Wahlkompass Mülheim: Die Grünen

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Krumwiede liegt besonders das Thema Bildung am Herzen. (Foto: PR-Foto Köhring/KP)

„In Bayern wird man zum Krawallbürger erzogen, wenn man zu den Grünen gehört“, bekennt Franziska Krumwiede schmunzelnd. Die gebürtige Ingolstädterin kommt aus einer „grünen“ Familie, war bereits in der Grünen Jugend aktiv und kandidiert nun bei den Kommunalwahlen.

Franziska Krumwiede liegt besonders das Thema (frühkindliche) Bildung am Herzen. Mit Blick auf ihr abgeschlossenes Studium ist das freilich nicht allzu verwunderlich: Krumwiede hat in Bochum Deutsch, Geschichte und Latein auf Lehramt studiert und bereits während ihres Studiums einen Lateinkurs an der Gesamtschule Saarn sowie einen Geschichtskurs an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule betreut.

Im Bereich Bildung bestehe momentan an allen Ecken und Enden Handlungsbedarf: „Das Betreuungsangebot in Kitas, besonders die U3 Betreuung, muss flächendeckend ausgebaut werden“, betont Krumwiede. Ihr Anspruch: Mülheim soll zu einer Vorzeigestadt werden. Auch im Bereich Inklusion gebe es noch viel zu tun. „Die Chancen der Inklusion sind noch nicht in den Köpfen aller Lehrer verankert. Die Politik muss mehr hinter den Lehrern stehen, ihre Sorgen ernst nehmen.“ Mehr Verständnis für die Bedürfnisse der Lehrkräfte könnte aufkommen, wenn kommunale Entscheidungsträger selber einen Inklusionskurs besuchten, wie Krumwiede bemerkt.
In Hinblick auf das allmähliche Schwinden der Haupt- und auch Realschulen müsse es Aufgabe der Politik sein, auf die veränderte Schullandschaft zu reagieren und Innovatives zu entwickeln.

Einen weiteren Schwerpunkt setzt Krumwiede mit dem Bereich Kunst und Kultur. „Wir müssen Künstler, wie beispielsweise Lubo Laco, als Experten für ein vernünftiges Stadtbild ansehen und sie in Stadtentwicklungsprozesse einbinden.“ Sie weist auf die grauen unansehnlichen Kübel auf der Schloßstraße hin, die einem vernünftigen Stadtbild eben nicht entsprechen. Die Arbeit der Künstler müsse gestärkt werden, denn Kunst sei mehr als ein zum Beruf gemachtes Hobby.

Ärger bei den Bürgern rufen nach wie vor die Leerstände der Innenstadt und das ehemalige Kaufhofgebäude hervor. „Allerdings gehören die Ladenlokale größtenteils privaten Investoren, sodass wir auf die teilweise unverschämte Höhe der Miete keinen Einfluss nehmen können.“ So wolle man zudem in der Diskussion um den Kauf des ehemaligen Kaufhofgebäudes nicht nachgeben. Der Öffentlichkeit rät sie, Druck auf den Eigentümer zu machen. In Hinblick auf die fehlende Mehrheit in der letzten Periode bemerkt Krumwiede, dass wechselnde Mehrheiten auch dieses Mal nicht schlecht seien. Wichtig sei ihr, nicht im Hamsterrad zu laufen, sprich: „Ich will anderen nicht einen Gefallen tun müssen, nur damit man selber Gefälligkeiten erhält.“ Krumwiede hat die Vision, etwas in Mülheim zu verändern.

Zur Person:
Die 28-Jährige wurde in Ingolstadt geboren und lebt seit sieben Jahren in Mülheim. Ihren Master of Education hat Krumwiede an der Ruhr-Universität Bochum in Deutsch, Geschichte und Latein absolviert. Derzeit promovert sie in Literaturwissenschaft zur Literatur von „Sinti und Roma“ und ist in der Lehrerfortbildung im Bereich Inklusion tätig. Im Oktober erwartet sie ihr erstes Kind.

Wahlprogramm kurz gefasst:
Mehr Grün für Mülheim:
Gemeinsam mit allen Bürgern einen Lebensstil für Morgen entwickeln, der auf Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Verantwortung ausgerichtet ist.

Ökologie, Klimaschutz, Umwelt-, Natur- und Tierschutz:
Die Innenstadt soll als Wohn- und Arbeits- sowie Kultur- und Freizeitort wieder attraktiver werden, beispielsweise durch eine Öffnung und Gestaltung von Innenhöfen sowie durch die Anlage von Grün- und Aufenthaltsflächen.
Sparsamer und restriktiver Umgang mit Bauflächen zugunsten des Natur- und Landschaftsschutzes.

Vielfältige und solidarische Gesellschaft:
Barrierefreies Bauen und Begegnungen, um zwischenmenschliche Barrieren abzubauen, sollen in einem gemeinsamen Konzept die Rahmenbedingungen für Inklusion schaffen.
Keine Kürzung in den Bereichen Wohnungslosenbetreuung, Drogenberatung, Schwulen- und Lesbenberatung, Frauenhaus und Betreuung von Flüchtlingskindern.

Zukunft und Perspektive für Jung und Alt:
Flächendeckende altersgerechte und inklusive Quartiersentwicklung, selbstbestimmtes Leben - so lange wie möglich, Förderung von alternativen Wohnkonzepten.

Zukunftsfähige Mobilität:
Stärkung und Ausbau des Radverkehrs, werktags tagsüber 10-Minuten-Takte im Schienenverkehr und ein dichtes Busnetz sowie der barrierefreie Ausbau von Haltestellen.

Bildungspolitik:
Ausbau von Kitaplätzen, Kooperation zwischen Förder- und Regelschulen, das Inklusionspotenzial zu nutzen.

Wirtschaft:
Konsolidierung des Stadthaushalts.
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