Fallen im Internet

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Die Mitarbeiter der Verbraucherzentrale klären auf (v.l.): Ariane Jessen, Christiane Lersch und Inse Sterkenburgh. (Foto: PR-Foto Köhring/SH)

8439 Mülheimer haben im vergangenen Jahr den Rat der Verbraucherzentrale an der Leineweberstraße 54 gesucht. Zwei Drittel der Ratsuchenden suchten dabei das Gespräch mit den Mitarbeiterinnen. 1100 Kunden nahmen 2016 eine Rechtsberatung durch die Verbraucherzentrale in Anspruch. 41 Prozent der Beratungen drehten sich rund um das Thema Telekommunikation.

Verstärkt werden die Leiterin der Beratungsstelle, Christiane Lersch und ihre Mitarbeiterin Ariane Jessen durch die Projektmitarbeiterin Ines Sterkenburgh, die derzeit in Schulen und außerschulischen Bildungseinrichtungen Jugendlichen alltagsbezogenes Wirtschafts- und Finanzwissen vermittelt. Von der ausgebildeten Umweltwissenschaftlerin erfahren Jugendliche zum Beispiel, wie man einen monatlichen Haushaltsplan aufstellt und worauf man beim Miet- oder Handyvertrag achten sollte. Die finanzielle Förderung durch das Bundesjustiz- und Verbraucherschutzministerium macht dieses pädagogische Angebot möglich.

Immer mehr Flüchtlinge suchen Rat

Lersch und Jessen müssen zunehmend Flüchtlinge beraten, die aufgrund ihrer mangelnden oder fehlenden Sprachkenntnisse ein leichtes Opfer für Nepper, Schlepper und Bauernfänger sind, weil sie zum Beispiel umfangreiche Handy,- Versicherungs- oder Energieversorgungsverträge unterschreiben, ohne zu verstehen, welche finanziellen Verpflichtungen sie mit ihrer Unterschrift eingehen.
Flüchtlingen, denen an der Haustür eine Sterbeversicherung angedreht wird oder denen mit dem Abschluss eines Handyvertrages auch gleich kostenpflichtige Verträge für einen Tabled PC und eine DSL-Datenleitung verkauft werden, bringen Lersch auf die Palme. „Wir müssen sehr hartnäckig sein, um diese mit arglistiger Täuschung zustande gekommenen Verträge wieder rückgängig zu machen. Aber das können wir gut,“ betont Lerschs Kollegin Jessen.
Mit arglistiger Täuschung bekommen es auch Kunden zu tun, die sich via USB-Stick, Smartphone oder Tabled PC mobil im Internet bewegen und dabei auf verdeckten Hintergrundseiten unwissentlich ein Abo für einen Erotik-Dienst, einen Routenplaner oder eine Rezeptebörse abschließen, das wöchentlich mit bis zu 9,90 Euro über den jeweiligen Telefonanbieter abgerechnet werden. Eine tückische Internetfalle stellen auch sogenannte Fakeshops dar, die zeitlich begrenzt online sind und gegen Vorkasse vermeintlich günstige Produkte anbieten, die aber dann nach der Zahlung nie geliefert werden.

Drittanbietersperre stoppt Internet-Gauner

Lersch und Jessen empfehlen Kunden, die sich mobil im Internet bewegen, mit ihrem Telekommunikationsanbieter auf jeden Fall eine Drittanbietersperre zu vereinbaren. Noch besser wäre es aus Sicht der Verbraucherschützerinnen und ihrer Dachorganisation, wenn der zuständige Gesetzgeber, die Abgeordneten des Deutschen Bundestagses, die Voreinstellung einer Drittanbietersperre gesetzlich verankern würden. Dass dies bisher noch nicht geschehen ist, führen Lersch und Jessen darauf zurück, „dass in diesem Bereich einfach zu viel Geld verdient wird.“

Zweifelhafte E-Mail-Anhänge nie öffnen

Teures Ungemach aus dem Internet droht Kunden auch, die den E-Mail-Anhang einer oft täuschend echt aussehenden Fakerechnung öffnen und damit den kriminellen Absendern Zugriff auf ihre gespeicherten Daten verschaffen. „Zweifelhafte E-Mails sollte man am besten gleich löschen oder zur Überprüfung an die E-Mail-Adresse: fishing@verbraucherzentrale.nrw senden“, empfiehlt Lersch.

Keine Prepaid-Kreditkarten nutzen

Ausdrücklich warnen Lersch und Jessen auch vor den im Internet angebotenen Prepaid-Geldkarten, die mit hohen Nutzungsgebühren, aber mit keinerlei Vorteil für den bargeldlos zahlenden Kunden verbunden seien.
Die örtliche Verbraucherzentrale an der Leinewebrstraße 54 ist unter der Rufnummer 0208-69605307 oder per E-Mail an: muelheim@verbraucherzentrale.nrw zu erreichen. Weitere Informationen bietet ihre Internetseite: www.verbraucherzentrale.nrw/muelheim Thomas Emons
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