Beethovenmäuse gegen Presbyacusis 

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. Nun sind wir seit dem berühmten Film gewöhnt, dass Hunde und immer mehr auch andere Vierbeiner Beethoven heißen. Wir halten sie deshalb nicht für schwerhörig und erwarten auch nicht, dass sie einen blechernen Hörtrichter mit sich führen.

Für die Forschung gezüchtete Modellorganismen, in dem Fall Mäuse namens Beethoven, können aber beim Aufklären der Ursachen von Presbyacusis helfen. So nennt man das Altersphänomen des progressiven Gehörverlustes. Diese Form der Alterstaubheit, bedingt durch eine zunehmende Degeneration von Haarzellen im Innenohr, wird in der Fachterminologie auch als Presbyacusis bezeichnet. Schönes Wort!
Ehe ich weiter berichte, möchte kurz darauf aufmerksam machen, dass die Wissenschaft nicht einen Augenblick erwogen hat, dass Altersschwerhörigkeit auch eine Gnade Gottes sein könnte. Eigentlich unerhört!

Mit der kurzlebigen Mausmutante Beethoven (Bth) gelang es nun erstmals, ein Tiermodell für diese spezielle Form des Gehörverlusts zu isolieren. Eine winzige Veränderung im Buchstabencode eines Gens der Maus Tmc1, bei dem ein T durch ein A ausgewechselt ist, bewirkt ein verändertes Protein durch einen Aminosäureaustausch. Diese Proteinvariante führt bei Beethoven Mäusen nicht schon nach 20 Tagen, sondern erst ab einem Alter von etwa 30 Tagen zu einem zunehmenden Gehörverlust. (Das ist viel. Die Mutanten leben nur kurz)

Die Beethovenmäuse ermöglichen so einen tieferen Einblick in die Faktoren, die für ein langes Überleben von Haarzellen notwendig sind und können so dazu beitragen, unser Verständnis der Haarzell-Degeneration bei altersbedingtem progressivem Hörverlust entscheidend verbessern. Soweit die Wissenschaftler und zurück zu Beethoven:

Die Wissenschaftler versicherten auf Nachfrage von Musikexperten, dass die Beethovenmäuse nach dem genetischen Eingriff noch genau so gut wie vorher komponieren können.
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Renate Smirnow-Klaskala aus Essen-Nord | 05.07.2018 | 14:41  
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