Kampf um die Lernwerkstatt Natur ist gewonnen

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Das Glashaus der Lernwerkstatt Natur im Witthausbusch. Foto: PR-Foto Köhring/KP
Mülheim an der Ruhr: Mülheimer Woche NEU |

Selten zeigte sich der Stadtrat derart einhelliger Meinung wie bei den Diskussionen um die jüngsten Mitbürger. Zunächst wurde eine Ratsvorlage einstimmig abgelehnt, die eine Erhöhung der Elternbeiträge für Kita-Betreuungsplätze und den sukzessiven Abbau der Geschwisterermäßigung beinhaltete. Dann zeigte sich ein allgemeiner Konsens zum Erhalt der Lernwerkstatt Natur. Zusätzlich sollen 20 weitere Kita-Plätze in Mülheim geschaffen werden.

Seit 2004 gibt die Lernwerkstatt Natur inmitten der Parkanlage an der Pettenkofer Straße Kindern aus den Mülheimer Tageseinrichtungen die Möglichkeit, Natur in ihrer Vielfalt kennen zu lernen. In kleinen Gruppen machen sie sich auf den Weg in den Wald, sammeln, beobachten, stellen Fragen, spielen und lernen. Zurück im Glashaus der Werkstatt neben dem Tiergehege im Witthausbusch nutzen die Kinder verschiedene Werkzeuge, mit denen sie selbstbestimmt Naturmaterialien untersuchen und verstehen können. Begleitet werden sie und ihre Erzieherinnen von pädagogischen Mitarbeitern.

Finanzierung nun gesichert

Doch die Finanzierung durch die August- und Josef-Thyssen-Stiftung läuft Ende 2016 aus. Die zurückliegenden politischen Diskussionen und Beschlüsse haben jedoch gezeigt, dass alle Seiten die Lernwerkstatt Natur erhalten möchten. Dementsprechend wurden Wege zur Finanzierung gesucht und gefunden. Die Lernwerkstatt Natur wird also fortgeführt, die im Haushalt bereits für den Waldkindergarten veranschlagten Mittel von 87.500 Euro werden zur Finanzierung der Lernwerkstatt Natur umgeschichtet. Zusätzlich werden für das Haushaltsjahr 2017 maximal 42.500 Euro, eventuell reduziert um Spenden des Fördervereins Lernwerkstatt, zur Verfügung gestellt. Einmalig gibt die Bezirksvertretung I eine Summe von 10.000 Euro dazu.

Glücksspielsteuererhöhung

Ab 2018 werden die städtischen Zuschüsse zunächst bei einem Betrag von 110.000 Euro gedeckelt. Voraussetzung ist allerdings eine verbindliche Zusage des Fördervereins für mindestens drei Jahre über jährliche Spenden von 30.000 Euro. Die Verwaltung wird auch beauftragt zu prüfen, ob das Personal zukünftig auf zwei halbe Stellen reduziert werden kann, zudem könnten eventuell die Räumlichkeiten an Dritte sowie privat finanzierte Kitas gegen Entgelt erfolgen. Die im Rat beschlossene Erhöhung der Glücksspielsteuer von derzeit 22 auf zukünftig 24 Prozent dient der finanziellen Deckung. Dies war in der Diskussion fast der einzige Kritikpunkt. Die Kopplung mit der Erhöhung der Steuer auf Glücksspiel bereitete so manchem Bauchschmerzen, doch letztlich obsiegte der Gedanke, hier etwas Gutes für alle Mülheimer Kinder zu tun.

Förderverein ist hocherfreut

Hocherfreut zeigt sich des Fördervereins der Lernwerkstatt Natur, dass sich der Rat der Stadt einstimmig für die Fortführung des Bildungsprojektes ausgesprochen hat. Dazu Vorsitzender Thomas Schipper: „Diese zukunftsweisende Entscheidung zeigt, dass sich der Einsatz des Fördervereins gelohnt hat. Mit den städtischen Mitteln und den von uns eingeworbenen Spenden kann weiterhin naturwissenschaftliche Bildung gefördert werden.“ Schipper ist erleichtert: „Die nächste Generation von Kindergartenkindern in Mülheim kann Naturphänomene im Witthausbusch entdecken und neugierig erforschen.“
Thomas Schipper dankt allen Spendern und Aktiven im Förderverein und versichert, auch im kommenden Jahr fleißig Spenden einzuwerben. Interessierte Unterstützer werden weiterhin gesucht und können sich unter thomas.schipper@ish.de an den Förderverein wenden.
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