Nahverkehr erregt die Gemüter

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Über 100 Bürger nahmen an der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Mobilität teil. Das Interesse und der Protest wachsen. (Foto: PR-Foto Köhring/JA)

Den geballten Unmut bekamen Poltik und Verwaltung am Donnerstagnachmittag erneut zu spüren: Rund 100 Bürger verfolgten die Sitzung des Aussschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Mobilität.

In den Eingaben von Bürgern aus Menden, Mintard und Broich kritisierten sie immer „das Abschneiden“ ihrer direkten Buslinien in die Innenstadt. Gerade die Älteren und ganz Jungen müssten nach den heutigen Plänen mindestens einmal umsteigen. Der geballte Protest gegen die Streichung der Linie 151, der vor drei Wochen begann und auch am Donnerstag spürbar war, scheint inzwischen Früchte getragen zu haben: Die Politiker aller Parteien denken nach. „Es wird eine erneute Fahrgastzählung auf der Linie 151 geben“, kündigte Dezernent Peter Vermeulen an.

Bürgerversammlung am 25. Juni um 19.30 Uhr

Für die anderen umstrittenen Linien könnten vor den Sommerferien keine Zählungen mehr stattfinden. „Alle Eingaben der Bürger werden von der Verwaltung geprüft und fließen in den Entwurf des Nahverkehrsplanes ein“, sagte der Dezernent. Er verwies auch darauf, dass am Dienstag, 26. Juni, in der Realschule Stadtmitte an der Oberstraße eine öffentliche Bürgerversammlung zum Nahverkehr stattfinden werde. „Allerdings“, so Vermeulen, „müssen wir sparen.“ Der Zuschuss für den öffentlichen Nahverkehr betrage rund 29 Millionen Euro pro Jahr. „Die Politik erwartet von uns, dass wir in den kommenden Jahren zwei Millionen Euro pro Jahr im Nahverkehr einsparen“, sagte er in Richtung Zuschauer.

Nahverkehr teuer

„Die hohen Kosten des Mülheimer Nahverkehrs liegen auch in Fehlplanungen in der Vergangenheit“, gab der SPD-Fraktionsvorsitzende Dieter Wiechering zu.
Aus Reihen der SPD kommt inzwischen die Forderung, „auch jenseits der Linienführungen nach Einsparpotentialen zu suchen.“ Vor allem in der MVG-Verwaltung und den Werkstätten wird Sparpotential vermutet. Auch die Grünen denken in diese Richtung.
MVG-Chef Klaus-Peter Wandelenus wies die Vorwürfe zurück: „Wir haben in den vergangenen Jahren über 170 Stellen abgebaut. Die Grenze ist erreicht.“
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