualen Berufsausbildung im Handwerk mündet. Durch den frühzeitigen Kontakt zu unseren Betrieben und der damit verbundenen Möglichkeit während der Schulzeit verschiedene Praktika zu absolvieren, ebnen wir den Weg von einseitiger Theorie hin zu lebendigem Lernen mit Spaßfaktor."
Spaß hat auch die Fachvorsitzende für Hauswirtschaft an der Bruchstraße, Lehrerin Ulla Gaede: „Es gibt zahlreiche Bereiche, die sich im Unterricht durch eine beruflich gerichtete Zielorientierung und eine gemeinsame Erarbeitung von Lehr- und Lerninhalten praxis- und ausbildungsorientiert umsetzen lassen. Die Schüler sind immer interessiert und freuen sich, wenn außerschulische Partner Akzente setzen und diese in den Unterricht mit einfließen.“
Im Grunde ist es das, was umgesetzt werden soll: Theorie mit Praxis sinnvoll zu verbinden, gemeinsame Lehrpläne zu schreiben mit dem Ziel, Jugendliche in ihren Fähigkeiten und Stärken zu fördern, entsprechend auszubilden und dem Fachkräftemangel im Handwerk vorzubeugen. Dies in kooperativer Zusammenarbeit von zwei starken Partnern: den kompetenten Fachkräften aus Schule und Handwerk.

Übrigens: Wussten Sie schon, dass mit dem Erwerb der Meisterprüfung im Handwerk heute jeder die allgemeine Hochschulzulassung erhält?
Heißt: Eher praktisch orientierte Schüler können im Wege der beruflichen Weiterbildung einen akademischen Abschluss erhalten.
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