UPDATE: Brücken-Drama abgewendet - vorläufiger Weiterbau an der Thyssenbrücke

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"Avanti Dilettanti": Die neue Thyssenbrücke passt nicht zusammen. Nun wird wieder gewerkelt - womöglich nur bis zum 20. Juli. Foto: PR-Foto Köhring

Das Drama um die Thyssenbrücke schien sich in den letzten Wochen dramatisch zuzuspitzen. Doch am Dienstag, 10. Juli, konnte sich die Stadt endlich mit der Baufirma verständigen. Nun wird weitergebaut. Zunächst. 

Ist die Verbindung über die Eisenbahngleise über die alte Brücke ab Herbst gekappt und das neue Bauwerk nicht nutzbar, wird die Friedrich-Wilhelms-Hütte nicht mehr mit Gas beliefert. Die Straßenbahn nach und in Oberhausen könnte in diesem Fall nicht mehr fahren. Es wäre der Super-GAU. Nur zwei von vielen großen Problemen, die die Stadt insgesamt viele Millionen Euro kosten würden. 

Nun hat sich die Stadt Mülheim mit der bauausführenden Firma nach einer fast dreistündigen konzentrierten Verhandlung auf den vorläufigen Weiterbau der Thyssenbrücke verständigt.Vorausgegangen war eine technische Erörterung einer Weiterbaulösung, die uneingeschränkt von der Baufirma getragen wird und geeignet ist, die entstandenen Mängel zu beseitigen.

Hierauf hatten sich bereits am Montag die Firma, die Stadt und die von ihr beauftragten Planer und Sachverständigen geeinigt. Die bauausführende Firma sagt für die Lösung die Gewährleistung zu und hat bereits die baubetriebliche Machbarkeit geprüft, ob die bis zur Herbstsperrpause der Deutschen Bahn mindestens erforderlichen Arbeiten erledigt werden können. Ob auch die Gaspipeline, die unter der alten Brücke hängt, dann nahtlos durch eine neue Pipeline an der neuen Brücke ersetzt werden kann, muss allerdings  mit dem Gasversorger anhand des neuen Bauzeitenplans noch geklärt werden.

Die Höhe der Mehrkosten ist offen


Die im Ratsbeschluss für einen Weiterbau geforderten Bedingungen wurden verhandelt. Sie sollen alle erfüllt werden.Einzig die Höhe nach Mehrkosten für die Mängelbeseitigung konnte nicht abschließend geklärt werden. Hierzu sind weitere Prüfungen notwendig, die jetzt rasch erfolgen sollen. Bis zum 20. Juli tritt die Baufirma erst einmal in Vorleistungen. Dann soll eine Vereinbarung endverhandelt werden, in der auch die anteilige Vorfinanzierung für alle Beteiligten geregelt wird.

Schaden wird beim Verursacher geltend gemacht

Die Stadt wird den bis zur Brückenfertigstellung durch die Mängel entstandenen Schaden bei den Verursachern geltend machen. Beide Seiten haben den von der Stadt eingeschalteten Sachverständigen, Prof. Dr. Gerhard Hanswille, gebeten, eine Einschätzung über die unterschiedlichen Anteile der jeweiligen Schadenverursacher am eingetretenen Mangel abzugeben. Auf dieser Basis könnte dann außergerichtlich geklärt werden, wer welche Mehrkosten final trägt.

Nächster Baustopp droht am 20. Juli 

Der zuständige Baudezernent, Peter Vermeulen, erklärte: "Der Ratsbeschluss hat eine gute Verhandlungsposition ermöglicht. In dem durchaus harten Gespräch konnte ein Burgfrieden erzielt werden, der auf eine abschließende Vereinbarung hoffen lässt. Jetzt wird erst einmal weitergebaut!" Sollten sich die Parteien bis zum 20. Juli nicht einigen können, droht wieder ein Baustopp und damit Unklarheit, bis wann eine neue Thyssenbrücke ersteht."

Abriss der alten Brücke auf jeden Fall im Herbst

In jedem Fall wird in der Herbst-Sperrpause die alte Thyssenbrücke abgerissen. Spätestens dann wird man sagen können, wann der Verkehr wieder über die neue Brücke fließen kann oder ob alles Verhandeln im Grunde nutzlos war und als Streit vor den Gerichten landet.
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