Kein Wochenmarkt auf dem Rathausmarkt

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OB Mühlenfeld: "Der Kaufhof muss weg"

Die Zukunft des Rathausmarktes steht in der Diskussion und alle können mitreden: Das neue Charrette-Verfahren (siehe unten), das am Montagmorgen begonnen hat, macht es möglich.

Dabei ist die Bürgerbeteiligung gewollt - auch Utopien dürfen gedacht werden. Jeder Bürger kann seine Ideen heute von 9 bis 18 Uhr und bis morgen Mittag jederzeit einbringen.
Eines aber wird vorerst nicht passieren: „Es wäre zum jetzigen Zeitpunkt falsch, den Markt auf den Rathausmarkt zu verlegen.“ Das erklärte Oberbürgermeisterin (OB) Dagmar Mühlenfeld während der Eröffnung des Verfahrens am Montagvormittag in den Räumen der Wertstadt am Kohlenkamp 36/Ecke Löhberg. Sie habe ihre einstige Haltung revidiert, dass der Markt auf den Rathausmarkt gehöre. Zahlreiche Gespräche mit allen Beteilgten hätten sie überzeugt. Die derzeit 15 Anbieter des Wochenmarktes reichten für den Rathausmarkt nicht aus - es müssten rund 50 sein.

Mühlenfeld warnte davor, den Rathausplatz nur allein zu sehen: „Wir müssen die gesamte Innenstadt betrachten“, wenn es um die Umnutzung des Platzes gehe.

"Der Kaufhof muss weg"

Dazu gehöre auch das ehemalige Kaufhofgelände. Sie glaube nicht, dass dort wieder Einzelhandel zustande komme. „Das liegt nicht am Eigentümer“, sagte die OB. Der habe sich redlich bemüht. Aber dennoch müsse der „Kaufhof weg, denn er ist ein Bremsklotz für die Entwicklung von Ruhrbania und der Innenstadt. Die Politik will, über die Parteigrenzen hinweg, eine Lösung.“ Das bedeute, auch Fördermittel für die Stadtentwicklung zu beantragen. „Wir wollen das Heft des Handelns wieder zurückerhalten“, forderte Mühlenfeld.


Am Mittwoch soll Ergebnis vorliegen

Der Leiter des Verfahrens, Prof. Dr. Harald Kegler, zeigte sich optimistisch, in den drei Charrette-Tagen zu einem positiven Ergebnis zu kommen.
Bereits im vergangenen Jahr waren zahlreiche Vorschläge gemacht worden.

Drei Varianten

Drei Varianten kristallisierten sich dabei heraus: Die Nutzung als Platzes Aktivitätsstreifen. Der Platz wird verschönert und Anzahl der Parkplätze um die Hälfte reduziert.
In Variante zwei käme es zu einer Begrünung der Straßenseiten, so dass ein grüner Stadtgarten entsteht.
In der dritten Variante, die eher langfristig gesehen wird, würden die Bahnbögen aktiviert. In ihnen könnten wieder Geschäfte eröffnen.
Die Friedrich-Ebert-Straße und die Bahnstraße würden nur noch für den öffentlichen Nah- und den Lieferverkehr geöffnet.

Erste Ergebnisse finden Sie hier

Mehr Infos zum Wochenmarkt finden Sie hier

Hintergrund:

Der Begriff Charrette stammt aus dem Französischen und heißt übersetzt „Karren“. Er entstand im 19. Jahrhundert auf den Straßen von Paris, als Kunststudenten ihre Arbeiten mit Karren zur Akademie beförderten. Da sie häufig noch nicht beendet waren, beendeten die Studenten oft noch während der Fahrt ihre Kunstwerke. Kommentare und Ratschläge der Bürger begleiteten sie dabei. Daraus entwickelte sich das heutige Verfahren, bei dem jeder Bürger seine Ideen direkt an die Planer geben kann. Sie sind derzeit in der Wertstadt und nehmen die Anregungen direkt entgegen.
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