St. Mariae Geburt feiert

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Stadtdechant Michael Janßen, Elke Titze, Annegret Walz, Jens Christian Vogel und Weihbischof em. Dr. Franz Grave freuen sich auf die 250-Jahrfeier. (Foto: PR Foto Köhring/PK)

Kirchenhügel Mülheim, 1555: In Folge des Augsburger Reichs- und Religionsfriedens vom September des Jahres nehmen viele Mitglieder der katholischen Petri-Kirchengemeinde den protetantischen Glauben an.

Die verbleibenden Katholiken müssen von Stund an sonntags zur Heiligen Messe ins Kloster Saarn oder in die Abteikirche nach Werden gehen. Über zweihundert Jahre wandern die Gläubigen.

Neubeginn 1763

Dann aber ändert sich alles: Am 23. Oktober 1763 ist die neue katholische Volksschule fertiggestellt und die erste Heilige Messe findet dort statt. Als ob die späteren ökumenischen Zeiten bereits vorweggenommen werden: Der evangelische Pfarrer der Petrikirche ist mit dabei.

An diesen Tag vor 250 Jahren will die Gemeinde St. Marie Geburt an zwei Tagen erinnern: Das Wochenende, Samstag 7., und Sonntag , 8. September, steht im Zeichen der Erinnerung und des Patronatsfestes der Gemeinde. Zur Einstimmung lädt der Kirchenmusiker Jens-Christian Vogel am Samstag ab 19.30 Uhr zu einem Orgelkonzert in die Marienkirche ein. Er spielt unter anderem Werke von Bach, Händel und Jehan Alain. Der Eintritt ist frei. „Wir bitten um eine Spende für die Ausbildung von Menschen in Südamerika“, sagt Weihbischof em. Dr. Franz Grave bei der Vorstellung des Programms.

Theologische Dimension

Das Feiern sei kein Selbstzweck, sondern habe tiefe theologische Dimensionen: „Zum einen die Ökumene, die in Mülheim eine sehr lange Tradition hat.“ Allein der Blick nach draußen zeige, wie eng die Kirchen auch baulich miteinander verbunden sind. Die Historie zeige, dass Ökumene keine Erfindung der Neuzeit sei. „Dennoch darf sie nicht zum Stillstand kommen. Hier vor Ort zeigen wir gelebte Ökumene“, so der Weihbischof em. Dr. Grave. „Deshalb sind auch alle evangelischen Christen herzlich eingeladen.“ Und ganz nebenbei erwähnt er, dass die Glocken beider Kirchen klanglich aufeinander abgestimmt sind.
Als zweite Dimension nennt Dr. Grave die missionarische Unterstützung von Christen in Südamerika. „Wir vor Ort geben etwas ab, um die Ausbildung der kirchlichen Ansprechpartner mit zu finanzieren. Fast könnte man sagen, lokal denken - global handeln.“ Die dritte theologische Dimension sei die karitative Arbeit vor Ort, „zum Beispiel die Suppenküche, die jeden Donnerstag von acht bis zwölf Uhr für Bedürftige geöffnet ist.“

Ganz im Sinne der Ökumene steht am Sonntag, 8. September, der Gottesdienst in der Marienkirche. Er beginnt um 11.30 Uhr in der Marienkirche. Die Predigt hält Weihbischof em. Dr. Grave. Aber auch der evangelische Superintendent Helmut Hitzbleck spricht zu den Gläubigen. „Die Liturgie wird musikalisch durch den Chor der Gemeinde, Solisten und Orgelmusik erhöht“, ergänzt Vogel.
„Anschließend lädt die Gemeinde rund um den Kirchhof zum Markt der Möglichkeiten ein“, erklärt Stadtdechant Michael Janßen.

„Die kirchlichen Gruppen, auch evangelische, zeigen die Vielfalt des Gemeindelebens.“ Mit dabei sind unter anderem Ladenkirchen, Kita, Kolpingsfamilie, Pflegedienst, Caritas, St. Marien-Hospital, Hospize, Adveniat und Pfadfinder. Viele der Gruppen bieten auch Speisen an. Es reicht vom Stockbrot und Reibekuchen über Würstchen mit Kartoffelsalat, Hot Dogs bis hin zu Kaffee, Kuchen und Waffeln. Der im Zeichen der Ökumene angelegte Aktionstag endet um 18 Uhr mit dem Ökumenischen Abendlob.

Am Mittwoch, 23. Oktober, dem eigentlichen Gedenktag, lädt die Gemeinde um 18.30 Uhr zum ökumenischen Abendgebet in die Marienkirche ein.
Es predigt Bischof em. Dr. Joachim Wanke. Sein Thema: „Heute christlich leben - Vom österlichen ‚Mehrwert‘ des Glaubens“. Nach dem Gottesdienst lädt die Gemeinde zum Gespräch und zum Miteinander in die Begegnungsstätte der Pfarrei an der Pastor-Jakobs-Straße 6-8 ein.
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