Zukunft des Lindgens-Geländes bleibt offen - SMW verklagt die Stadt

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Lederfabrik Lindgens (Foto: Walter Schernstein)

Wie geht es weiter mit dem rund 42.000 Quadratmeter großen Lindgens-Gelände? Die Zukunft ist offen. Die Entwicklungsgesellschaft SMW, ein Zusammenschluss zwischen Sparkasse Mülheim und der Mülheimer Wohnungsbau eG (MWB), hat vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf eine Klage eingereicht. Damit will sie erreichen, dass endlich die Genehmigung erteilt werden für den Abriss von längst verfallenden Gebäuden auf dem Gelände. Eine Voraussetzung, um das bereits 2011 erworbene Areal endlich entwicklungsreif zu machen.

Gleichzeitig musste der städtebauliche Wettbewerb, der nach einem Jahr der Vorbereitung im September starten sollte, kurzfristig wieder abgesagt werden. Die Stadtverwaltung hat SMW Ende Juli schriftlich mitgeteilt, dass man ungeklärte Verkehrsprobleme als Hindernis ansehe. Sie sprach die Empfehlung aus, den Wettbewerb zu stoppen, wie MWB am Dienstagabend mitteilte. Der städtebauliche Wettbewerb hätte bis Ende des Jahres ein konkretes Gewinnerprojekt für die Bebauung des Lindgens-Areals ergeben sollen. Daraus hätte ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet werden können. Architekturbüros samt Jury waren bereits eingeladen. Die Stadt Mülheim hatte nach Aussage der MWB bei der Vorbereitung des Wettbewerbs eng mit der SMW zusammengearbeitet.

"Wir haben hierbei eine Gemengelage aus verschiedenen Rechtsbereichen wie Denkmalschutz, Emissionsschutz, aber auch die verkehrliche Erschließung, für die keine einfachen Lösungen zu finden sind", erklärt Wiebels. Oberbürgermeister Ulrich Scholten ließ aus dem Urlaub verlauten, dass auch die Stadt weiterhin ein positiven Ergebnis möchte. Er zeigt Verständnis dafür, dass SMW eine Klärung herbeiführen möchte, wie es mit dem Gelände nun weitergehe. 

Es habe bereits im Juli ein Gespräch mit Vertretern der SMW und dem Baudezernat gegeben, das letztlich aber zu keiner Lösung geführt habe, weiß Stadtsprecher Volker Wiebels. Oberbürgermeister Ulrich Scholten, der sich zurzeit in Urlaub befindet, zeigt Verständnis dafür, dass SMW von der Stadt als Dienstleister wissen möchte, wie es weitergeht. Auch wenn das nun auf dem Klageweg passiert. "Das bedeutet aber nicht, dass man dieses Projekt nicht will", betont Wiebels. SMW hält den Klageweg für notwendig, um den durch die Verzögerungen eingetretenen Vermögensschaden beziffern zu können.
Die Lederfabrik ist eines der letzten erhaltenen Lederfabrikgebäude in Mülheim und inzwischen Teil der Route der Industriekultur. Von den verschiedenen Gebäuden steht nur das Haus Kassenberg Nr. 4 unter Denkmalschutz.

Hintergrund:

>>Das 42.000 Quadratmeter große Gelände am Ruhrufer gehört der Investorengruppe SMW, hinter der die Sparkasse Mülheim an der Ruhr und die Mülheimer Wohnungsbau eG (MWB) stehen.
>>SMW hatte das Gelände 2011 Jahren erworben. Die Projektgesellschaft will neben Kleingewerbe und Gastronomie 200 Wohnungen für rund 500 Menschen errichten. Geplant ist eine Mischung aus frei finanzierten und öffentlich geförderten, preisgünstigen Wohneinheiten.
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