Wie entsteht das Burnout-Syndrom?

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Wer sehr engagiert, hart und lange arbeitet, überschreitet sehr häufig seine Leistungsgrenzen. Wenn dann das Auftanken der notwendigen Lebensenergie nicht mehr funktioniert, wenn die anerkannende Rückkopplung von außen unzureichend vorhanden ist, kann dieses Ungleichgewicht von Geben und Nehmen ein möglicher Beginn eines Burnout-Syndroms sein.

Es ist ein Mythos, dass vor allem Manager und Führungskräfte die größte Risikogruppe darstellen. Stress gehört inzwischen zum Alltag der meisten Angestellten, gleich welche Position sie in einem Unternehmen bekleiden. Es sind keinesfalls die Chefetagen, die der Druck am härtesten trifft. Oft ist den Angestellten jedoch nicht bewusst, dass es sich auch bei gesundheitlichen Beschwerden um die Symptome eines Burnout-Syndrom handeln kann.

Das Burnout-Syndrom gefährdet insbesondere die Fleißigen, die Ehrgeizige und jene mit einem hohen Perfektionsanspruch. Es sind dynamische Menschen, die oft einen gewissen Iedealismus mit ihrer Berufstätigkeit verknüpfen und sich überdurchschnittlich engagieren. Sie haben hohe Erwartungen an sich und ihre Umwelt und sind im hohem Maße erfolgsorientiert. Lange Arbeitstage mit zu kurzen Wochenenden sind typische. Die Betroffenen gestehen sich unter Umständen nicht ein, dass ihre persönlichen Kapazitäten begrenzt und überschritten sind. Auf die Dauer geht die Fähigkeit, abschalten zu können verloren. In der Folge wird das persönliche Leben belastet: so werden z.B. eigene Bedürfnisse verdrängt, Hobbies aufgegeben, Hochzeits- oder Geburtstage vergessen, der Urlaub wird verschoben oder verkürzt, für die Kinder bleibt wenig oder gar keine Zeit.

Diese Leistungsorientierung resultiert häufig aus einem schwachen Selbstbild. Man meint, durch die Anerkennung Anderer eigene Selbstzweifel relativieren zu können - auf Dauer ein Trugschluss. Menschen mit einem starken Selbstbild hingegen erwarten keine Ergebnisbewertung ihrer Bemühungen durch Andere. Sie handeln in Übereinstimmung mit sich selbst. Obgleich sie sich stark fordern mögen, sie sind seltener burnout gefährdet.

Eine Gesundheitsumfrage und daraus resultierende Studie des Karlsruher Instituts für Arbeits- und Sozialhygiene zum Thema Burnout-Gefährdung bei Angestellten und deren gesundheitliche Folgen stimmt bedenklich:

85 % der Untersuchten leiden an vegetativen Beschwerden wie
Schlafproblemen, Reizmagen, Magengeschwüre, Verdauungsstörungen,
Herzrythmusstörungen.

75 % der Untersuchten haben einen erhöhten Cholesterinspiegel und damit
ein erhöhtes Infarktrisiko.

73 % der Untersuchten klagen über Rückenschmerzen, die meist durch
mangelnde Bewegung und/oder durch psychische Verspannung bedinngt sind.

38 % der Untersuchten leiden unter Übergewicht, was eine ganze Reihe von
Krankheiten begünstigt.

22 % der Untersuchten sind Raucher, sie steigern ihr Infarkt- und Krebsrisiko
beträchtlich.

24 % der Untersuchten haben einen zu hohen Blutdruck, was das Risiko für
einen Herzinfarkt oder Schlaganfall begünstigt.
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