Längerer Weg für schwache Beine

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Der Unmut über den geplanten Wegfall der Linie 151 ist groß. (Foto: PR-Foto Köhring/AK)
 
Die Tribühnen im Ratssaal sind bis auf den letzten Platz gefüllt: Über 100 Bürger sind sauer. (Foto: PR-Foto Köhring/AK)
Die Vorstellung des neuen Nahverkehrsplanes der Stadt Mülheim sorgt für Aufregung: Insbesondere das geplante Aus für die Linie 151 führt zu Ärger bei den über 100 Besuchern. Das Gute an der Sache: Nichts ist entschieden.


Donnerstag, 15.50 Uhr, Ratssaal der Stadt Mülheim: Rund 100 Bürger sind angereist, um an der Sitzung des Aussschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Mobilität teilzunehmen.
Die meisten der Zuhörer sind Senioren und die sind mächtig sauer. Der Grund: Im neuen Nahverkehrsplan ist die Linie 151 nicht mehr vorgesehen. Das bedeutet, dass die Haltestellen Floraweg, Kahlenberg und Weißer Turm komplett wegfallen. Die Nutzer der Haltestelle Dohne müssten zur Haltestelle der Straßenbahn 104 wandern.
Doch damit nicht genug: Betroffen wären auch Kinder der Grundschule Trooststraße. Die direkte Anbindung aus Menden entfiele. Wer von dort kommt, müsste mindestens einmal umsteigen, um die Innenstadt oder die Augenklinik an der Wertgasse zu erreichen. Das gilt auch für die Fahrgäste aus Kettwig.
Doch es gibt weitere Folgen: Kira Alsleben, die einen Bürgerantrag gestellt hatte, erhält Rederecht. Sie verweist darauf, dass die Busse das Ruderhaus der Karl-Ziegler-Schule nicht mehr anfahren. Auch die Schule wäre nicht mehr so einfach erreichbar wie bisher.

Direktverbindung weg

Schwerer hätten es auch die Bewohner, Beschäftigten und Besucher des Altenheims Ruhrgarten. Auch sie müssten „umständlich“ umsteigen. Die Evangelische Familienbildungsstätte am Scharpenberg wäre ebenso vom Verkehr abgeschnitten wie die Kirchenbesucher. Alsleben bezweifelt, dass die vorgelegten Beförderungszahlen einer Erhebung vom November vergangenen Jahres den Tatsachen entsprächen. Von den Rängen der Besuchertribune hallt Beifall durch den Saal. Den erhält auch Lothar Reinhard von den Mülheimer Bürgerinitiativen (MBI). Die fordert den Erhalt der Linie 151 bereits in der Sitzung zu empfehlen. Doch daraus wird nichts. Reinhard zieht den Antrag zurück.
Auch der Vorsitzende des Ausschusses, Dr. Henner Tilgner (CDU), zeigt sich wenig begeistert über den Vorschlag. Er kündigt an, das Problem in seiner Fraktion zu besprechen - wieder tost Beifall durch den Saal. Den erhalten auch die Grünen, die die jetzige Planung ablehnen. Der grüne Mobilitätsexperte Axel Hercher verweist darauf, dass der Plan Lücken aufweise. Das gelte unter anderem für die Straßenbahnlinie 112 aus Oberhausen. Dort sollen seinen Informationen nach die Taktzeiten in Richtung Mülheim geändert werden.

Lücken im Plan

Doch entschieden ist noch nichts. Im Juni können die Fraktionen ihre Änderungen einreichen. Danach folgt im Juli eine Bürgerveranstaltung, auf der Bürger Änderungen vorschlagen können. Ob die Taktveränderungen auf Gegenliebe der Bürger stoßen, wird sich zeigen.
Danach folgt eine weitere Beratung im Ausschuss. Frühestens im Oktober wird der Rat entscheiden. Doch auch die Bezirksregierung muss gefragt werden, weil die Linie 110 wegfallen und durch einen Bus ersetzt werden soll.


Entwurf des Nahverkahrsplanes

Der Entwurf für den Nahverkehrsplan ist auf der städtischen Homepage www.muelheim-ruhr.de unter „Rathaus und Bürgerservice“ - Rat der Stadt - Ratsinformationssystem AllrisNet - Bürgerinformationssystem (Zugang für Bürger/-innen) - Sitzungen - Kalender -Donnerstag, 23. Mai, Sondersitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Mobilität - Ö 5.1 Entwurf des Nahverkehrsplans 2013 (oben rechts Anlagen: 20130425-150-NVPMH_Entwurf11) einzusehen.

 Auf den Seiten 76 bis 81 sowie auf den Seiten 101 bis 118 können alle derzeit geplanten Änderungen nachgelesen werden (Entwurf des Nahverkehrsplanes).
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