Wärme aus Luft, Wasser oder Erde

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Zufrieden mit der Luftwärmepumpe von Beekes: Heinrich Pickert (Architekt) und Hauseigentümer Kai Wagener (v.l.). (Foto: PR-Foto Köhring/ JA)

Mit der Wärme aus Luft, Boden oder Wasser kann man den hohen Energiekosten entgehen. Wärmepumpen machen es möglich und der Staat fördert sie.

„Es gibt unterschiedliche Systeme“, erläutert Dirk Beekes, Geschäftsführer von Beekes & Fondermann, Sanitär und moderne Heizungsanlagen.
Die optimalsten Anlagen seien Wasserwärmepumpen. „Sie nutzen das Sole/Grundwasser als Energieträger“, erklärt der Heizungsfachmann. Ein Wärmetauscher entziehe dem Wasser die Wärmeenergie, mit der dann die Heizung betrieben werde.

„Nötig ist dafür allerdings eine Bohrung. Wir haben in Winkhausen so eine Anlage gebaut.“ Nach rund 70 Metern erreichte man das Grundwasser, das Dank seiner konstanten Temperatur nun ein Haus erwärmt. „Der COP-Wert( Coefficient of Performance) bei dieser Anlage liegt bei 4. Das bedeutet, dass man pro einer eingesetzten Kilowattstunde Strom (kWh) 4,2 kW Wärme erzeugt.“ Ein optimaler Wert. Die neusten Geräte am Markt erreichen sogar COP-Werte bis 5,5.

„Allerdings sind die Investitionskosten entsprechend höher“, so Beekes „und die Geografie muss stimmen.“ In Mülheim seien neben Winkhausen noch die Saarner Kuppe gut für diese Systeme nutzbar. Aber damit ist das Spektrum der Wärmepumpen bei weitem noch nicht erschöpft. Möglich sind Erdwämesonden oder im Garten verlegte Flächenkollektoren sowie die oft genutzen Luftwärmepumpen.

„Optimal arbeiten alle Wärmepumpen, wenn die Vorlauftemperatur der Heizungen bei rund 35 Grad liegt“, sagt Beekes. Das sei bei Fußbodenheizungen der Fall.

„Natürlich lassen sich die Wärmepumpen auch mit Solarkollektoren, wassergeführten Kaminen oder Brennwertgeräten gut kombinieren.“ Mit ihnen werde dann das Warmwasser erwärmt, denn eine zusätzliche Heizungsmöglichkeit sowie ein Speicher würden in der Regel benötigt.
„Hier in Mülheim schaltet ein Energieversorger die Wärmepumpenanlagen zweimal am Tag für zwei Stunden ab, um Stromspitzen abzufangen. Deswegen sollte für diese Zeit eine Ersatzwärmequelle vorhanden sein“ sagt Beekes.
„Wer sich für die Wärmepumpen interessiert, sollte immer auf die COP-Werte achten. Die können von Hersteller zu Hersteller sowie vom eingesetzten System sehr unterschiedlich sein.“ Generell gelte, je höher der COP-Wert, desto effizienter arbeite die Anlage und spare somit Primärenergie ein.
Bei Einsatz von Wärmepumpen müssten aber die jeweiligen spezifischen Anforderungen beachtet werden.

„Bei der Luft-Variante gelten beispielsweise Abstandregelungen zum Nachbarn. Wer sich für Flächenkollektoren entscheidet, benötigt viel Platz. Büsche und Bäume dürfen die Fläche nicht beschatten und mögliches Wurzelwerk darf die Leitungen nicht erreichen. Bei der Grundwasservariante ist eine Bohrgenehmigungen nötig.“

Angesichts steigender Energiepreise seien Wärmepumpen eine Alternative, so der Fachmann. Bei einer Wärmepumpe mit einem COP-Wert von vier liege der kWh-Preis gegenüber Erdgas rund einen Cent niedriger.
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