Hufrechnen - Der kluge Hans

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von Osten - Nachfolger Krall mit einem Zahlentreter (Foto: wikimedia commens)

Neulich hatte ich mir von Oskar Pfungst „Das Pferd des Herrn von Osten“ bei -zon bestellt.
Es handelt von dem berühmten „klugen Hans“, wobei Hans das Pferd war, nicht Herr von Osten. Der wiederum hieß Wilhelm, wie der damalige Kaiser. Nur die wenigsten werden das Buch kennen, und darauf kommt es mir ja wie immer auch an.

Es erschien 1907 im Verlag von Johann Ambrosius Barth. Vierzehn Tage später steckte ein extrem gestempeltes Paket in meinem Briefkasten mit einem Absender aus Delhi, Indien. Hatte ich unbemerkt neue Gewürze für meine Indischen Bratkartoffeln bestellt? Mitnichten, es enthielt ein Faksimile made in India. Amazon lässt hier wohl von armen indischen Reisbauern alte deutsche Bücher scannen. Das wusste ich nicht und lehne solche Produkte auch ab, aber erst nachdem ich das Buch gelesen habe.
Es handelt sich nämlich um einen wichtigen Beitrag zur experimentellen Tier- und Menschen-Psychologie mit dem Ziel, herauszufinden, wie es der Herr von Osten schaffte, dass sich sein Hengst Hans nur selten mit dem Huf verzählte. Dieses Hufrechnen sorgte damals für erhebliches Aufsehen, wurde doch im Gegensatz zu heute, den Tieren noch keine geistigen Leistungen zugetraut. Der Schulmeister Herr von Osten wollte das Denken nicht den Menschen überlassen und unterrichtet auch Pferde.
Eins davon war Hans, der angeblich über eine große Bandbreite an Grundschulwissen verfügte, dies aber alles nur durch Treten von Zahlen mitteilen konnte. Eine Wissenschaftlerkommission wurde von Berlin geschickt und Oskar Pfungst - siehe oben - fand heraus, dass der Hengst unbeabsichtigte Körpersignal bei Fragestellern, die die Lösung kannten, wahrnahm, um dann augenblicklich das Zählen zu beenden.
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