Mülheimer OB-Kandidaten ganz privat: Ulrich Scholten (SPD) im Gespräch

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Das Ehepaar Scholten im Kreise der Familie. (Foto: PR-Foto Köhring)
 
(Foto: PR-Foto Köhring/AK)

Am Sonntag, 13. September, entscheiden sich die Mülheimer für einen neuen Oberbürgermeister: Ulrich Scholten (SPD) oder Werner Oesterwind (CDU). Wer an Politik interessiert ist, der hat die beiden Kandidaten im Wahlkampf bereits erleben können. Doch was für Menschen stecken hinter den Gesichtern auf den Plakaten? Bei einem Gespräch mit MW-Redakteurin Regina Tempel plauderte Ulrich Scholten nebst Gattin Marion einmal über ein Leben jenseits der Politik.

Eigentlich, bekennt Ulrich Scholten, sei er kein echter mölmscher Jung - zumindest nicht, wenn man es auf den Geburtsort bezieht: ein Krankenhaus in Duisburg. Aufgewachsen allerdings ist der 57-jährige mit einem Bruder in Broich. Zur Pestalozzischule ging es noch zu Fuß, nach der Schule aber mit der Straßenbahn nach Duisburg, wo die Großeltern einen Friseursalon hatten und die Mutter mitarbeitete. „Ich war in dem Alter schon sehr selbstständig“, erinnert sich der Lokalpolitiker.

Jugendliebe geheiratet

Bis zum Abitur gab es einige „Irrungen und Wirrungen“, wie Scholten schmunzelt, aber nach dem Besuch des Karl-Ziegler-Gymnasiums und der Realschule Stadtmitte gelang die Reifeprüfung an der Otto-Pankok-Schule.
Familie hat einen großen Stellenwert im Leben von Ulrich Scholten. Seine Jugendliebe Marion lernte er mit 16 Jahren in der Schule kennen und heiratete sie 1985. Die beiden Töchter, heute 25 und 28 Jahre alt, wuchsen behütet auf. „Aber es war uns auch wichtig, dass sie selbstständig, offen und mit gegenseitigem Respekt erzogen wurden“, betont der Familienvater.

Seit vielen Jahren lebt das Ehepaar Scholten in Eppinghofen. „Wir fühlen uns ausgesprochen wohl hier, es ist sehr ruhig und es gibt viel Grün drumherum“, beschreibt Marion Scholten die Vorzüge des Heimes im Dichterviertel. Und eine gute Nachbarschaft: „Als Sturm Ela hier einige Bäume gefällt hat, haben alle mit angepackt“, erinnert sich Scholten.

Anfangs bewohnte das Ehepaar in dem aus dem Jahr 1917 stammenden Haus nur eine Wohnung, aber als das dreistöckige Haus zum Verkauf stand, nutzten sie die Chance und bauten um zum Mehrgenerationenhaus: Bis zu seinem Tod lebte hier auch der Vater von Ulrich Scholten.

Urlaub in den Bergen

Menschen um sich herum hat der SPD-Vorsitzende offenbar gerne. Und das nicht nur im Job als Personalchef der Mannesmann Salzgitter Röhrenwerke. Lässt die Zeit es zu, spaziert das Ehepaar sonntags von der Hahnenfähre in Menden bis nach Kettwig und kehrt dann in der „Alten Fähre“ ein - gerne auch mit Kind und Kegel. „Ich finde es schön, wenn man irgendwohin kommt und man kennt die Menschen“, weiß Scholten um die Vorzüge der persönlichen Nähe.Das gilt nicht nur für die Freizeit, auch für den Urlaub. Seit fast 20 Jahren hat das Ehepaar Scholten sein Herz an die Steiermark verloren. Ein Bauernhof im Ennstal ist ständiges Urlaubsziel, nicht nur im Winter, wenn Scholten seiner Leidenschaft als Skifahrer frönen kann. „Auch im Sommer ist es dort wunderschön und erholsam“, schwärmt er.

Und man kennt sich eben. Nicht nur den Hofbesitzer, auch viele Gäste kommen aus Mülheim - Gutes spricht sich herum. Die Wertschätzung der österreichischen Gastgeber hängt gerahmt im Wohnzimmer: eine Ehren-Urkunde für treue Stammgäste des Ortes. Der Bürgermeister der Marktgemeinde Haus i.E. hingegen postete kürzlich ein Foto mit Wahlkampfshirt von seinem prominenten Gast auf dessen Facebook-Seite - als Unterstützungsgeste aus dem fernen Österreich.

HTC Uhlenhorst-Fan

Die kann Ulrich Scholten gebrauchen, denn die Wahl scheint knapp zu werden. Schon seit Wochen ist der Lokalpolitiker im Wahlkampfmodus und von morgens bis abends auf Terminen unterwegs. Dafür hat er lange vor sich hergeschobenen Urlaub genommen. 14 Stunden Einsatz am Tag sind im Moment keine Seltenheit. Da kommen manch andere Sachen zu kurz. Wie der Sport zum Beispiel. Eine Stippvisite auf dem heimischen Crosstrainer muss da für den HTC Uhlenhorst-Fan reichen. „Meine Frau ist da wesentlich disziplinierter als ich“, lacht Scholten, „sie joggt jeden Morgen ihre Runde mit dem Hund.“
Auch für Konzerte auf der Freilichtbühne, die das Ehepaar gerne besucht, ist nicht mehr so oft Zeit. „Aber noch bin ich nicht richtig im Stress. Ich arbeite einfach alles nacheinander ab.“

Start beim Drachenbootfestival

Der Spaß kommt dabei nicht zu kurz. So ist das Wochenende am 12. und 13. September schon geblockt: für das Drachenbootfestival. Gleich zweimal geht Ulrich Scholten hier an den Start: Am Samstag im „Blechdrachen“ seines Arbeitgebers, am Sonntag beim Parteienrennen im Boot der SPD. Und natürlich will er auch da die Nase vorn haben.
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