Modernisierungsbündnis will Mülheims Häuser für die Zukunft fit machen

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Oberbürgermeister Ulrich Scholten mit Vertretern der beteiligten Institutionen. (Foto: Foto: Walter Schernstein)

Neben Osnabrück und Erfurt ist Mülheim jetzt die bundesweit dritte Pilot-Kommune, in der Stadtverwaltung, Handwerkerschaft, Hauseigentümer, die lokale Klimaschutzinitiative und Energieversorger unter wissenschaftlicher Begleitung der Bundesstiftung Umwelt (BDU) ein Modernisierungsbündnis geschlossen haben, um die 32.000 Wohngebäude in der Stadt energie- und klimatechnisch für die Zukunft fit zu machen.

Nach dem man bei einer energetischen Sanierung im Modellquartier Heißen-Süd und im Rahmen von Komplettsanierungen der großen Wohnungsunternehmen, wie SWB, MWB und Immeo bereits gute Erfahrungen gemacht hat, richtet Oberbürgermeister Ulrich Scholten jetzt das Augenmerk auf die 6000 Wohngebäude aus den Baujahren 1957 bis 1968. Denn deren Beheizung kostet bis zu fünfmal mehr Energie als die Beheizung eines optimal energetisch sanierten Hauses und erhöht damit den klimaschädlichen CO2-Ausstoß.
Mit Blick auf das klimaschädliche Kohlendioxid betonte der OB bei der Vorstellung des Modernisierungsbündnisses: „Mülheim steht, wie alle Kommunen in Deutschland, vor der Herausforderung die deutschen Klimasschutzpläne in konkretes Handeln umzusetzen.“

"Die CO2-freie Gesellschaft muss kommen

„Die CO2-freie Gesellschaft muss bis 2050 kommen, wenn wir der nächsten Generation einen lebenswerten Planten hinterlassen wollen“, machte der Generalsekretär der DBU Dr. Heinrich Bottermann deutlich. Und er fügte hinzu: „Das müssen wir schaffen, in dem wir die Menschen nicht gängeln und belehren, sondern mitnehmen und überzeugen.“ Für den DBU-Chef steht dabei außer Frage, dass zu der CO2-neutralen Modernisierung der Wohngebäude auch die Weiterentwicklung von CO2-freier oder zumindest schadstoffarmer Industrieproduktion und Mobilität kommen muss, um die C02-freie Gesellschaft zu erreichen und damit einen ungebremsten Temperaturanstieg von mehr als zwei Grad Celsius zu verhindern. Elektromobilität und Öffentlicher Personennahverkehr sind klimatechnisch angesagt.

Hauseigentümer überzeugen und mitnehmen

„Wir müssen Hauseigentümer davon überzeugen, dass das Geld, das sie in die energetische Sanierung ihrer Immobilie investieren nicht verloren ist, sondern als neue Werthaltigkeit ihrer Immobilie erhalten bleibt“, unterstreicht Volker Weißhuhn, der bei der Mülheimer Energiedienstleistungsgesellschaft Medl für den Bereich Wärme zuständig ist. Der Geschäftsführer des 4000 Mitglieder starken privaten Eigentümer-Verbandes Haus und Grund, Andreas Noje, und Kreishandwerksmeister Jörg Bischoff machen deutlich, dass das Thema Energieberatung spätestens seit der Einführung des Energieausweises und der Energiesparverordnung von 2007 bei fast jeder Beratung ein Thema ist. Dabei sieht Noje bei jüngeren Immobilienbesitzern eine größere Bereitschaft in die energetische Modernisierung ihres Hauses zu investieren.

Internetplattform startet im September

„Mit unserer Unterstützung können die lokalen Akteure offen an die Moderniserungsthemen herangehen, neue Möglichkeiten prüfen und vorhandene Pläne weiterentwickeln“, beschreibt der für die örtlichen Modernisierungsbündnisse zuständige Projektleiter der DBU, Andreas Skrypietz die Rolle Bundesstiftung Umwelt. Nicht nur im persönlichen Gespräch, sondern auch mit Hilfe einer Internetplattform, die im September an den Start geht, wollen die Akteure des lokalen Modernisierungsbündnisses wichtige Informationen an Haus- und Wohnungseigentümer bringen, etwa Antworten auf die Fragen: Welche Modernisierungsformen sind für welche Immobilie geeignet und wie können Modernisierungen auch für Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern kostensparend und mit finanzieller Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau realisiert werden. Thomas Emons
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