Der Nächste, bitte! Aus der Praxis des Evangelischen Krankenhauses Mülheim. Heute: Schwindelattacken.

Anzeige
Bei Schwindelattacken sollte man den Arzt konsultieren. (Foto: Foto: PR-Foto Köhring/AK)

Mit dem Alter kommen viele Beschwerden. Norbert P. kommt die Treppen nicht mehr so gut hoch, er hört schlechter als früher und jetzt kommt auch noch dieser Schwindel dazu. Er liegt morgens gemütlich im Bett und dreht sich noch einmal auf die andere Seite – bei dieser Bewegung wird ihm schwindelig und übel, auch muss er sich übergeben. Nach wenigen Sekunden legt sich das Gefühl wieder.

Diese Schwindelattacken in Kombination mit Übelkeit und einem spezifischen „Augenzittern“ sind charakteristisch für einen Lagerungsschwindel, der medizinische Fachbegriff dafür ist benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel. Chefarzt Christian Triebel von der Medizinischen Klinik für Geriatrie und Neurogeriatrie am Evangelischen Krankenhaus Mülheim (EKM) unterscheidet generell zwei Arten von Schwindel: „Der Drehschwindel fühlt sich an wie ein Karussell, der Schwankschwindel lässt einen an ein schaukelndes Schiff denken.“ Als der Arzt Norbert P. diese Unterscheidung erklärt, weiß der 76-Jährige, dass es sich bei ihm um einen Drehschwindel handelt.

„Wenn Patienten dieselben Symptome wie Norbert P. haben, sollten sie ihren Hausarzt aufsuchen. Denn der kann ihnen helfen“, erklärt Triebel. Dabei ist es wichtig, dem Arzt genau zu beschreiben, wie sich der Schwindel anfühlt, wann er auftritt und wie lange er andauert. Denn das gibt ihm Hinweise, um welche Krankheit es sich handelt.

Die Ärzte unterscheiden dabei nicht nur zwischen Dreh- und Schwankschwindel, sondern auch zwischen verschiedenen Schwindel-Syndromen: Schwindelattacken dauern wie bei Norbert P. nur kurz an, etwa 10 bis 60 Sekunden. Es gibt auch Symptome, die Minuten bis Stunden andauern. Eine weitere Form setzt akut ein und hält über Tage oder Wochen an. Es gibt sogar Schwindelformen, die über Monate bis Jahre anhalten können und eine dauerhafte Symptomatik verursachen.

Die Behandlung des Lagerungsschwindels, an dem Norbert P. leidet, erfolgt über spezifische Lagerungsmanöver. Der Patient lernt dabei, sich auf eine bestimmte Weise auf die Seite zu legen und wieder aufzurichten. Das sorgt in der Regel dafür, dass sich die – an sich ungefährlichen – Schwindelattacken legen. Eine Behandlung ist wichtig, erläutert Triebel, denn zum einen schränkt der Schwindel die Lebensqualität ein. Zum anderen kann er dazu führen, dass die Betroffenen stürzen und sich dabei verletzen. Chefarzt Christian Triebel.

Hintergrund:

>>Verursacht wird der Lagerungsschwindel durch bestimmte Partikel, sogenannte Otolithen, die in die Bogengänge des Gleichgewichtsorgans im Innenohr gelangen. Dadurch wird das Gleichgewicht gestört. Das kann bei Menschen aller Altersstufen vorkommen – die möglichen Folgen dieser Schwindelattacken wie Verletzungen nach Stürzen sind allerdings bei älteren Patienten wie Norbert P. oft schwerwiegender. Hintergrund
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.