Kampf um die Zukunft der Rennbahn

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Wird es auch 2018 solche Rennen am Raffelberg geben? (Foto: RuhrText)

Seit Ende September ist die Mülheimer Galopprennbahn am Raffelberg 107 Jahre alt. Doch ihre Zukunft steht aktuell mehr denn je in den Sternen. Denn am 16. November hat das Präsidium des Mülheimer Rennvereins am Raffelberg (MRR) einen Insolvenzantrag gestellt. „Auch mit Hilfe des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen konnte keine gesetzeskonforme Lösung für vorhandene Überschuldungssituation gefunden werden“, hieß es damals in der Mitteilung des Vereins.

Tatsächlich liegt die bilanzielle Überschuldung laut eines Prüfberichts, der jüngst im Hauptausschuss vorgelegt wurde, mit 1,54 Millionen Euro sogar noch etwas über der oft kolportierten Summe von 1,4 Millionen. Laut der WAZ stellte der Bericht zudem einen gewachsenen Investitionsstau sowie einen Rückgang des Sachanlagevermögens von 350.000 auf 100.000 Euro fest.

Dennoch war sich das Direktorium in Köln als Dachverband sicher, dass der Trainings- und Rennbetrieb in Mülheim „ohne Wenn und Aber“ fortgesetzt werden könne. Dementsprechend verwundert zeigten sich die Verantwortlichen über den Insolvenzvertrag. Jan Antony Vogel, geschäftsführender Vorstand des Direktoriums sprach von einer „unverantwortlichen Entscheidung gegen die Interessen des Vereins.“ Mit Hilfe der mittlerweile auf 117 Personen angewachsenen Bürgerinitiative war bereits ein neues Vorstandsteam aufgestellt worden, das am 13. Dezember gewählt werden sollte. . „Wir haben Leute auf unserer Seite, die Ahnung haben und solvent sind“, sagt Thorsten Danz, Sprecher der Initiative. Der neue Vorstand habe sogar Investoren auf seiner Seite.

Drei Wochen nach dem gestellten Insolvenzantrag möchte die Bürgerinitiative die außerordentliche Mitgliederversammlung gerichtlich durchsetzen. Der noch amtierende Präsident Hans-Martin Schlebusch verweist aber auf das Insolvenzverfahren. Fest steht, dass am 13. Dezember mindestens eine Informationsveranstaltung über die Zukunft des Mülheimer Rennsports stattfinden wird. Über die weiteren Schritte möchte sich die Initiative (noch) nicht öffentlich äußern. Thorsten Danz verrät nur so viel: „Wir haben einen Plan A bis C in der Tasche, hoffen aber natürlich dass unser erster Plan funktioniert.“

Ob das klappt hängt auch von der Entscheidung des Insolvenzverwalters ab. Diese interessiert freilich auch die Stadt, denn der könnte das Gelände wieder zufallen, sollte tatsächlich der Rennbetrieb eingestellt werden. Dafür müssten allerdings die Schulden bei der Sparkasse abgelöst werden. Ansonsten geht das Areal in die Zwangsversteigerung ..
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