Infoabend zum Thema Flüchtlinge: Nachbarhilfe wird nötig sein

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Von Claudia Leyendecker

Jetzt wird es konkret: Der Umbau des Gebäudes der ehemaligen Grundschule Fünter Weg zum Heim für etwa 80 Flüchtlinge wird bis nach Ostern abgeschlossen sein. Am Mittwoch fand die erste Informationsveranstaltung zum Thema statt. Ulrich Ernst, zuständiger Dezernent, brachte den zahlreich erschienenen Anwohnern nah, was damit verbunden sein wird.

Gesetzliche Grundlage der Flüchtlingsaufnahme ist ein Verteilungsschlüssel. Für Mülheim bedeutet das, dass die Stadt verpflichtet ist, bis Ende 2015 1.200 Flüchtlinge aufzunehmen. Bislang wurden Asylbewerber in Styrum oder Broich zumeist in SWB-Wohnungen untergebracht. Die ehemalige Heißener Grundschule – als zentrale Auffangstelle - wird auch nur bis 2016 genutzt werden, da die Folgenutzung und der Umbau zum Wohnquartier schon fest steht.

200 Bürger kamen zum Infoabend

Die etwa 200 anwesenden Bürger interessierten sich vor allem für die Art der Unterbringung, aber auch dafür, woher die Menschen kommen. Letzteres konnte Ulrich Ernst nicht beantworten, denn das wird erst kurzfristig nach der konkreten Zuteilung bekannt gegeben.

Umgebaut wurden acht Klassenzimmer, Leichtbauwände wurden eingezogen – aus acht Räumen sind 24 kleinere Wohneinheiten entstanden. Im Kellerbereich stehen Küche, Gemeinschaftsräume und eine Waschküche zur Verfügung. Das ehemalige Toilettenhaus wurde durch Duschcontainer erweitert. Eine Besichtigung ist auf telefonische Anfrage (455-5401, Sekretariat Ulrich Ernst) möglich.

Anregungen ausdrücklich erwünscht

Weitere Anregungen sind ausdrücklich erwünscht, so die Stadtverwaltung, da auf der Infoveranstaltung nicht alle Fragen zum Thema Flüchtlingshilfe beantwortet werden konnten. Zudem konnte jeder Anwesende Name und Kontaktdaten mit der Angabe hinterlassen, wie er gerne helfen würde.

Sei es nun Hilfestellung in sprachlicher Hinsicht, Begleitung für Behördengänge oder Förderung von Kindern, die Organisation der großen Hilfsbereitschaft wird allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Jeder kann mitmachen und wird zum nächsten Treffen in Heißen eingeladen.

Die Organisation WiM – „Willkommen in Mülheim“ - die sich zentral um Sachspenden kümmert, ist nach Saarn in die Solinger Straße 9 umgezogen. Dort sind bereits angekommene Flüchtlinge mit ihren Kindern tätig. Kinder lernen unsere Sprache am schnellsten, so die Erfahrung. Die Flüchtlingshilfe in Styrum hat ebenfalls Erfahrung: Dort haben sich nach ersten Treffen Teams gebildet, die Nachmittage für Kinder und Erwachsene anbieten.

Fortbildungen für OGS-Kräfte geplant

Es gab aber auch Bedenken, vor allem was die Eingliederung von Flüchtlingskindern in Mülheimer Schulen betrifft. Asylantenkinder malten im Unterricht, könnten nicht folgen, die Lehrer sind häufig überfordert, wurde geäußert. Uwe Alex, Amt für Kinder, Jugend und Schule, verspricht Fortbildungen auch für OGS-Kräfte.

Das „Deutschlernen“ wird sicherlich eines der zentralen Themen bleiben. Auch ist noch nicht klar, ob es sich bei den Flüchtlingen, die nach Heißen kommen, um Menschen handelt, die hier bleiben dürfen oder nach kurzer Zeit wieder in ihre Heimat zurück geschickt werden.

In den 1990er Jahren hatte es schon eine Einwanderungswelle gegeben, die in den 2000er Jahren wieder abgeebbt ist. Die Stadtverwaltung ist aber zuversichtlich, auch diese Flüchtlingswelle meistern zu können. Wo 2016 Container aufgestellt werden, wird noch vor der Sommerpause im Rat entschieden.
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