Kämmerer Uwe Bonan wird Geschäftsführer der neuen Verkehrsgesellschaft

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Kämmerer Uwe Bonan. (Foto: Foto: Walter Schernstein)

Seit Juli ist Kämmerer Uwe Bonan kommissarischer zweiter Geschäftsführer der MVG und sollte gemeinsam mit Geschäftsführer Klaus-Peter Wandelenus die Entwicklung der Via vorantreiben. Aus dem Übergangsmandat, das bis März 2017 begrenzt war, wird nun ein Dauerjob: Zum 1.1.2017 wechselt Mülheims Kämmerer hauptamtlich als Geschäftsführer in die neue Verkehrsgesellschaft Essen/Mülheim. Zweiter Geschäftsführer der geplanten Doppelspitze wird Michael Feller, schon heute Chef der EVAG.

Nachdem die Duisburger Verkehrsgesellschaft, die DVG, beschlossen hatte, Via den Rücken zu kehren, gehen die Städte Essen und Mülheim mit der Fusion ihrer beiden Verkehrsgesellschaft einen neuen, radikaleren Weg. Die Doppelspitze, so Oberbürgermeister Ulrich Scholten, sollte im Einvernehmen paritätisch besetzt werden. Und da waren sich die Städte wohl schnell einig. In Essen war man mit der Arbeit von Bonan sehr zufrieden, die Chemie zwischen ihm und Feller stimmt offenbar.

Nun müssen die Räte den Personalien noch zustimmen. Damit wird der Posten des Kämmerers vakant und soll möglichst bald neu ausgeschrieben werden, denn die Neubesetzung durch einen externen Bewerber kann aufgrund von Kündigungsfristen bis zu einem Jahr dauern.

Wandelenus geht vorzeitig


Die Entwicklung beschleunigt hat die Bitte des bisherigen MVG-Geschäftsführers Klaus-Peter Wandelenus, seinen bis März 2017 laufenden Vertrag vorzeitig zum 15. Oktober aufzulösen. Wie die WAZ schreibt, geht er wohl zurück zur Duisburger Verkehrsgesellschaft, bei der er bereits vorher beschäftigt war.

Oberbürgermeister Ulrich Scholten begrüßt die Entscheidung des Kämmerers. "Wir haben Signale aus Essen bekommen, dass man mit der Arbeit von Bonan sehr zufrieden ist, sogar Nachfragen, ob er sich den Job als Geschäftsführer vorstellen könnte." Bonan zögerte nicht lange. "Ich bin mit 53 Jahren in einem Alter, in dem man sich überlegt, ob man noch einmal eine neue Herausforderung annehmen will. Nach elf Jahren als Kämmerer in Mülheim reizt mich diese Aufgabe, die Signalwirkung auf das ganze Ruhrgebiet haben kann."

Scholten macht keinen Hehl daraus, dass er dem Kämmerer diesen Job zutraut: "Er hat hier eine hervorragende Arbeit gemacht. Beim ÖPNV haben wir schon so viele Anläufe genommen, dass wir nun zum Erfolg verdammt sind."
Bonan wird bei der neuen Gesellschaft für die Finanzen zuständig sein. Schlankere Strukturen zu schaffen ist eine der Aufgaben, die er angehen will. "Wir haben in Zukunft nur noch einen Betriebsrat und zwei statt drei Geschäftsführer. Das soll sich auch auf die unteren Führungsebenen fortsetzen. Auch die Werkstätten und Leitstellen sollen optimiert werden." Beide Standorte in Essen und Mülheim bleiben erhalten, betont Bonan, aber die genaue Aufteilung von Abteilungen und Aufgaben muss noch erarbeitet werden.

Arbeitnehmerrechte bleiben gewahrt


Eines sei aber wichtig: Es werde keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Möglicher Personalabbau soll auf natürlicher Fluktuation basieren. Das betont auch Scholten: "Auch wenn die Mitarbeiter in eine neue Gesellschaft überführt werden, werden Rechte und Mitbestimmung der Mitarbeiter nicht nur gleich bleiben, sondern eher noch gestärkt."

Insgesamt 10 Millionen Euro soll die neue Gesellschaft einsparen, hofft Bonan. Um die Einnahmen zu erhöhen, soll der ÖPNV wieder attraktiver werden. Dazu gehört Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, aber auch neue Antriebsmöglichkeiten wie E-Busse, die einen ganz anderen Fahrkomfort bieten.

Scholten geht davon aus, dass die Politik am Donnerstag dem Wechsel zustimmen wird. Die Signale seien positiv gewesen. Nur ein Fraktionsvorsitzender habe sich vorbehalten, sich erst mit der Fraktion zu beraten. Das waren offenbar die MBI, die einen Tag später bereits verlauten ließen, dass sie Bonan als ÖPNV-Chef ablehnen. Sie hatten schon gegen seine Wiederwahl 2013 gestimmt, weil sie ihn für die hohe Verschuldung Mülheims eine Mitverantwortung anlasten. Mangelnde ÖPNV-Expertise macht auch die BAMH aus, die gleich zwei Betriebswirte an der Spitze der Verkehrsgesellschaft kritisch findet und von einem "Versorgungsposten" redet. Zustimmung hingegen findet der Wechsel bei bei SPD und CDU. Letztere betont, dass Bonans Wechsel vor dem Hintergrund der Mülheimer Nahverkehrsinteressen entsprechend positiv gewürdigt werden muss.
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