Mammutbaum wird gefällt — Weg für den Neubau ist frei

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Der Mammutbaum kommt weg: Die Bezirksvertretung 1 genehmigt den Anbau an der Grundschule Heinrichstraße. (Foto: Foto: PR-Foto Köhring)

Von RuhrText

Die Würfel sind gefallen, der Mammutbaum muss weichen! Nach dem Beschluss in einer Sondersitzung der Bezirksvertretung I im Historischen Rathaus kann der geplante Anbau auf dem Gelände der Grundschule Heinrichstraße wie geplant und ohne Verzögerung ausgeführt werden. Es gab nur eine Enthaltung und keine Gegenstimmen! Im Sommer 2019 sollen die neuen Räumlichkeiten fertig erstellt sein.

Viel Wirbel hatte es in den Tagen vor der Sitzung gegeben. Baumschützer hatten sich zu Wort gemeldet und plädierten für eine bauliche Lösung mit einer Integration des Mammutbaumes. Die Initiative „Baumwatch Mülheim an der Ruhr“, die sich im vergangenen Jahr bereits erfolgreich für den Erhalt der kompletten Baumallee an der Leineweberstraße stark gemacht hatte, rief im Vorfeld zu einer Mahnwache unter dem Mammutbaum auf. Auch die „Grüne Jugend“ nahm an der Mahnwache teil und brachte ihre Verärgerung über die Baumfällung in einer Pressemitteilung zum Ausdruck. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen erarbeitete noch kurzfristig einen Eilantrag mit einer Veränderung des Bauvorhabens.

Auf der anderen Seite meldeten sich die Verantwortlichen der Grundschule Heinrichstraße und die Schulpflegschaft zu Wort. Aufgrund der räumlichen Not und der ihrer Meinung nach alternativlosen Planung votierten sie geschlossen für die Fällung des Mammutbaumes. Auf etwa 70 Quadratmetern werden im Moment zeitgleich knapp 70 Kinder im Zuge der Ganztagsschule betreut. Viele weitere Eltern sind dringend auf einen Betreuungsplatz für ihr Kind angewiesen. Bislang war es aber nicht möglich, weitere Plätze zu schaffen.
Es fehlen ganze Klassenzimmer, selbst die Kellerräume werden genutzt, um alle Kinder überhaupt unterbringen zu können.

Schule platzt aus allen Nähten

Der Schulleiter machte in der Versammlung der zuständigen Bezirksvertretung klar, dass die Schule aus allen Nähten platzt. „Es gibt bei uns nicht mal mehr einen Abstellraum oder eine Bücherei, weil wir die Räumlichkeiten bei 312 Kindern anders nutzen müssen. Dabei ist die Not in der Ganztagsbetreuung am größten“, sagte Martin Zeller. Seitdem ein Pavillon vor zwei Jahren ausgebrannt war, herrschte eine noch größere Platznot als ohnehin schon. „Die Betreuungssituation ist mangelhaft. Wir sind uns alle einig, dass der Erhalt eines Baumes in keinem Vergleich zur unbedingten Verbesserung der Lage für unsere Kinder stehen darf. Der Neubau muss nun starten. Es ist für uns nicht fünf vor, sondern bereits fünf nach zwölf“, sagte Sina Kiwitt als Vertreterin der Schulpflegschaft.

Für den Durchbruch, im Sinne der Schul-Interessen zu handeln, sorgte Peter Schnatmann. Der Architekt erläuterte seine aktuelle Planung und wies bei den Alternativplänen jeweils auf die Nachteile hin. Damit konnte er die Politiker aller Parteien überzeugen. Allerdings ließen diese noch festschreiben, dass auf dem Schulgelände selbst für Ersatzpflanzungen gesorgt werden soll. Auch eine diskutierte Dachbegrünung ist noch nicht endgültig vom Tisch. Nach der Abstimmung meinte Bezirksbürgermeister Arnold Fessen: „Ich bin erleichtert über den Beschluss. Für Sie hatte das Wohl der Kinder Priorität!“
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