Kommentar: Irrfahrt beenden

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Zu diesem Zeitpunkt, wenn die Ruhrbahn knapp 250 Millionen Euro in neue Fahrzeuge zu investieren gedenkt, wird das gesamte Dilemma des hiesigen ÖPNV wieder einmal überdeutlich. Die Fragmente einstiger U-Bahn-Visionen, die aufgrund ihrer Bauart nicht mit der Straßenbahn kompatibel sind, werden weiter erhalten. Weil es für ihren Rückbau zur Tram keine Finanzierungsmöglichkeiten gibt. Bund und Land stehlen sich aus der Verantwortung. Weg vom Individualverkehr im Ballungsraum? Mehr Elektromobilität? Luftreinhaltung? Muss sein! Wenns ums Bezahlen geht, machen sie sich dann aus dem (Fein-)Staub. Viele Probleme sind allerdings auch "revier-gemacht". Viele Nahverkehrs-Kirchturmdenker regierten in den Unternehmen der verschiedenen Städte, nicht einmal über die Spurweiten der Straßenbahnen konnten sie sich einst zwischen Duisburg und Dortmund einigen. Der Treppenwitz schlechthin: Im dreistelligen Millionenbereich investiert nun die Ruhrbahn in den Schienenverkehr, gleichzeitig höhlt die Mülheimer Lokalpolitik diesen im hiesigen Stadtgebiet seit Jahren aus und setzt diese Irrfahrt weiter fort. Höchste Zeit für eine stadtübergreifende Planung des ÖPNV im Revier, die der Notwendigkeit entsprechend von Bund und Land subventioniert wird.

Marc Keiterling
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