Zähe Verhandlungen zwischen ver.di und Einzelhändlern

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Am Freitagmorgen gegen 6 Uhr hat die Warenhaus-Kette real,- von den Streikaktionen erfahren. Die Gewerkschaft ver.di hatte die Belegschaft des Speldorfer Marktes an der Weseler Straße zum Streik während des laufenden Betriebs aufgerufen.

Warum ausgrechnet real,- massiv bestreikt würde, kann Pressesprecher Markus Jablonski nicht verstehen. „real,- ist eins der tariftreuesten Unternehmen.“ Er führt die Gründe auf die schiere Größe und Bekanntheit des Unternehmens zurück.

Den Verantwortlichen vor Ort sei am Freitag - und auch am Samstag und Montag wurde gestreikt - nur wenig Vorlauf zu handeln geblieben. Allerdings: Diese Streikaktionen waren nicht die ersten, das Fehlen der von der Gewerkschaft zum Streik aufgerufenen Mitarbeiter konnte laut Jablonski gut durch andere Mitarbeiter aufgefangen werden. „Der Betrieb lief also normal weiter“, versichert der Pressesprecher. Das Wichtigste: „Für die Kunden ist immer geöffnet.“ Ob die den Streik gut heißen oder nicht, vermag er nicht zu sagen. „Für den Kunden steht wohl der Einkauf im Vordergrund. Und im Markt selber bekommen sie von dem Streik nichts mit.“

Gerechtfertig findet Isabella Hillig von ver.di die Streikationen. Auch in der zweiten Runde hätten die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. „Die Beschäftigten im Einzelhandel haben ein faires Entgeltangebot mehr als verdient. Es wird Zeit, dass sich die Arbeitgeber bewegen.“ Die nächsten Verhandlungen sollen Anfang Juli geführt werden. Weitere Streikaktionen seien nicht ausgeschlossen, erst recht nicht, wenn weiterhin kein Angebot vorgelegt würde. Gefordert werden 6,5 Prozent, mindestens 140 Euro mehr Gehalt und Lohn für die Beschäftigen im nordrhein-westfälischen Einzelhandel. Azubis sollen künftig 140 Euro mehr im Monat verdienen. Aber: „Es wird eine schwierige Runde“, ist sich Hillig sicher. „Wegen der Kündigung des Manteltarifvertrags (MTV) werden sich die Verhandlungen wohl ziehen.“
Trotz Kündigung des MTV würde sich für die Arbeitnehmer nichts ändern, bekräftigt Jablonski. Die Arbeitgeber fordern unter anderem für Neueintritte den Wegfall der Kassierzulage, zudem eine neue Entgeltgruppe für Verräumtätigkeiten sowie den Wegfall der Zuschläge für Spät- und Nachtverräumtätigkeiten.
„Wir möchten über den gesamten Tarifvertrag verhandeln“, so der real,-Pressesprecher. „Und nicht nur über Tariferhöhungen, wie die Gewerkschaft ver.di das wünscht.“
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