Wahlparty im Standesamt: SPD Kraftlos- Mülheimer gelassen

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Überraschung: Solche Zahlen hat NRW seit 1946 nicht mehr gesehen. Videowand im Standesamt.
 
Es waren nicht viele, die im Standesamt auf der "Wahlparty" auf die Hochrechnungen warteten.

Im Standesamt des Rathauses öffneten sich am Sonntag, 14. Mai, die Türen um 17.45 Uhr. Gemeinsam konnten hier die Bürger die ersten Hochrechnungen, die ersten Gespräche und Analysen auf einer großen Videoleinwand sehen. Den Rutsch der SPD und den Rücktritt Hannelore Krafts hatte jedoch niemand vermutet.

Kurz vor der ersten Prognose waren vielleicht 60 bis 70 Interessierte eingetroffen. Ehepaare, Grüppchen, Parteifreunde. Und dann kam die Überraschung der ersten Prognose: Gute 34 Prozent für die CDU und etwas über 30 Prozent für die SPD.
Ein "krachender Absturz", wie Martin Schulz später zu diesem Wahlergebnis sagte.

Drei Wahlsieger mit Grund zur Freude

Die CDU als stärkste Partei und mit Armin Laschet stand nicht alleine da mit einem hohen prozentualen Wahlgewinn. Auch die FDP hat - unter Lindners Führung - das beste Ergebnis aller Zeiten in NRW erzielt: 12,7 Prozent sind Anlass zur Freude der Anhänger. Auch die AfD mit ihrem Vorsitzenden Marcus Pretzell, wird als Opposition mit über 7 Prozent in den nächsten Landtag einziehen und dort einige Stühle besetzen.
In einigen Stadtteilen Mülheims erreichte seine Partei fast zweistellige Zahlen (Stand 21 Uhr). Das Bündnis90/Grünen, halbierten ihre Zahlen auf knapp über 6 Prozent und sind froh, überhaupt noch in den Landtag einzuziehen.

Reaktionen auf Erdrutschzahlen blieben aus
Eine emotionale Reaktion im Publikum wurde nicht deutlich. Stimmengewirr im Foyer, klirren der Gläser, Gespräche. Fast war es, als wären keine Zahlen verkündet worden. Der Geräuschpegel stieg nicht an und er fiel nicht ab.
Niemand fiel in Ohnmacht, keiner schrie.

Die einzige kleine Gruppe, die ein freudiges "Ja! Super!" von sich gaben, waren Anhänger der LINKEN, die sich über eine Prognose über 5 Prozent für ihre Partei freuten und damit den erstmaligen Einzug in den Düsseldorfer Landtag begrüßten.


Die LINKEN und die kurze Freude

Diese Freude wurde allerdings nach 20 Uhr sehr gedämpft und jetzt (21 Uhr) scheint es so, als wäre der Besuch der LINKEN in den Sendestudios der ARD ein Sonntagsausflug ohne Konsequenz. Sie werden es wohl nicht in den Landtag schaffen, denn im Laufe des Abends fielen die Berechnungen knapp unter die 5 Prozent Hürde. Bleibt es so, ist es das "Aus für die Hoffnungen" der Parteianhänger.

Gelassene Bürger beobachten Krafts Rücktritt
Hannelore Kraft nimmt sehr frühzeitig - und sichtlich angegriffen von dem schlechtesten Ergebnis der SPD seit 1946 - die Verantwortung für die Wahlkampfthemen auf sich und tritt sofort von ihren Ämtern zurück:



Sie wird allerdings ihr Landtagsmandat wahrnehmen, denn ihren Wahlkreis in Mülheim an der Ruhr hat sie mit über 39 Prozent gewonnen. Im Gegensatz zu den Emotionen der Zuschauer bei WM-Fußballspielen beim Public Viewing, war diese Versammlung der Zuschauer mehr als ruhig und entspannt.

Das Foyer des Standesamts wurde nach dem Rücktritt von Hannelore Kraft schnell leerer.

Genaue Zahlen der Mülheimer Wahlkreise wurden von der WAZ bereits online eingestellt.
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